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Quartalsbilanz: Diese Fondsgruppen sind wahre Geldmagneten - Fondsnews


02.10.18 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Bestseller oder Flop? FONDS professionell ONLINE hat wieder nachgerechnet, wie sich die Mittelaufkommen ausgewählter Fondsgruppen im Quartalsvergleich entwickelt haben - und zeigt die Ergebnisse, so die Experten von "FONDS professionell".

Aktienfonds hui, Anleihenfonds pfui. So ließe sich die aktuelle Mittelzu- und -abflussstatistik des Fondsdatenanbieters Mountain-View in nur wenigen Worten zusammenfassen. Während Aktienfonds mit Vertriebszulassung in Deutschland, Österreich oder der Schweiz im bisherigen Jahresverlauf dank Mittelzuflüssen in Höhe von knapp 20 Milliarden Euro bereits das Spitzenjahr 2017 - im Vorjahr seien diesen Fonds 17 Milliarden Euro zugeflossen - übertroffen hätten, würden Anleihenfonds derzeit eher ver- als gekauft. Seit Jahresbeginn hätten sich Anleger von Bondfonds im Gegenwert von netto 50 Milliarden Euro getrennt. Zum Vergleich: 2017 hätten Rentenfonds noch Investorengelder in Höhe von 115 Milliarden Euro einsammeln können.

Das könnte durchaus darauf hindeuten, dass sich Anleger derzeit mehr um eine mögliche Zinswende in Europa sorgen würden als um die politischen und wirtschaftlichen Risiken, die von verschiedenster Seite her drohen würden. Ein Ende der Minizinsen würde naturgemäß zunächst langlaufende Anleihen unter Druck setzen. Sollte es tatsächlich zu einer Änderung der europäischen Zinspolitik kommen, wären das aber auch mittelfristig schlechte Nachrichten für Aktienfonds. Sobald höher rentierende Renten zur Verfügung stünden, würden risikoaverse Anleger dann von Aktien in Anleihen wechseln.

Professionellen Marktteilnehmern habe zuletzt aber eine bevorstehende Zinswende weniger Kopfzerbrechen als die mögliche Eskalation des von den USA ausgehenden Handelskriegs bereitet. Dies habe die jüngste Fondsmanager-Umfrage der Bank of America Merrill Lynch ergeben. 57 Prozent der Interviewteilnehmer hätten angegeben, dass sie einen Handelskrieg derzeit als größtes Risiko für den Investmentmarkt sehen würden. Strafzölle könnten dann das Wirtschaftswachstum dämpfen, was wiederum den Aktienmarkt bremsen würde.

Demnach würden die befragten Portfoliolenker im Hinblick darauf etwas defensiver agieren - sie hätten ihre Cash-Positionen im Vormonatsvergleich von 4,7 auf fünf Prozent erhöht. Ein Ende der lockeren Geldpolitik würden hingegen nur 15 Prozent der Umfrageteilnehmer als mögliche Bedrohung wahrnehmen.

Verkaufsschlager oder Ladenhüter? So hätten sich diverse Fondsgruppen im Quartalsvergleich entwickelt:

Aktienfonds Emerging Markets
Aus Portfolios, die auf Aktien aus den Schwellenländern setzen würden, seien im dritten Quartal mehr als drei Milliarden Euro geflossen. Dabei habe es zumindest in den vergangenen beiden Jahren im Quartalsvergleich stets Gelder in die Kassen dieser Fondsgruppe gespült.

Aktienfonds Japan
Japanische Aktienfonds hätten hingegen neue Absatzrekorde gefeiert. Mit über acht Milliarden Euro habe die Fondskategorie im dritten Quartal so viel Gelder eingesammelt wie noch nie. Dass Aktienfonds aus Nippon langsam wieder an Beliebtheit gewinnen würden, habe sich schon im Vorjahr abgezeichnet, als Anleger den Portfolios immerhin 475 Millionen Euro im dritten Quartal anvertraut hätten.

