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So viele Fonds sind bereits nach Artikel 8 und 9 eingestuft - Fondsnews


09.06.21 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - "FONDS professionell" hat erhoben, wie viele Fonds bereits in den per Verordnung vorgegebenen neuen Kategorien "hellgrün" und "dunkelgrün" zur Verfügung stehen, so die Experten von "FONDS professionell".

Schrittweise würden sich alle Beteiligten an die Frage herantasten: "Wie grün sind meine Finanzprodukte eigentlich?" Seit 10. März 2021 müsse die EU-Offenlegungsverordnung (Disclosure-VO/SFDR) weitgehend angewandt werden, die genau darauf eine Antwort verlange. "FONDS professionell" habe in einem Artikel, der in voller Länge in der aktuellen Printausgabe erscheine, erhoben, wie weit die Fondsgesellschaften des Landes mit der Einstufung schon seien.

Die Verordnung teile Investmentfonds und alle anderen Anlagevehikel in drei Kategorien ein: Erstens alle Produkte, sobald sie mit einem ökologischen oder sozialen Aspekt werben würden (Artikel 8 der Offenlegungsverordnung). Für sie habe sich der Begriff "hellgrün" eingebürgert. Zweitens Produkte, die ein Nachhaltigkeitsziel anstreben würden, etwa eine CO2-Reduktion (Artikel 9 / "dunkelgrün"). Das solle Greenwashing vorbeugen, denn die Anbieter müssten schlüssig darlegen, wie sie die beworbenen Merkmale erreichen würden. Als dritte Kategorie würden alle sonstigen (konventionellen) Produkte überbleiben.

Doch welcher Fonds falle in welche Gruppe? Dass diese Einstufung nicht leicht sei, würden die Anmerkungen zeigen, die "FONDS professionell" im Rahmen einer Erhebung bekommen habe. Kern diverser Statements: Man werde sich wohl unter Beobachtung des Mitbewerbs an die Erfordernisse herantasten.

Zum Beispiel betone ein Experte von 3 Banken-Generali Investment, man sei bei der Einstufung "sehr konservativ" vorgegangen, während bei der Konkurrenz andere Maßstäbe zu beobachten seien. "Wir werden unsere Fondspalette weiterhin auf eine mögliche Klassifizierung in Artikel 8 und Artikel 9 prüfen und dementsprechend in den nächsten Monaten noch Anpassungen vornehmen."

Dass regulatorische Neuerungen Unsicherheit hervorrufen würden, sei üblich. Allerdings würden die Marktteilnehmer in diesem Fall teils auch allein gelassen: Zum Beispiel gebe es noch immer keine offiziell zuständige Behörde, bei der man im Zweifel rückfragen könnte. Zwar gelte die SFDR als Verordnung unmittelbar, eine nationale Umsetzung sei nicht erforderlich. Jedoch müsse der Gesetzgeber eine Aufsicht benennen, die über deren Einhaltung wache. Die Beamten im Finanzministerium hätten bereits vor Monaten einen Gesetzentwurf ausgearbeitet. Darin sei die FMA als Aufseherin definiert. Der Entwurf komme aber auf politischer Ebene nicht weiter. Seit Monaten heiße es aus dem BMF, der Entwurf gehe "demnächst" in Begutachtung.

Noch immer sei es nicht einfach solche Produkte zu identifizieren: Nur beim Datenanbieter Mountain-View habe es gegenüber der Redaktion geheißen, die Auswertung nach Artikel 8 und 9 sei bereits möglich, andere hätten keine oder keine positive Rückmeldung gegeben.

(News vom 08.06.2021) (09.06.2021/fc/n/s)