Insideraffäre bei Union Investment: Ex-Manager muss ins Gefängnis - Fondsnews


01.10.21 12:33
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Das Landgericht Frankfurt am Main hat nach nur rund einer Woche das Urteil in der Insider-Affäre um einen ehemaligen Spitzen-Fondsmanager von Union Investment gefällt, so die Experten von "FONDS professionell".

Der Investmentexperte, der unter anderem die Milliardenfonds UniGlobal und UniGlobal Vorsorge verantwortet habe, müsse für drei Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das würden verschiedene Medien berichten, darunter das "Handelsblatt". Ein mitangeklagter Ex-Investmentbanker habe eine Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten bekommen. Beide hätten die illegalen Aktiendeals gleich zu Prozessbeginn gestanden.

Die Männer müssten zudem hohe Geldbeträge zahlen, so das "Handelsblatt". Dabei habe das Landgericht nicht die erzielten Insidergewinne als Grundlage genommen, sondern das Handelsvolumen. So müsse der Portfoliomanager 45,41 Millionen Euro aufbringen - ein Vielfaches der Gewinne, die er mit den illegalen Transaktionen erwirtschaftet habe. Laut Anklage hätten sich diese auf 8,3 Millionen Euro belaufen. Von seinem Komplizen verlange das Gericht 3,34 Millionen Euro.

Der "Wirtschaftszeitung" zufolge hätten die Verteidiger die Insidergeschäfte mit der persönlichen Situation des Portfoliolenkers erklärt: Er habe eine enorme Belastung im Job gehabt, zu der gesundheitliche Probleme bei Frau und Kind gekommen seien. Er habe in dieser Situation die Hoffnung gehegt, dass zumindest sein Arbeitseinsatz besser finanziell honoriert würde. Dem sei die Fondsgesellschaft aber nicht nachgekommen. Daher habe er laut "Handelsblatt"-Bericht selber für ein finanzielles Extra sorgen wollen. Auch sein Komplize habe in einer persönlichen Krise gesteckt - beide hätten sich dann solidarisiert.

Die Insidergeschäfte der beiden Männer, die im Fachjargon "Frontrunning" genannt würden, seien Ende August 2020 bekannt geworden, nachdem die Finanzaufsicht BaFin Anzeige bei den Frankfurter Ermittlungsbehörden erstattet habe. Die Geschäfte seien so auffällig gewesen, dass mehrere Institute die Transaktionen bei der Behörde BaFin angezeigt hätten. Nachdem die Behörde die Staatsanwaltschaft informiert habe, hätten die Ermittler dann Büroräume in der Union-Investment-Zentrale und private Räumlichkeiten des Beschuldigten durchsucht. Union Investment habe den Manager daraufhin freigestellt. (01.10.2021/fc/n/p)





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