Wasserstofffonds: Drei Pure Plays im Kurz-Portrait - Fondsnews


07.06.21 15:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Wasserstoffinvestments sorgten vor gut 20 Jahren unter Anlegern für einen Hype, so die Experten von "FONDS professionell".

Derzeit entwickele sich das Thema erneut zum Trend. Und diesmal könnten sich langfristig Chancen bieten. Allerdings sei das Spektrum der reinen Wasserstoffvehikel noch sehr überschaubar.

Das chemische Element mit dem Symbol H stehe im Periodensystem ganz oben links. Es mache drei Viertel der gesamten bekannten Materie aus und sei im Jahr 1766 von dem englischen Naturforscher Henry Cavendish entdeckt worden, der es als "brennbare Luft" bezeichnet habe. Das Gas habe um die Jahrtausendwende einen Hype unter Anlegern rund um den Globus entflammen lassen. Die Rede sei von Wasserstoff.

Gut 20 Jahre, nachdem der letzte Run auf Wasserstoffaktien jäh ein Ende gefunden habe, beflügele das Thema heute erneut die Fantasie von Anlegern. Diesmal könnten sich Investments, denen das einfachste aller Elemente zugrunde liege, allerdings zu einem langfristig vielversprechenden Trend entwickeln. Denn anders als vor zwei Dekaden, als der Begriff ESG noch nicht geprägt gewesen sei, treibe im Jahr 2021 das Bedürfnis nach nachhaltigen Geldanlagen die Kurse von Wasserstoffaktien.

Vor allem aber sei es der politische Wille, die Wirtschaft klimaneutral aufzustellen, der dauerhaft für Aufwind sorgen könnte. "Die Chancen für Wasserstoff sind natürlich in der Klimadebatte begründet", sage Gerd Junker, Mit-Geschäftsführer des ethisch-ökologischen Vermögensverwalters Grünes Geld aus Aschaffenburg, der mit dem GG Wasserstoff R seinen Angaben zufolge den ersten gemanagten Wasserstofffonds initiiert habe.

"Dutzende von Ländern weltweit haben sich zum Ziel gesetzt, klimaneutral zu wachsen. In zehn bis 20 Jahren werden voraussichtlich rund 25 Prozent der weltweiten Energieversorgung aus Wasserstoff kommen", schätze Junker. Diese These stütze auch eine aktuelle Studie der internationalen Strategieberatung Strategy&, die zur Beratungsgesellschaft PwC gehöre. Die Autoren der Untersuchung mit dem Titel "Laying the foundations of a low carbon hydrogen market in Europe" würden zum Schluss kommen, dass die globale Dekarbonisierung bis 2030 jährlich um zwölf Prozent voranschreiten müsse, wenn die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreicht werden sollten. Ein entscheidender Eckpfeiler der Energiewende könne der Aufbau einer kohlenstoffarmen Wasserstoffwirtschaft sein.

"Ausgehend von einem anhaltenden Nachhaltigkeitstrend, in dem Kohlenwasserstoffe in der Wirtschaft sukzessive ersetzt werden, wird sich die globale Wasserstoffnachfrage bis 2040 im Vergleich zu 2019 von 71 Megatonnen auf 137 Megatonnen fast verdoppeln", würden die Strategy&-Experten schreiben. Bis zum Jahr 2070 würden sie gar eine Versiebenfachung auf 519 Megatonnen erwarten. Das lasse in der Tat auf einen langfristigen Anlagetrend hoffen.

Allerdings sei die Auswahl an Pure Playern, an reinen Wasserstofffonds also, bislang sehr überschaubar. Zudem dürfe nicht vergessen werden, dass sich solche Fonds auf ein einziges Thema konzentrieren würden. Entwickele sich Wasserstoff doch nicht zum Langfristtrend, würden Verluste drohen. Im Depot würden solche Reinform-Fonds daher nur als Beimischung taugen.

Die wichtigsten Infos zu drei reinen Wasserstofffonds:

Der GG Wasserstoff R, den der ethisch-ökologische Vermögensverwalter Grünes Geld aus Aschaffenburg intiiert habe, konzentriere sich nicht nur auf Hersteller von Brennstoffzellen oder Firmen, bei denen Wasserstoff Anwendung finde. Er setze auf Unternehmen, die grundsätzlich dabei helfen würden, die Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff zu unterstützen. Daher seien unter den 120 bis 160 Titeln im Portfolio etwa auch Aktien von Wasserpumpenherstellern, Gasnetzbetreibern oder Wasserstofftankherstellern enthalten.

Deutlicher konzentrierter investiere der Van Eck Vectors Hydrogen Economy (ISIN IE00BMDH1538 / WKN A2QMWR), den der ETF-Anbieter Van Eck im März 2021 aufgelegt habe. Der Fonds setze ganz gezielt nur auf Unternehmen, die mindestens 50 Prozent ihres Umsatzes in der Wasserstoffindustrie erwirtschaften würden oder bei denen dies künftig der Fall sein dürfte. Dafür bilde der ETF den MVIS Global Hydrogen Economy Index ab. In diesem Index würden sich Van Eck zufolge die führenden Unternehmen der Branche finden, gemessen an der Marktkapitalisierung und am Handelsvolumen. "Zusammen mit unserem Indexteam von MVIS haben wir daran gearbeitet, die zielgerichtetste Investmentlösung im Bereich Wasserstoff zu entwickeln", erkläre Van-Eck-Europachef Martijn Rozemuller.

Nicht zuletzt könnten sich Fondsanleger über den ETF L&G Hydrogen Economy des britischen Vermögensverwalters Legal & General Investment Management (LGIM) an den Entwicklungen auf dem Wasserstoffmarkt beteiligen. Der ETF bilde den Solactive-Hydrogen-Economy-Index nach. "In dem Index sind Aktien von Unternehmen vertreten, die in der einen oder anderen Form entlang der Wertschöpfungskette tätig sind: Von der Herstellung über den Transport bis hin zur Nutzung von Wasserstoff", erkläre Philipp von Königsmarck, Leiter des LGIM-Wholesale-Vertriebs in Deutschland und Österreich. (07.06.2021/fc/n/s)






hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
102,63 € 102,23 € 0,40 € +0,39% 17.06./09:29
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE000A2QDR59 A2QDR5 146,92 € 93,91 €
Werte im Artikel
16,25 plus
+0,48%
102,63 plus
+0,39%
7,21 plus
+0,03%