Aktienfonds Euroland
An Beliebtheit hätten zuletzt auch Euroland-Aktienfonds gewonnen, doch in den abgelaufenen drei Monaten habe die Nachfrage nach der Fondsgruppe deutlich nachgelassen. Absolute Rekordzuflüsse hätten diese Aktienfonds übrigens zu Jahresbeginn verzeichnet, als ihnen im ersten Quartal mehr als drei Milliarden Euro zugeflossen seien.

Aktienfonds Europa
In Ungnade gefallen seien bei den Anlegern Aktienfonds, die auf europäische Titel setzen würden. Seit Jahresbeginn hätten sie unterm Strich Abflüsse in Höhe von knapp zwölf Milliarden Euro verzeichnet. Das dritte Quartal 2016 sei im Vergleich dazu aber noch schlechter verlaufen: Damals hätten Investoren fast zehn Milliarden Euro aus dieser Fondskategorie abgezogen.

Aktienfonds Nordamerika
Viel lieber würden Anleger ihr Geld derzeit in nordamerikanischen Aktienfonds parken. In den vergangenen drei Jahren hätten Investoren diese Anlagegruppe lieber gemieden - und das trotz Höhenflügen an den amerikanischen Aktienmärkten.

Aktienfonds China
Auch chinesische Aktienfonds würden derzeit zu den Lieblingen der Anleger zählen. Immerhin habe die Fondskategorie seit dem Vorjahr zusammengerechnet fünf Milliarden Euro Zuflüsse verzeichnet.

Aktienfonds global
Die breit gestreuten globalen Aktienfonds hätten im dritten Quartal 7,48 Milliarden Euro einsammeln können. Damit steuere diese Fondskategorie auf ein neues Rekordjahr zu: Im Jahr 2018 hätten die globalen Aktienfonds bereits jetzt mehr Geld eingesammelt als im gesamten Vorjahr.

Aktienfonds gesamt
Im abgelaufenen Quartal hätten Anleger über elf Milliarden Euro in Aktienfonds gesteckt. Über das gesamte Jahr gerechnet seien es gar 26 Milliarden Euro gewesen. Zum Vergleich: 2017 hätten Aktienfonds knapp 18 Milliarden Euro eingesammelt.

Anleihenfonds Unternehmen
Rentenfonds, die in Anleihen von Unternehmen investieren würden, hätten in den letzten Jahren Absatzerfolge gefeiert. Doch nun seien Anleger die Flucht aus der Fondsgruppe angetreten. In den letzten drei Monaten hätten sie 2,39 Milliarden Euro aus Unternehmensanleihenfonds abgezogen. Im gesamten Jahr 2018 seien es bislang mehr als 27 Milliarden Euro gewesen.

Anleihenfonds gemischt
Auch gemischten Anleihenfonds sei es nicht besser ergangen: Knapp elf Milliarden Euro habe es in den letzten drei Monaten aus den Rentenportfolios gespült. Im abgelaufenen Jahr hätten Investoren im dritten Quartal noch 23,56 Milliarden Euro in gemischte Anleihenfonds gesteckt.

Anleihenfonds gesamt
Damit ergebe sich für Bondfonds insgesamt bei dieser Statistik ein Minus von 20 Milliarden Euro. Über das ganze Jahr betrachtet hätten Anleger 62 Milliarden Euro aus der Investmentkategorie abgezogen.

Mischfonds
Die beliebten gemischten Portfolios hätten in den Sommermonaten gut fünf Milliarden Euro eingesammelt. Damit hätten sich die Zuflüsse im Jahresvergleich deutlich verlangsamt: Im dritten Quartal 2017 hätten Anleger diesen Fonds noch knapp zwölf Milliarden Euro anvertraut, 2016 seien es 14 Milliarden Euro gewesen. (02.10.2018/fc/n/s)