Offene Immobilienfonds: ESGeht nicht mehr ohne - Fondsnews


09.06.21 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - ESG, also die Kriterien für gesellschaftlich und ökologisch korrektes Investieren, halten Einzug im Anlageuniversum offener Immobilienfonds, so die Experten von "FONDS professionell".

Anbieter würden sich um eine Klassifizierung gemäß "Artikel 8" bemühen und Anteile ihrer Bestände als "Green Buildings" zertifizieren lassen, stelle Scope fest.

Das Faible von Anlegern und Anbietern, nachhaltig motivierte Investmentangebote zu bevorzugen, erreiche den Immobiliensektor. Einer Umfrage der Ratingagentur Scope zufolge würden mehr als 80 Prozent der darauf spezialisierten Asset Manager planen, in den nächsten zwei Jahren nachhaltige Produkte aufzulegen.

Bevor es dazu komme, würden Bestandsangebote sukzessive unter das Nachhaltigkeits-Paradigma gestellt: Laut Scope seien bisher schon die folgenden sieben von derzeit 24 Offenen Immobilien-Publikumsfonds als "Artikel-8-Fonds" klassifiziert.

Fondsname:

Deka-Immobilien Global (ISIN DE0007483612 / WKN 748361)
Deka-Immobilien Metropolen (ISIN DE000DK0TWX8 / WKN DK0TWX)
Hausinvest
Quadoro Sustainable Real Estate Europe Private
Realisinvest Europa (ISIN DE000A2PE1X0 / WKN A2PE1X)
Swiss Life REF European Living
Swiss Life REF European Real Estate Living and Working

Wesentliches Kriterium für die Einstufung gemäß "Artikel 8" sei der CO2-Ausstoß, für den die Portfolioobjekte verantwortlich seien. Darüber hinaus würden soziale Aspekte wie die Bezahlbarkeit von Wohnraum zum Tragen kommen oder weitere ökologische Merkmale wie eine nachhaltige Müll- und Wasserwirtschaft im alltäglichen Betrieb der Immobilien. Scope betone indes, dass die Form, wie die Wahrung der Nachhaltigkeitskriterien konkret in die Praxis umgesetzt werde, noch "in weiten Teilen unscharf" sei und sich erst noch herausbilden müsse.

Zu der bisher vorherrschenden Unschärfe führe auch die unzureichende Informationslage. "Bei einem bewerteten Immobilienvolumen von rund 92 Milliarden Euro verteilt auf 947 Objekte konnten nur für 72 Prozent der Objekte Daten zum CO2-Ausstoß zur Verfügung gestellt werden", fasse Scope zusammen.

Das sei im Vergleich zum Vorjahr, als es gerade mal etwas mehr als die Hälfte der Objekte gewesen seien, schon eine deutliche Verbesserung. Es zeige aber, "wie sehr das Thema der mangelnden Datenverfügbarkeit die ESG-Ausrichtung und -Strategie beeinträchtigen kann."

Neben den regulatorischen Vorgaben der Taxonomie und Offenlegungsverordnung verweise die steigende Quote an Green-Building-Zertifizierungen auf ein zunehmendes Nachhaltigkeitsbewusstsein der Fonds. Beobachter wie BREEAM, LEED, HQE oder DGNB würden gegenüber Mietern und Investoren für einzelne Immobilien die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitsaspekte bestätigen.

Offene Immobilienfonds würden am häufigsten die Zertifizierung BREEAM verwenden. Mehr als die Hälfte der zertifizierten Objekte trage dieses Siegel. Im Vergleich zu 2013 habe sich der Anteil zertifizierter Objekte in den Portfolios der von Scope betrachteten Fonds signifikant von rund 25 auf 53 Prozent erhöht. (News vom 08.06.2021) (09.06.2021/fc/n/s)