Erweiterte Funktionen

Wie Asset Manager auf den Preiskampf reagieren


09.07.18 14:42
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Angesichts sinkender Gebühren erweitern Fondsgesellschaften ihr Dienstleistungsangebot, so die Experten von "FONDS professionell".

Zu diesem Ergebnis komme eine Untersuchung des auf die Asset-Management-Industrie spezialisierten Analysehauses Cerulli Associates. Demnach würden die Anbieter zwei Wege einschlagen, um dem Einnahmenschwund zu begegnen: Einerseits hätten sie auf moderne Technologie und andererseits auf die Beratung bei der Asset Allocation gesetzt.

Die Fondsgebühren stünden seit geraumer Zeit unter Druck. Dies habe mehrere Gründe. "Zusammengenommen verstärken sich diese und verursachen einen Wandel in der Branche", sage Bing Waldert, Geschäftsführer bei Cerulli Associates. "Die strengere Regulierung hat etwa führte dazu, dass die Fondsauswahl nach formelleren Verfahren abläuft", erläutere Waldert. "Damit steigt die Nachfrage nach günstigen, passiven Produkten."

Zudem würden professionelle Investoren als ersten Schritt bei der Fondsselektion die teuersten Produkte eines Segments von der Kandidatenliste streichen. Dies führe dazu, dass sich Asset Manager bei den Gebühren gegenseitig zu unterbieten versuchen würden. Sie hätten vermeiden wollen, "am Ende mit überdurchschnittlichen Kosten dazustehen", ergänze der Experte.

Mitunter würden die Anbieter die Gebühren für ein Produkt gar auf null senken. Im Gegenzug würden die Asset Manager ihren Kunden anbieten, deren Portfolio aufzubauen und die Aufteilung über die verschiedenen Anlageklassen wie Aktien, Anleihen, Währungen sowie Immobilien und Rohstoffe zu übernehmen - und dafür entsprechende Gebühren einstreichen. Diese Aufgabe hätten bislang eigentlich Gruppen wie die Vermögensverwalter übernommen. Diese wiederum würden ihre Strategien häufig in Fonds gießen und sie zum Verkauf anbieten. "Dies zeigt, wie Asset Manager und Wealth Manager gegenseitig in ihre Wertschöpfungskette eindringen und versuchen, sich selbst einen größeren Anteil an den insgesamt sinkenden Einnahmen zu sichern", folgere Waldert.

Auch die Digitalisierung verschärfe den Preisdruck. Das Wachstum von Robo-Advisorn beflügele auch die Nachfrage nach günstigen Produkten wie ETFs. Infolge dessen würden die Fondsanbieter eigene, digitale Vermögensverwaltungen auf den Markt bringen und auf technologischen Neuerungen setzen, um ihre Ausgaben zu drücken. "Eine Automatisierung kann etwa die Handelskosten deutlich mindern", meine der Cerulli-Experte. (News vom 06.07.2018) (09.07.2018/fc/n/s)