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Fondsneuheiten: Die wichtigsten Trends auf einen Blick - Fondsnews


06.08.18 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Fondsratingagentur Morningstar hat sich die Neuemissionen am europäischen Fondsmarkt im ersten Halbjahr 2018 genau angeschaut, so die Experten von "FONDS professionell".

Das Ergebnis: Mischfonds seien offenbar besonders gefragt, auch ESG-Produkte würden den Markt zunehmend prägen.

Aktien- und Mischfonds seien bei Anlegern in Europa offenbar besonders gefragt. Das zeige eine Analyse der Fondsratingagentur Morningstar, die sich die Neuemissionen von Publikumsfonds in Europa im ersten Halbjahr 2018 angeschaut habe. Demnach seien in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 1.106 Fonds neu auf den europäischen Markt gekommen, darunter 359 Mischfonds. In den Produkten hätten per Ende Juni 28,6 Milliarden Euro gesteckt. "Das ist ein Spiegelbild der hohen Nachfrage von Investoren in Europa seit der Finanzkrise. Man vertraut immer mehr auf die Asset-Allocation-Fähigkeiten des Fondsmanagers seines Vertrauens", erkläre Ali Masarwah, Analyst bei Morningstar.

Fondsanbieter hätten ähnlich viele Aktienfonds auf den Markt gebracht, nämlich 340 an der Zahl. Sie würden auf ein verwaltetes Gesamtvermögen von 29,5 Milliarden Euro kommen. 241 neue Anleihefonds hätten 28,7 Milliarden Euro Kapital angezogen. Laut Morningstar-Analyse ähnele der Trend bei den Neuemissionen dem des Vorjahres: Im ersten Halbjahr 2017 seien 355 Aktienfonds und 267 Rentenfonds neu auf den Markt gekommen. Allerdings hätten sie deutlich mehr Kapital angezogen als die Neuheiten 2018.

So beliebt Mischfonds seien, so teuer seien sie auch. Die neuemittierten Fonds in Europa würden auf durchschnittliche jährliche Kosten von 1,08 Prozent im Jahr kommen, Mischfonds lägen mit Gebühren von im Schnitt 1,42 Prozent deutlich darüber. Mit reinen Aktien- und Rentenfonds würden Anleger billiger wegkommen: Die laufenden Kosten lägen bei Aktienfonds dagegen bei 0,99 Prozent, bei neuen Rentenfonds würden im Schnitt 0,62 Prozent an jährlichen Gebühren fällig. "Ein Vergleich zum Vorjahrestrend zeigt, dass die neuen Fonds im Schnitt günstiger geworden sind", sage Masarwah.

Die Bedeutung alternativer Fonds habe im ersten Halbjahr 2018 gegenüber dem Vorjahreszeitraum nachgelassen, zeige die Morningstar-Analyse. Während in den ersten sechs Monaten 2017 noch 118 alternative Portfolios das Licht der Welt erblickt hätten, seien es im laufenden Jahr nur 94 gewesen. Sie hätten bislang nur 6,7 Milliarden Euro angezogen - deutlich weniger als im Vorjahr, als die neuen alternativen Fonds 12,2 Milliarden Euro auf sich vereint hätten.

Nachhaltigkeit scheine bei Investoren dagegen eine immer größere Rolle zu spielen. Im ersten Halbjahr seien 83 neue Produkte mit ESG-Mandat auf den Markt gekommen, im Jahr 2017 seien es noch 66 gewesen. Die neuen Nachhaltigkeitsprodukte hätten per Ende Juni ein Vermögen von knapp 3,7 Milliarden aufgewiesen. Die meisten ESG-Fonds seien reine Aktienfonds. Auf Platz zwei würden Mischfonds folgen, die nach ESG-Kriterien anlegen würden. Entgegen der Vermutung vieler Beobachter seien die ESG-Produkte günstiger als viele andere herkömmliche Fonds: Für neue ESG-Mischfonds würden Gebühren von durchschnittlich 1,23 Prozent anfallen.

Die meisten Neu-Fonds mit ESG-Profil hätten ihren Auftrag erfüllt, sage Masarwah: "Die neuen ESG-Fonds kommen auf überdurchschnittliche Werte mit Blick auf die Portfolio- Environmental-, Portfolio-Social- und Portfolio-Governance-Scores." Das habe den Produkten ein durchschnittliches Morningstar Sustainability Rating von 3,7 Globen beschert. "Viele der neuen Fonds sind jedoch noch im Aufbau und haben noch kein Rating", sage Masarwah.

Passive Neuemissionen lägen trotz des ETF-Booms in etwa auf Vorjahresniveau. Indexfonds würden 8,5 Prozent der Neuauflagen ausmachen. Laut Morningstar liege das im Rahmen des Marktüblichen, denn der zahlenmäßige Anteil von Indexfonds am europäischen Fondsmarkt belaufe sich auf rund zehn Prozent. Auch im Vorjahreszeitraum habe die Indexfonds-Quote in etwa auf demselben Niveau gelegen. Allerdings würden Indexfonds wesentlich mehr Kapital anziehen als im Vorjahr: Das verwaltete Vermögen der neuen Indexfonds habe sich im ersten Halbjahr auf satte 25 Prozent des gesamten Neuemissionsvolumens belaufen.

"Die Marktübersicht zeigt: Beim Indexfondsgeschäft geht es um Masse", sage Analyst Masarwah. Es deute sich bereits kurz nach der Auflage der Fonds an, dass aktiv verwaltete Fonds es oft schwer hätten, auf ein nennenswertes Vermögen zu kommen. "Im Schnitt hatten neue, aktiv verwaltete Fonds zum Halbjahr ein durchschnittliches Vermögen von gut 73 Millionen Euro, der durchschnittliche Indexfonds bringt es auf knapp 280 Millionen Euro." Das könne dazu führen, dass viele Fonds nach einer Weile wieder vom Markt verschwinden würden. "Auch das ist ein Grund für die Schnelllebigkeit der Branche", so Masarwah. (News vom 03.08.2018) (06.08.2018/fc/n/s)