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Société Générale kauft ETF-Geschäft der Commerzbank - ETF-News


03.07.18 13:02
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Commerzbank verkauft ihre Sparte Equity Markets & Commodities (EMC) an die französische Großbank Société Générale, so die Experten von "FONDS professionell".

Dies hätten die beiden Geldhäuser mitgeteilt. Zu dem Bereich EMC gehöre auch das Asset Management samt der ETF-Sparte Comstage. Das Pariser Institut wiederum besitze mit Lyxor einen der drei größten ETF-Anbieter in Europa. Die Sparte EMC habe 2017 Bruttoerträge in Höhe von 381 Millionen Euro erwirtschaftet. Mehr als 500 Menschen würden in diesem Bereich arbeiten - das entspreche dem halben Handelssaal der Commerzbank. Einen Kaufpreis hätten die Parteien nicht genannt.

Das zweitgrößte deutsche Institut habe schon Ende September 2016 angekündigt, die Sparte in einer eigenen rechtlichen Einheit bündeln und dann abstoßen zu wollen. Im März 2018 sei dann bekannt geworden, dass die Commerzbank nur noch mit der Société Générale über den Verkauf verhandele. Die Franzosen hätten sich in dem Bieterwettstreit offenbar gegen Goldman Sachs durchgesetzt. Zuvor solle sich die britische Barclays aus dem Interessentenkreis zurückgezogen haben. Commerzbank-Vorstandschef Martin Zielke möchte mit dem Verkauf das Eigenkapital der Bank stärken und den Fokus künftig auf das Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden richten.

"Mit dieser Vereinbarung erreichen wir einen weiteren Meilenstein in der Umsetzung der Strategie Commerzbank 4.0", habe Zielke einer Mitteilung zufolge gesagt. "Wir vereinfachen unser Geschäft, zahlen auf unsere Kostenziele ein und setzen Kapital für unser Kerngeschäft mit Privat- und Firmenkunden frei", so Zielke weiter. Die Commerzbank wolle durch den Verkauf ihre Kostenbasis bis Ende 2020 um mindestens 200 Millionen Euro drücken.

"Die Société Générale und der EMC-Bereich der Commerzbank sind komplementär und bieten ein hohes Potenzial an Synergien", lasse sich Séverin Cabannes, stellvertretender Vorstandschef der Société Générale, in einer Mitteilung zitieren. "Zusätzlich - neben der Ergänzung der Lyxor ETF-Plattform - würde sich diese Transaktion transformierend auf unsere Aktivitäten in Deutschland auswirken und uns zu einer stärkeren Stellung im Markt der führenden Wirtschaft in der Eurozone verhelfen." Beide Parteien würden gegenüber den Kunden beteuern, dass der Übergang reibungslos verlaufen solle.

Die französische Großbank betone, dass sie mit der Übernahme ihre Position im Bereich Derivate und Investment-Lösungen über unterschiedliche Anlageklassen hinweg stärke, die Marke Lyxor im europäischen ETF-Markt weiterentwickle und ihr Angebot im aktiven Management abrunde. Lyxor verwalte ein Vermögen von rund 70 Milliarden Euro. Der Transaktion müssten noch die nationalen Behörden sowie die Arbeitnehmervertreter zustimmen. Die Franzosen würden davon ausgehen, dass sie die Genehmigungen für das Projekt im zweiten Halbjahr 2018 erhalten würden.

Die Commerzbank habe in dem Bereich EMC vier verschiedene Geschäfte gebündelt: Das Segment "Flow" umfasse Derivate wie Optionsscheine und Differenzkontrakte, das Feld "Investmentprodukte" emittiere Anlagezertifikate wie Aktienanleihen oder Bonus-Strukturen. Das Segment "Market Making" umfasse hauptsächlich die Marktpflege und den Handel mit ETFs - nicht nur mit hauseigenen Indexfonds der Marke Comstage, sondern auch mit Passivprodukten anderer Anbieter. Auf dem Gebiet des Market Makings für ETFs gelte die Commerzbank als führende Investmentbank in Europa.

Beim vierten Bereich handele es sich um das Asset Management. Er sei vor allem für die Comstage-ETFs bekannt, umfasse aber auch das wachsende aktive Asset Management mit eigenen Publikumsfonds und Mandaten für institutionelle Investoren. Hinzu würden strukturierte Fondslösungen kommen. Die Luxemburger Kapitalverwaltungsgesellschaft Commerz Funds Solutions verwalte dem Branchenverband BVI zufolge per Ende April 2018 rund 11,9 Milliarden Euro.

Nicht Bestandteil der Transaktion seien nach Commerzbank-Angaben das Eigenkapitalmarktgeschäft, das das Begleiten von Unternehmen bei der Emission von Aktien und aktienbasierten Finanzierungsinstrumenten ("ECM - Equity Capital Markets") sowie den Aktienhandel ("Equity Trading") und den Aktienvertrieb ("Equity Sales/Brokerage") umfasse. Dies gelte auch für das Geschäft mit Absicherungsprodukten für Rohstoffrisiken. Diese Aktivitäten blieben Teil des strategischen Kundengeschäfts, heiße es. (03.07.2018/fc/n/e)