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Glücksspielaktien - Lohnt sich ein Investment in Anbieter wie Bet-At-Home?


07.06.21 17:00
fondscheck.de

Bad Marienberg (www.fondscheck.de) - Als etablierter Glücksspielkonzern genießt die Bet-At-Home AG ein gewisses Standing in der Branche. Dennoch sorgte die Corona-Pandemie auch bei dem Big Player für wirtschaftliche Komplikationen, die sich nicht zuletzt am Aktienkursverlauf des letzten Jahres ablesen lassen. Erst als die professionellen Sportligen nach überstandenem Lockdown wieder den Spielbetrieb aufgenommen hatten, stabilisierten sich die Zahlen des Unternehmens wieder ein wenig. Die hohen finanziellen Verluste konnte das jedoch nicht kaschieren. Macht das ein Investment für Anleger obsolet? Mitnichten, denn die Branche befindet sich bereits wieder auf dem aufsteigenden Ast und der deutsche Glücksspielmarkt steuert auf eine neue Zeitrechnung zu.

Kursverlauf einer Aktie auf einem BildschirmDer Aktienverlauf der Bet-At-Home AG dürfte sich trotz Rückschläge wieder gewinnbringend entwickeln. Bildquelle: Pexels / Pixabay

Bet-At-Home vor rosiger Zukunft?


Das Kerngeschäft von Bet-At-Home liegt im Sportwettenbereich, der genau wie alle anderen Segmente des Glücksspiels seit jeher einen schwierigen Stand auf dem deutschen Markt hat - jedenfalls aus gesetzlicher Sicht. Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag wird sich der komplexe Rechtsrahmen hierzulande, der seit 2012 immer wieder für Kritik, Debatten und Intransparenz sorgt, endgültig an die Gegebenheiten der modernen Gesellschaft anpassen. Ein besonders wichtiger Aspekt ist dabei die Vergabe der nationalen Sportwettenkonzessionen, die der Bet-At-Home AG eine legale Handlungsbefugnis auf dem deutschen Glücksspielmarkt erlaubt.

Auch wenn der Glücksspielstaatsvertrag voraussichtlich am 01. Juni 2021 in Kraft treten wird, herrscht seit dem vierten Quartal 2020 eine Übergangsregulierung, die es Glücksspielanbietern bereits vor der neuen Gesetzgebung erlaubt, ihre Dienstleistungen legal anzubieten. Dafür müssen sich die jeweiligen Unternehmen und Konzerne jedoch an die künftig auferlegten Lizenzbestimmungen halten. Die Bet-At-Home AG war durch diese Übergangsregulierung in der Lage, das erste Quartal 2021 positiv zu gestalten und die Weichen auf eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. So belief sich der Brutto-Ertrag auf 30,5 Millionen Euro. Dadurch kletterte den Aktienwert zwischen Januar und April 2021 von 32,45 Euro auf zwischenzeitlich 47,35 Euro. Die guten Zahlen basieren dabei nicht nur auf den Sportwettenbereich, sondern auch die Casinosparte von Bet-At-Home wird gut frequentiert.

Casinoaktien - Worauf gilt es zu achten?


Die Sportwetten sind zwar das Steckenpferd der Bet-At-Home AG, dennoch ist mittlerweile das Zusammenspiel aus Casino-Games und Wettangebot für die unternehmerische Entwicklung verantwortlich. Das gilt im Umkehrschluss auch für den Verlauf an der Börse. Entsprechend müssen Anleger vor einem Investment mit Casinoaktien auf einige Dinge achten.

In erster Instanz sollte man einen Überblick über das jeweilige Unternehmen haben. Oberflächliche Informationen und Details reichen hier nicht aus. Viel mehr muss ein gewisses Knowhow erlangt werden. Das bezieht sich unter anderem auf den Bereich der Nachfrage und wie es um diese zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestellt ist. Es ist auch wichtig, zu verstehen, wie Glücksspielunternehmen wie Bet-At-Home auf die gegenwärtige Marktsituation reagieren und ob in diesem Zusammenhang ein gewisses Maß an Innovationsbereitschaft besteht. Wurden all diese Faktoren beäugt, muss in letzter Instanz abgewogen werden, ob Casinoaktien überhaupt in das persönliche Risikoprofil passen. Dabei geht es hauptsächlich darum, etwaige Rückschläge hinnehmen zu können.

Sind Casinoaktien überhaupt lohnenswert?


