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GAM-Chef räumt seinen Stuhl - Fondsnews


06.11.18 10:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Alexander Friedman, Vorstandschef des Schweizer Asset Managers GAM Group, tritt mit sofortiger Wirkung zurück, so die Experten von "FONDS professionell".

Friedman und der Verwaltungsrat seien "übereingekommen, dass es für GAM am besten ist, den nächsten Entwicklungsschritt des Unternehmens unter neuer Führung anzugehen", habe das Unternehmen mitgeteilt.

Friedman und GAM würden damit auf die heftige Kritik am Krisenmanagement im Nachgang der Affäre um Starmanager Tim Haywood reagieren. Der Asset Manager habe Haywood Ende Juli wegen Verstößen gegen interne Vorschriften suspendiert. Weil Anleger daraufhin in Scharen aus den Fonds geflohen seien, habe die Gesellschaft milliardenschwere Portfolios liquidieren müssen. Auch aus anderen GAM-Produkten zogen Investoren Geld en gros ab, die GAM-Aktie crashte, so die Experten von "FONDS professionell".

Medienberichten zufolge sei die Lage offensichtlich so ernst, dass der Asset Manager Teile seines Geschäfts zum Verkauf stelle. Forderungen nach Friedmans Demission seien in den vergangenen Monaten schon häufiger aufgekommen. Dem GAM-Papier habe die Personalie nur kurz geholfen: Der Titel sei an der Zürcher Börse im Plus gestartet, habe am späteren Vormittag aber wieder im Minus notiert. Seit Jahresbeginn habe die Aktie mehr als 60 Prozent verloren.

Die Führung des angeschlagenen Hauses übernehme nun interimistisch David Jacob, der seit April 2017 Mitglied des Verwaltungsrates der GAM Holding sei. Zugleich werde die Suche nach einem neuen Vorstandschef eingeleitet, heiße es in der Mitteilung. Jacob, Jahrgang 1964, sei von 2004 bis 2013 bei Henderson Global Investors in leitenden Funktionen tätig gewesen, unter anderem als Chief Investment Officer. Von 2014 bis 2016 habe er den britischen Investmentmanager Rogge Global Partners als Vorstandschef geführt, bis das Unternehmen von Allianz Global Investors übernommen worden sei.

"GAM steht vor wichtigen Entscheidungen, um das Unternehmen wieder für künftiges Wachstum auszurichten", lasse sich Hugh Scott-Barrett zitieren, der Präsident des Verwaltungsrats. "Alex Friedman und der Verwaltungsrat haben gemeinsam beschlossen, dass eine neue Führung besser in der Lage ist, die Schritte einzuleiten, die nötig sind, um die Profitabilität zu unterstützen und die Strategie der Gruppe voranzutreiben." Scott-Barrett betone, Friedman habe bei der Entscheidung, Haywood zu suspendieren, "die volle Unterstützung des Verwaltungsrates" gehabt. (06.11.2018/fc/n/p)