Erweiterte Funktionen

Fondsbarometer: Turnaround in den Schwellenländern - Fondsnews


06.08.18 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Ein deutlicher Stimmungsumschwung bescherte einigen Emerging Markets im Juli schöne Wertzuwächse, wie das aktuelle Fondsbarometer von "FONDS professionell" zeigt, so die Experten von "FONDS professionell".

"...man darf daher nicht übersehen, dass an den Finanzmärkten positive Überraschungen keineswegs seltener sind als negative", so habe der letzte Satz im Fondsbarometer des Vormonats geendet, in dem unterm Strich eine ernüchternde Halbjahresbilanz zu ziehen gewesen sei. Und auch der weitere Ausblick schien für Aktienfondsbesitzer nicht eben berauschend zu sein, so die Experten von "FONDS professionell". Ein von den USA ausgehender Handelskrieg zähle definitiv nicht zu den Wunschszenarien von Investoren. Aber schon knapp vier Wochen später erweise sich der Hinweis bezüglich möglicher positiver Überraschungen als richtig.

Am stärksten hätten dabei einige ausgewählte Schwellenländer zugelegt, die in der Übersicht der Experten mit den Juni-Daten noch ganz unten zu finden gewesen seien. Wie habe das passieren können? Die Gefahr steigender US-Zinsen mit anziehendem US-Dollar sowie internationale Handelsbeschränkungen seien laut Lehrbuch eigentlich Gift für Schwellenländer.

Die von Investmenthäuser gelieferten Erklärungen würden im Kern so lauten: Die Trump-Administration klinge inzwischen wesentlich moderater, was das Thema Zölle betreffe. Sowohl mit Europa als auch mit vielen Schwellenländern suche man das Gespräch mit dem langfristigen Ziel, den globalen Handel insgesamt zu vereinfachen. Die Sorgen bezüglich einer Verschärfung eines weltweiten Handelskriegs seien aber in den Kursen der Emerging-Market-Aktien längst eingepreist gewesen, sodass schon eine geringfügige Verbesserung der Aussichten steigende Kurse bewirken könne.

Als weiterer Faktor für das gute Abschneiden vieler Schwellenländer werde die Annahme genannt, dass die US-Notenbank in den kommenden Monaten nicht wie bisher vermutet damit beginnen dürfte, ihre Bilanz monatlich um 50 Milliarden US-Dollar zu verkleinern. Diese Maßnahme würde mit hoher Wahrscheinlichkeit die kurzfristigen Zinsen und den US-Dollar steigen lassen - beides wäre schlecht für Emerging Markets.

Brasilien habe davon als größtes Exportland Südamerikas am stärksten profitiert. Fonds, die dort investieren würden, hätten im Juli fast elf Prozent zugelegt. Ähnlich gut sei es für Lateinamerika-Fonds gelaufen, deren größte Gewichtung in Brasilien liege, sie seien fast zehn Prozent teurer geworden. Auffallend gut hätten auch Thailand, Indien und Russland abgeschnitten.

Deutschland (inklusive Nebenwerte) und Österreich finde man ebenfalls unter den besten zehn Marktsegmenten im Juli. Auch hierfür seien es Gespräche zwischen den USA und der EU gewesen, die von den Kontrahenten als "positiv" bezeichnet worden seien, die für Fantasie gesorgt hätten. Allerdings würden etliche führende Investmenthäuser darauf hinweisen, dass die Situation trotz dieser jüngsten Entspannung heikel bleibe.

Insgesamt sei der Juli ein guter Monat für Aktienfondsanleger gewesen: Nur neun von 57 Kategorien hätten ihn mit einem Verlust beendet. Mehrheitlich habe es sich dabei um asiatische Märkte gehandelt. Vor allem für China, für das die Handelspolitik der USA inzwischen ersten Berichten zufolge bereits reale Auswirkungen zeige, habe zuletzt für Anleger weiter an Attraktivität verloren. Anfang August hätten die chinesischen Börsen sogar ihren Status als zweitgrößter Aktienmarkt der Welt eingebüßt, nun sei das 2014 von China überholte Japan wieder die Nummer zwei hinter den USA.

Fonds, die in China investieren würden, seien zuletzt auf Ein-, Drei- und Sechsmonatssicht unter den zehn schlechtesten Kategorien geblieben. Für Anleger, die in China investiert seien und die nun langsam nervös würden, könne man nur an die eingangs erwähnte Chance auf positive Überraschungen verweisen - es sei wahrscheinlich, dass man in 15 Jahren diese jüngste Schwäche chinesischer Aktien auf langfristigen Charts kaum mehr erkennen werde.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das FONDS professionell-Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der Aktienfondsindizes von Mountain-View gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang September. (06.08.2018/fc/n/s)