Erweiterte Funktionen

Q3-Ausblick: Aviva Investors revidiert seine Asset-Allokation - Fondsnews


04.07.18 14:30
Aviva Investors

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Aviva Investors, die global tätige Asset-Management-Gesellschaft des britischen Versicherers Aviva plc, hat seine bisherige Übergewichtung von Schwellenländer-Aktien auf neutral zurückgefahren, so die Experten von Aviva Investors.

Diese Änderung der bisherigen Asset-Allokation sei laut dem aktuellen Aviva Investors "House View"-Ausblick für das dritte Quartal 2018 nur eine von mehreren Anpassungen. Grund dafür seien die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen in den USA, die die Aussichten für die globalen Märkte und die Wirtschaft entscheidend prägen würden.

Aviva Investors rechne in den USA bis Ende 2019 mit sechs weiteren Zinsanhebungen durch die US-Notenbank FED. Zudem könnte das starke Wirtschaftswachstum in den USA das globale BIP-Wachstum in diesem Jahr auf vier Prozent ansteigen lassen, was dem höchsten Wachstumstempo seit 2011 entspräche. In anderen Märkten dürften die Wachstumserwartungen gedämpfter sein, da die Europäische Zentralbank und die Bank of Japan die Zinsen voraussichtlich nicht vor Mitte nächsten Jahres anheben dürften.

Protektionismus gelte als die größte Bedrohung für die globalen Märkte. Die USA hätten Zölle auf chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden US-Dollar angekündigt, aber bislang noch nicht verhängt. Zudem würden sie damit drohen, diese Maßnahmen für chinesische Produkte im Wert von bis zu 400 Milliarden US-Dollar auszuweiten. Sollte sich der derzeitige Konflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt zu einem ausgewachsenen Handelskrieg ausweiten, dürften die Wachstumserwartungen für die großen Exporteure - darunter China, Japan, die asiatischen Schwellenländer und die Eurozone - stark zurückgehen.

Michael Grady, Senior Economist und Strategist bei Aviva Investors, sage:

"Angesichts dieser Wachstumsaussichten bleiben wir zwar für globale Riskoanlagen zuversichtlich, gehen aber dennoch von höheren Marktrisiken aus. Wir haben unsere Erwartungen bei den Aktienrenditen, insbesondere für Aktien mit höherer Handels- und Dollarsensitivität, nach unten angepasst. Gleichzeitig haben wir aber unsere Einschätzungen für US-Aktien angehoben."

"Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass das Risiko steigender Spannungen in den globalen Handelsbeziehungen zunimmt. Die America-First-Politik von Präsident Trump könnte ein Störfaktor für die nächsten zwei Jahre sein. Daher betrachten wir diese Entwicklungen als Volatilitätstreiber, die die Märkte überwinden müssen - solange sie die globale Erholung nicht gefährden. Es würde uns jedoch nicht überraschen, wenn Volatilitätsspitzen oder Mini-Crashs häufiger auftreten würden. Die Unterstützung der Zentralbanken nimmt langsam ab und die Märkte sind gezwungen wieder zu lernen, die zugrundeliegenden Risiken neu zu bewerten."

Aktuelle Einschätzung der Asset-Allokation von Aviva Investors:

- Geringfügige Reduzierung des gesamten Aktienexposures: Das Engagement in zyklischeren Regionen werde verringert, was sich weitgehend in einem neutralen Exposure bei Schwellenländer-Aktien widerspiegele, die bisher am stärksten übergewichtet gewesen seien. Die angespannte Liquiditätslage in den USA sowie ein schwächeres Gewinnwachstum würden Schwellenländer wesentlich unattraktiver erscheinen lassen.

- Britische Aktien würden von untergewichtet zu neutral eingestuft: Höhere Ölpreise und ein Rückgang des Pfund Sterling hätten die Ertragsaussichten verbessert.

- US-Aktien würden übergewichtet.

- Die Untergewichtung von Staatsanleihen bleibe unverändert.

- Die Short-Duration-Positionen bei Staatsanlehen in den USA seien aufgrund der jüngsten Abflachung der Kurve erhöht worden; bei Staatsanleihen der Eurozone seien diese leicht zurückgefahren worden.

- Der US-Dollar sei gegenüber einem etwas schwächeren Euro, unveränderten Yen und abgewerteten Australischen Dollar von neutral auf leicht übergewichtet angepasst worden.

- Ein deutlich geringeres Exposure bei Schwellenländeranleihen in Lokalwährung bedeute, dass sich die vorherige implizierte Übergewichtung bei Schwellenländerwährungen verringert habe.

Den vollständigen Quartalsausblick "House View Q3" auf Englisch finde man unter: https://www.avivainvestors.com/en-gb/adviser/house-view.html (04.07.2018/fc/n/s)