Das ganze System der Börse ist für Anleger im Grunde genommen ein gigantisches Glücksspiel. Es mag wie ein ironisches Vorhaben klingen, Wertpapiere oder Anteile eines Unternehmens wie Bet-At-Home zu erwerben. Doch wer bereits die Spannungen, Tücken und die Risikospanne der Glücksspielindustrie kennt und akzeptiert, wird auch in puncto Aktien keinerlei Anlaufschwierigkeiten haben.

Aktien eines Glücksspielkonzerns sind dabei genauso an die Marktbedingungen geknüpft wie andere Unternehmen auch. Spekulationen über Angebot, Nachfrage und etwaige Gewinnmarge ist Teil des Systems. Dennoch weist jede Branche unterschiedliche Bedingungen auf und muss entsprechend individuell bewertet werden. Der Glücksspielindustrie wird in diesem Zusammenhang trotz des schwierigen Corona-Jahres 2020 eine rosige Zukunft vorausgesagt. Das liegt hauptsächlich an einem globalen Liberalisierungsprozess. Viele Länder und Regionen des Erdballs legalisieren das Glücksspiel in geordneten Strukturen und machen so Unternehmen wie Bet-At-Home den Weg frei, auf zig verschiedenen Märkten zu operieren. Diese liberale Entwicklung tut speziell dem Online-Glücksspiel gut, das in den letzten Jahren enorm gewachsen ist. So kann etwa die Bet-At-Home AG sowohl ihr Sportwettenangebot als auch ihre Casinosparte ganz legal über das Internet anbieten. Dadurch werden enorm viele potenzielle Kunden erreicht, die für höhere Umsätze sorgen. Anleger profitieren im Umkehrschluss von dieser Entwicklung.

Casinos an der Börse


Neben der Bet-At-Home AG sind auch Glücksspielunternehmen wie William Hill oder Unibet an der Börse. Diese Konzerne haben zwischenzeitlich gigantische Umsätze zu verzeichnen – teilweise bis zu einer Milliarde US-Dollar. Das spült natürlich ordentlich Kapital in die Kassen der Gläubiger. Es kommt entsprechend wenig überraschend, dass immer mehr Online-Casinos und Unternehmen aus der Branche an die Börse gehen. Selbst Softwareanbieter wagen mittlerweile diesen Schritt. Die Entwicklungsprognose zeigen, dass die Kurse zwar zuweilen immer mal wieder zu Schwankungen neigen, diese auf langfristige Sicht jedoch anwachsen.

Risikomanagement bei Casinoaktien


Bet-At-Home gilt in der Glücksspielindustrie als Vorreiter, wenn es um den Börsengang geht. Mit Hinblick auf die Entwicklungsprognose, die marktverändernden Faktoren und die Zukunftsaussichten der Branche scheint die Bet-At-Home AG ein sicherer Hafen für Anleger zu sein. Erfahrene Investoren wissen jedoch, dass selbst die vermeintlich sicherste Anlegeoption ein gewisses Risiko birgt. Schließlich bleibt die Börse eine spekulative Umgebung. Aus diesem Grund spielt das Risikomanagement eine übergeordnete Rolle. Doch was bedeutet das?

Es ist immer von Vorteil, dass das Verlustrisiko maximal gestreut wird. Man verteilt quasi sein investiertes Kapital auf mehrere Unternehmen. Bedeutet im Umkehrschluss, dass nicht nur Aktien der Bet-At-Home AG erworben werden. Da immer mehr Glücksspielunternehmen an die Börse gehen, kann das persönliche Portfolio mit einer Vielzahl an unterschiedlichen Aktien aus der Branche bestückt werden. Wenn eines der Unternehmen rote Zahlen schreibt, können Gewinne von anderen Konzernen diese persönlichen Verluste als Anleger wieder ausgleichen. So verfügt man über eine gewisse Absicherung - eine Art Fangnetz.

Geduld ist der Schlüssel


Abschließend sollten sich Anleger darüber bewusst sein, dass Kurse an der Börse unter gewissen Umständen sehr sensibel reagieren können. Dringen z.B. branchenschädigende Informationen an die Öffentlichkeit, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass der Kurs der Bet-At-Home AG in den Keller geht. Davon dürfen sich Anleger jedoch nicht sofort abschrecken lassen. Es muss immer mit einer gewissen Weitsicht an die Dinge herangegangen werden. Aus diesem Grund ist Geduld einer der wichtigsten Eigenschaften bei Casinoaktien bzw. bei Aktien generell. (07.06.2021/fc/n/s)