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Verdacht auf Steuerbetrug: Carmignac bekommt Besuch von Staatsanwälten - Fondsnews


08.11.18 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Carmignac Gestion sieht sich mit dem schwerwiegenden Vorwurf des Steuerbetrugs konfrontiert, so die Experten von "FONDS professionell".

Verschiedene Medien, darunter das "Handelsblatt", würden unter Bezug auf die französische Tageszeitung "Le Monde" berichten, dass die Pariser Finanzstaatsanwaltschaft gegen die Spitze des Unternehmens ermittele. Es gehe konkret um die Vergütung der Topmanager, die teilweise in Form von Dividenden in Luxemburg gezahlt worden sei. Die Meldung komme zur Unzeit, da die Gesellschaft ohnehin mit Performanceproblemen bei seinen Flaggschifffonds zu kämpfen habe.

Die Fondsgesellschaft habe den Berichten zufolge umgehend selbst Stellung genommen und bestreite alle Vorwürfe. Vielmehr solle es sich um einen komplexen technischen Sachverhalt im Zusammenhang der Mutter-Tochter-Beziehung zwischen dem Pariser Stammhaus und dessen Ableger im Großherzogtum handeln. "Die Interessen unserer Kunden und unserer Partner waren zu keinem Zeitpunkt betroffen", zitiere das Handelsblatt die Fondsboutique.

Laut "Le Monde" gehe es um Vorgänge aus den Jahren 2010 und 2011. Damals habe Carmignac Aktivitäten an seine Luxemburger Tochter ausgelagert. Das Fürstentum sei bekannt dafür, steuerschonende Absprachen mit Unternehmen zu treffen.

Den Berichten zufolge solle Carmignac solche Absprachen getroffen haben, um seine Führungskräfte möglichst steueroptimierend entlohnen zu können. Der französische Fiskus verlange daher von der Fondsgesellschaft nun eine saftige Nachzahlung. Diese habe Carmignac jedoch bereits geleistet - die entsprechende Information aus "Le Monde" sei auch dem Handelsblatt bestätigt worden, würden die Düsseldorfer Redakteuere schreiben. Allerdings habe die Boutique den Schritt nur unter "Protest und unter Wahrung ihrer Rechte" getan.

Die französische Finanzstaatsanwaltschaft wiederum habe offenbar wegen des ewigen Hin und Hers um die Nachzahlung die Geduld verloren und spreche nicht länger von" interpretierbaren Vorgängen", sondern von Betrug. In dem Zusammenhang würden mittlerweile auch Gespräche zwischen der französischen und der Luxemburger Verwaltung über die umstrittenen Steuerabsprachen geführt. (08.11.2018/fc/n/s)