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Regulierung von ESG-Fonds: Löbliche Idee, falscher Hebel - Fondsnews


07.06.21 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - "FONDS professionell"-Chefredakteur, Bernd Mikosch, äußert sich über den Vorstoß der BaFin, gesonderte Regeln für "nachhaltige Investmentvermögen" einzuführen.

Der ESG-Boom rufe die BaFin auf den Plan. Solle ein deutscher Publikumsfonds "als nachhaltiges Investmentvermögen (…) aufgesetzt werden, muss sich dies nicht nur in dessen Verkaufsunterlagen, sondern auch in den Anlagebedingungen widerspiegeln", heiße es im Entwurf einer Richtlinie, die noch im zweiten Quartal in Kraft treten solle.

Die BaFin begründe ihren Vorstoß damit, dass sie angesichts der Flut von Ökofonds "Greenwashing" befürchte. Sie begründe das unter anderem mit der Offenlegungsverordnung. Das neue EU-Regelwerk verpflichte die Anbieter zwar zu mehr Transparenz im Umgang mit Nachhaltigkeitsaspekten, sage aber nichts zur inhaltlichen Ausgestaltung der Anlagebedingungen oder zur Formulierung des Fondsnamens. Darum sehe sich die BaFin zum Handeln gezwungen. Wer sich vor Augen führe, wie viele Produkte die Anbieter gemäß der EU-Verordnung als nachhaltig eingestuft hätten, könne das sogar nachvollziehen.

Der Hebel, den die BaFin ansetzen möchte, sei jedoch der falsche. Bei den Anlagebedingungen könne sie nur auf deutsche Fonds einwirken. Seien die Regeln zu streng, würden die Banken eben Luxemburger Portfolios vertreiben. Damit sei weder den Anlegern geholfen noch dem Fondsstandort Deutschland. Effizienter wäre es, beim Vertrieb anzusetzen, also Leitplanken vorzugeben, wann ein Finanzprodukt hierzulande als nachhaltig angepriesen werden darf, so die Experten von "FONDS professionell". Bleibe die EU an dieser Stelle zu locker, könne die BaFin auf nationaler Ebene immer noch nachschärfen. (07.06.2021/fc/n/s)