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Italien-Turbulenzen treffen Amundi - Fondsnews


09.07.18 12:54
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das politische Durcheinander in Italien hat den Aktienkurs des Asset Managers Amundi belastet, so die Experten von "FONDS professionell".

Seit den Parlamentswahlen Anfang März hätten die Titel fast 10 Prozent an Wert verloren. Damit würden Abflüsse aus dem italienischen Fonds einhergehen. Rund eine Milliarde Euro hätten Anleger allein im Mai aus Publikumsfonds der Gesellschaft abgezogen, berichte die Wirtschaftszeitung "Financial Times" unter Berufung auf die Monatsstatisik des italienischen Fondsverbands Assogestioni.

Die französische Gesellschaft habe für rund 3,5 Milliarden Euro den italienischen Anbieter Pioneer Investments übernommen. Die Pariser hätten damit das Geschäft im lukrativen italienischen Markt ausbauen wollen. Aber auch in Deutschland, Österreich und anderen europäischen Staaten sei Pioneer vertreten. Bei der Abstimmung in Italien habe die linksgerichtete, europaskeptische Fünf-Sterne-Bewegung die meisten Stimmen auf sich ziehen können. Die Partei habe nach langem Hin und Her ein Regierungsbündnis mit der rechtspopulistischen Lega eingegangen.

Das politische Durcheinander habe Investoren in Italien verunsichert, die im Mai 2,3 Milliarden Euro aus den in dem Land vertriebenen Publikumsfonds abgezogen hätten. Im April seien hingegen noch Zuflüsse von 2,7 Milliarden Euro zu verzeichnen gewesen. Bei offenen Publikumsfonds habe Amundi im Mai die meisten Abzüge erlitten. Im institutionellen Bereich und bei Mandaten habe das vereinte französisch-italienische Haus in dem Monat hingegen Zuflüsse verzeichnet, sodass unter dem Strich nur 300 Millionen Euro abgewandert seien. Italiens Asset Manager hätten den Assogestioni-Daten zufolge im Mai im Publikums- und im institutionellen Bereich zusammengenommen Abzüge in Höhe von fast 7 Milliarden Euro erlitten.

Amundi rangiere nach dem in Publikumsfonds und institutionellen Vehikeln verwalteten Vermögen auf Rang drei der italienischen Asset Manager mit einem Marktanteil von 10 Prozent. Platzhirsch sei die Generali-Gruppe, gefolgt von Intesa Sanpaolo. Generali habe im Mai insgesamt Mittelabzüge in Höhe von 1,38 Milliarden Euro, Intesa Sanpaolo mit seinen Fondstöchtern Eurizon und Fideuram rund 200 Millionen Euro erlitten. Vergangenen Monat sei bekannt geworden, dass der weltgrößte Fondsanbieter BlackRock an einem Einstieg bei Eurizon interessiert sei und mit der Mutter verhandle.

Amundi habe gegenüber der "Financial Times" betont, dass die Monatsstatistiken keinen umfassenden Überblick über den Geschäftsverlauf geben würden und habe stattdessen auf die anstehende Veröffentlichung der Quartalszahlen verwiesen. Tatsächlich sei es den Franzosen in den vergangenen Quartalen meist gelungen, trotz der Übernahme von Pioneer sowohl Neugeld einzusammeln als auch die Kosten im Zaum zu halten. (09.07.2018/fc/n/s)