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Lyxor ETF Money Monitor Juni 2021: Ein rekordverdächtiges erstes Halbjahr


22.07.21 15:10
Lyxor Asset Management

Paris (www.fondscheck.de) - Die globalen Aktienmärkte haben die erste Jahreshälfte 2021 mit einem starken Anstieg beendet, was besonders mit der allgemeinen wirtschaftlichen Erholung und einer weiteren Rotation in zyklische Sektoren zusammenhing, so die Experten von Lyxor Asset Management.

Europäische Aktien hätten eines der besten ersten Halbjahre überhaupt verzeichnet. Ebenfalls zulegen können habe der S&P 500 Index und das bereits im fünften Quartal in Folge.

Europäische ETFs hätten im ersten Halbjahr 2021 Zuflüsse in Höhe von 92,5 Mrd. Euro verbucht. Auch hier spiegele sich der Aufwärtstrend wider. Im Vergleich zu den Vorjahren lägen die Zuflüsse auf einem deutlich höheren Niveau. Allein im Juni seien es 14,3 Mrd. EUR gewesen, die in ETFs angelegt worden seien. Aktien- und Renten-ETFs hätten Zuwächse von EUR 12,1 Mrd. bzw. EUR 2,1 Mrd. verzeichnet. Aktien-ETFs hätten damit im Juni den 13. Monat in Folge positive Zuflüsse verbucht. Diese hätten sich auf alle Regionen verteilt, was als Zeichen für einen allgemeinen Optimismus der Anleger gedeutet werden könne.

ESG-ETFs hätten ihren positiven Trend fortgesetzt und insgesamt 4,6 Mrd. Euro eingesammelt. Während die Entwicklung hier zwar positiv bleibe, seien die Zuflüsse in ESG-ETFs jedoch im Vergleich zum ersten Quartal leicht zurückgegangen. Für Smart-Beta-ETFs hätten sie 1,8 Mrd. Euro betragen. Value als Anlagestil sei von den Anlegern weiterhin bevorzugt worden.

Anlageklassen im Fokus:

- Fixed-Income-Fonds und ETFs hätten zusammen 22 Mrd. Euro eingesammelt. Publikumsfonds hätten Zuflüsse von 19,8 Mrd. Euro verzeichnet; 2,1 Mrd. Euro seien in ETFs geflossen.
- Aktienfonds und ETFs hätten einen Nettozufluss von 35,6 Mrd. Euro verbucht. Zwei Drittel der Zuflüsse, nämlich 23,5 Mrd. Euro, seien auf Publikumsfonds entfallen, während 12,1 Mrd. Euro in ETFs angelegt worden seien.

Anleger hätten im vergangenen Jahr vermehrt in Technologiewerte, besonders aus dem digitalen Bereich, investiert und damit auf die tiefgreifenden Auswirkungen der Covid-19-Krise auf das tägliche Leben reagiert. Wachstumswerte aus dem Technologie-Bereich hätten in der Folge nie dagewesene Kursniveaus erreicht.

Vernachlässigte Sektoren wie die Energie- oder die Finanzbranche seien schon im letzten Quartal des vergangenen Jahres wieder in der Gunst der Anleger gestiegen. Beide Branchen hätten bereits im vergangenen Jahr auf dem europäischen ETF-Markt deutliche 15,3 Mrd. EUR an Zuflüssen in ETFs gesehen, was keine bremsende Wirkung auf weitere Anlagen in Technologiewerte gehabt habe. Value-Sektoren hätten von der Portfoliorotation hin zu Anlagen profitiert, die stärker auf die wirtschaftliche Erholung und höhere Anleiherenditen reagieren würden. Letzteres habe wiederum Auswirkungen auf die Wertentwicklung von Growth-Sektoren wie der Technologie- oder der Gesundheitsbranche.

Die Zuflüsse in Value-Anlagen seien in den letzten Monaten allerdings ins Stocken geraten. Hier deute sich möglicherweise ein Wendepunkt an. Viele Anleger würden aber zunehmend an den hohen Aktienbewertungen nach der starken Markterholung im vergangenen Jahr zweifeln. Hinzu würden Überlegungen der Zentralbanken zu den Ausstiegsszenarien vor dem Hintergrund einer wirtschaftlichen Normalisierung kommen. Es bleibe abzuwarten, ob der Sommer mehr Volatilität an den Aktienmärkten bringen werde oder ob Anleger nach nie zuvor dagewesenen 18 Monaten eine wohlverdiente Verschnaufpause einlegen könnten. (22.07.2021/fc/n/e)