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Nachhaltigkeit: Auch kleine Fondsanbieter können was bewirken - Fondsnews


19.07.21 13:45
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Diskussion ist so alt wie das erste ESG-Mandat: Lässt sich mit Nachhaltigkeitsfonds die Welt verbessern? Als wirksamen Hebel nennen Branchenvertreter gerne "Engagements" - Englisch ausgesprochen, nicht Französisch, so die Experten von "FONDS professionell".

Hierbei würden Asset Manager versuchen, ihren Einfluss beim Top-Management geltend zu machen, um das Unternehmen in die "richtige" Richtung zu drängen.

Den größten Hebel hätten hierbei naturgemäß die weltweit tätigen Fondsgiganten in der Hand, die sich allein wegen der Größe ihrer Beteiligung am Unternehmen Gehör beim Vorstand oder Aufsichtsrat verschaffen könnten. "Allerdings können nicht nur große Marktteilnehmer etwas erreichen", betone Christoph Klein, Geschäftsführer von ESG Portfolio Management. Seine Investmentboutique aus Frankfurt manage zwei Fonds, die zusammen 32 Millionen Euro verwalten würden. Trotz dieser im Branchenvergleich mickrigen Dimension würden Klein und seine Kollegen nicht den Konflikt mit Weltkonzernen scheuen, wie ein Blick in den Engagement-Bericht zeige, in dem der Asset Manager detailliert über seine Initiativen berichte.

Exemplarisch sei das Engagement beim Frühstücksflockenhersteller Kellogg Co. "Als ich im Sommer 2019 Urlaub in den Vereinigten Staaten machte, fiel mir im Supermarkt eine Einmalpackung Cornflakes auf", berichte Klein. "Das mag praktisch sein, weil man nur Milch reingießen muss, produziert aber Unmengen Kunststoffmüll."

Klein habe den Konzern aufgefordert, ihm die Verpackungsstrategie des Unternehmens zu erläutern, doch die Investor-Relations-Abteilung habe nicht auf seine Anfrage reagiert. "Dann startete ich eine PRI Collaboration", sage Klein. Auf dieser Plattform der UN-Initiative "Principles for Responsible Investment" (PRI) könnten Investoren Unterstützer für Engagement-Vorhaben suchen. "Ich habe einen Brief aufgesetzt, den zahlreiche weitere Asset Manager unterzeichneten - in Summe vertreten wir rund 60 Milliarden US-Dollar", so Klein.

Jetzt habe der Cornflakes-Gigant reagiert. Zunächst habe es Calls mit der IR-Abteilung, dann auch mit dem Nachhaltigkeitschef gegeben. "Wir zogen auch externe Experten hinzu, um dem Konzern Alternativen zu Plastikverpackungen aufzuzeigen", berichte Klein. Jüngsten Zahlen zufolge mit Erfolg: "Obwohl das Unternehmen wächst, sinkt der Kunststoffeinsatz", sage der Portfoliomanager.

Klein gehe es nicht darum, eine Firma abzustrafen. "Ich möchte im konstruktiven Dialog Verbesserungen erreichen", betone er. "Wenn Kellog weniger Plastik einsetzt, schont das nicht nur die Umwelt, sondern hilft auch der Reputation des Unternehmens. Das wiederum stützt die Kurse der Wertpapiere, was unserem Fonds zugutekommt." Er spreche daher von einem "Triple-Win": "Bei einem gelungenen Engagement profitieren alle - Gesellschaft, Unternehmen und Investor." (News vom 16.07.2021) (19.07.2021/fc/n/s)