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Mit "Transition Leaders" einen echten Beitrag zur Netto-Null leisten


16.07.21 10:00
Aberdeen Standard Investment

London (www.fondscheck.de) - Volkswirtschaften, Unternehmen und Investoren rund um den Globus schließen sich dem UN Race to Zero an und verpflichten sich zu Netto-Null-Zielen für 2050, so die Experten von Aberdeen Standard Investments.

Schätzungen zufolge seien für die Erreichung der Ziele bis 2050 jedes Jahr Investitionen in Höhe von etwa ein bis zwei Billionen US-Dollar erforderlich. Investoren würden hierbei aufgrund ihrer Kapitalallokation und ihres Engagements eine entscheidende Rolle bei der Verwirklichung spielen.

Eva Cairns, Senior ESG Investment Analyst - Climate Change bei Aberdeen Standard Investments, betone, dass es dementsprechend auch von entscheidender Bedeutung sei, dass sich die wiederkehrenden Versprechen hinsichtlich der Vermeidung von Kohlenstoffemissionen auch in politischen Strategien und Maßnahmen widerspiegeln würden, die Investoren Sicherheit und die richtigen Anreize bieten würden, Kapital langfristig im Sinne der Dekarbonisierung anzulegen.

"Aber leider sind wir noch weit davon entfernt, die Netto-Null-Ziele für 2050 zu erreichen. Der jüngste UN-Emissionslückenbericht zeigt, dass wir selbst dann, wenn alle aktuellen Netto-Null-Zusagen umgesetzt würden, die Erwärmung nicht auf unter 2°C begrenzen könnten," so Cairns. Der schottische Vermögensverwalter sei einer der inzwischen 128 Unterzeichner der Net Zero Asset Managers Initiative und habe diese Ziele zu einem zentralen Faktor im Portfoliomanagement gemacht.

Das Erreichen von Netto-Null in einem Portfolio sei aber nicht gleich bedeutend mit einem Beitrag zur Dekarbonisierung in der realen Welt, hebe Cairns hervor. "Doch die Dekarbonisierung in der realen Welt ist am Ende entscheidend." Man könne ein Portfolio leicht dekarbonisieren, indem man das Engagement in Unternehmen in kohlenstoffintensiven Sektoren wie Stahl, Zement und Stromerzeugung reduziere oder eliminiere, verdeutliche die Expertin von Aberdeen Standard Investments.

Der Temperature Alignment Score eines Portfolios würde in dieser Situation in der Tat sehr gut aussehen. Aber diese Sektoren würden auch im Jahr 2050 noch gebraucht und sie würden das Kapital der Investoren brauchen, um innovativ zu sein, ihre Produktion zu dekarbonisieren und damit den Übergang zu schaffen, sodass sie eine wichtige Rolle bei der Dekarbonisierung der Volkswirtschaften spielen könnten, so Cairns.

"Daher denken wir, dass Investitionen in Unternehmen mit ehrgeizigen und glaubwürdigen Dekarbonisierungszielen einen weitaus größeren Einfluss auf das Erreichen von Netto-Null in der realen Welt haben als Desinvestments." Dies sei auch die Kernbotschaft des IIGCC Net Zero Investment Framework, an dem Aberdeen Standard Investments intensiv mitgewirkt habe.

Aberdeen Standard Investments entwickle auf dieser Basis deshalb derzeit Rahmenwerke und Lösungen für Kunden mit Netto-Null-Ambitionen. So habe sich etwa die Phoenix Group, der größte Kunde des Hauses, ein Netto-Null-Ziel bis 2050 für seine Anlageportfolios gesetzt. Ein wichtiger Schritt dafür sei für den Vermögensverwalter das Investment in "Transition Leaders", also in Unternehmen, die im Hinblick auf die Energiewende führend seien. "Wir betrachten dabei nicht nur den Kohlenstoff-Fußabdruck, sondern blicken voraus und prüfen glaubwürdige Übergangsstrategien," erkläre Cairns. Konkret bedeute dies, dass das Dekarbonisierungspotenzial und die entsprechende Strategie von Unternehmen ermittelt würden, indem die Ergebnisse der eigenen Klimaszenarioanalyse mit der Bewertung von Unternehmenszielen und dem fundamentalen Research zusammengeführt würden.

Das Fixed-Income-Team setze auf eine Kombination aus Analysten-Expertise, internen Daten aus der Analyse von Klimaszenarien und externen Daten aus Quellen wie CDP (Carbon Disclosure Project), der Transition Pathway Initiative (TPI) oder MSCI und kreiere darauf aufbauend Tools zur Bewertung von Portfolios und Benchmarks im Hinblick auf die Netto-Null-Ziele. Mit den Immobilienkunden wolle man ebenfalls zusammenarbeiten, um ihre Portfolios bis 2050 auf Netto-Null-Emissionen auszurichten, und es werde untersucht, was die Vermeidung von Kohlenstoffemissionen im Bereich Private Markets bedeute. Und auch in die Strategische Asset Allocation würden die Netto-Null-Ziele mit eingehen, um den Klimawandel als weitere Dimension bei der Risiko-Rendite-Optimierung zu berücksichtigen.

"Wir sind stolz darauf, Teil der Net Zero Asset Managers Initiative zu sein, und werden auch künftig gemeinsam mit unseren Mitbewerbern und Kunden Best Practices bei Netto-Null-Investitionen fördern, beispielsweise durch unsere langfristige Unterstützung der IIGCC Paris Aligned Investment Initiative," so Cairns. Auch in Bezug auf das eigene Unternehmen habe man die Bestrebungen zur Bekämpfung des Klimawandels intensiviert und wolle die betriebsbedingten Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen bis 2025 um 50 Prozent (ausgehend von den Werten 2018) reduzieren, um bis 2050 das Ziel von Netto-Null-Emissionen zu erreichen. (News vom 15.07.2021) (16.07.2021/fc/n/s)