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Medien: GAM gibt Schroders einen Korb - Fondsnews


05.11.18 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Ein Verkauf des kriselnden Asset Managers GAM steht zur Debatte, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Schweizer Gesellschaft möchte aber als Ganzes übernommen werden. Daher habe sie laut Berichten der "Financial Times" einen Verkauf ihrer Hedgefondssparte an Schroders eine Absage erteilt.

Die Zukunft von GAM bleibe ungewiss. Der trudelnde Schweizer Vermögensverwalter erwäge den eigenen Verkauf - Medienberichten zufolge führe die Unternehmensspitze schon einige Zeit informelle Gespräche mit potenziellen Käufern. Eine Offerte von Schroders für die Hedgefondssparte habe GAM laut einem Bericht der "Financial Times" (FT) aber abgelehnt. Dadurch werde der Verkauf des gesamten Unternehmens erschwert, wie die Zeitung von mit der Materie vertrauten Personen erfahren habe. Beide Vermögensverwalter hätten den Vorgang gegenüber der FT nicht bestätigt.

Die Schweizer Gesellschaft kämpfe mit den Auswirkungen der Suspendierung von Fondsmanager Tim Haywood und der Liquidierung der von ihm gelenkten Portfolios, die nach einer Absolut-Return-Strategie mit uneingeschränktem Anlageansatz (ARBF) investieren würden. Haywood sei Ende Juli beurlaubt worden, da er mit Investments in weithin illiquide Schuldpapiere von Firmen des indisch-britischen Unternehmers Sanjeev Gupta gegen interne Richtlinien verstoßen habe.

Anleger seien zwar nicht zu Schaden gekommen, dennoch sei Haywood vom Management der insgesamt zehn Produkte entfernt worden, deren Volumen per 31. Juli 7,3 Milliarden Schweizer Franken (6,3 Milliarden Euro) betragen habe. Die Portfolios würden sich in Auflösung befinden.

Auch UBS solle Interesse an GAM haben

Das habe der Fondsgesellschaft die Zahlen für das dritte Quartal verhagelt. Das verwaltete Vermögen sei binnen drei Monaten von 163,8 Milliarden Schweizer Franken (143 Mrd. Euro) auf 146,1 Milliarden Franken (128 Mrd. Euro) gesunken. Kunden hätten im Zuge der Auflösung der von Haywood gemanagten ARBF-Fonds zusätzlich 5,3 Milliarden Franken (4,6 Mrd. Euro) aus anderen GAM-Portfolios abgezogen. Die Fondsliquidierung habe für Mittelabflüsse von 10,8 Milliarden Franken (9,4 Mrd. Euro) gesorgt. Die schlechte Marktentwicklung habe GAM nach eigenen Angaben weitere 1,5 Milliarden Franken (1,3 Mrd. Euro) gekostet.

In der Folge sei die GAM-Aktie von über elf Euro im Juli auf nunmehr nur rund 5,50 Euro gerutscht. Daher habe Verwaltungsratspräsident Hugh Scott-Barrett Anfang August schon erklärt, die Gesellschaft prüfe sämtliche Optionen, um den Wert des Unternehmens für die Aktionäre zu optimieren. Dazu zähle klar auch der Verkauf. Die Hedgefondssparte liefere laut der FT weiterhin gute Ergebnisse, sodass das Interesse von Schroders verständlich sei. Auch die Schweizer UBS solle ein Auge auf GAM und vor allem die Hedgefonds geworfen haben. (05.11.2018/fc/n/s)