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Fondsbarometer: Asien startet (wieder einmal) durch - Fondsnews


06.11.17 12:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Die Siegerliste der ertragsstärksten Aktienfonds im Oktober wird mehrheitlich von asiatischen Märkten dominiert, wie das aktuelle "FONDS professionell"-Fondsbaromter zeigt, so die Experten von "FONDS professionell".

Kurz nach der Jahrtausendwende sei wiederholt das "asiatische Jahrhundert" ausgerufen worden. Japan und vor allem China sollte die Zukunft gehören, der Westen könnte den Anschluss verlieren, sei orakelt worden. Sehe man sich die ersten 18 Jahre des Jahrhunderts an, werde deutlich, dass - gemessen an den führenden Aktienindices - bisher noch nicht viel von einer solchen Divergenz zu bemerken sei. Der DAX müsse sich seit Anfang 2000 nur dem hochvolatilen Shanghai A-Index geschlagen geben (chinesischen Inlandsaktien), S&P 500, Hang Seng und NASDAQ Composite lägen etwas dahinter, einzig Japans Nikkei 225 blicke auf 18 mehr oder weniger ertragslose Jahre zurück.

Allerdings würden die Indexkurven dabei alles andere als gleich verlaufen, die Schwankungsbreite des Shanghai A und des Hang Seng sei signifikant höher als jene der westlichen Indices. Daraus könnte man ableiten, dass sie im Fall einer neuen Haussephase DAX, Dow & Co. kurzfristig sehr rasch weit hinter sich lassen könnten. Interessant sei das zwar nur für Anleger, die das Risiko von Timing-Versuchen eingehen würden, für die könnte sich aber derzeit eine neue Möglichkeit auftun.

Denn sehe man von drei Branchen (Neue Energien, IT und Wasser) ab, dann sei der Oktober 2017 ein Monat der asiatischen Märkte gewesen. Auch hinter den Top 10 würden sich fernöstliche Fondsgruppen wie "Japan Small Caps", Asien/Pazifik", "Taiwan" und auch "Asien/Pazifik ohne Japan" tummeln. Auf Platz Eins finde man den Index, der sich aus den 27 China-Fonds in dieser Statistik errechne. Im Mittel hätten diese Fonds den Oktober 7,29 Prozent teurer beendet als den September, womit sich die Wertsteigerung im Jahresvergleich auf mehr als 37,5 Prozent erhöhe. Ähnlich würden die Werte der Fonds aussehen, die in "Großchina" investieren würden, was heiße, dass sie auch an den Börsen in Taiwan und Hongkong anlegen würden.

Profiteure dieser günstigen Entwicklung seien naturgemäß auch alle breiter aufgestellten Fonds, die in Asien (mit oder ohne Japan und pazifische Märkte) anlegen würden. Als Auslöser des positiven Trends hätten Marktbeobachter Ende Oktober den positiven wirtschaftlichen Trend in China, das der Wachstumsmotor der Region sei, ausgemacht. Vor allem sehr optimistische Schätzungen bezüglich der Entwicklung der Unternehmensgewinne habe zuletzt Rückenwind verliehen. Auf der Negativseite bleibe die Bedrohung durch Nordkorea, die zwar bis zuletzt nicht sehr ernst genommen worden sei, aber dennoch jederzeit für Irritationen sorgen könnte.

In der monatlichen Übersicht der Experten würden Pharma- und Biotech-Fonds neuerdings getrennt dargestellt und anlässlich dieses Debüts würden sie sich gleich am unteren Ende der Liste wiederfinden. Biotechnologie-Fonds hätten im Oktober einen Monatsverlust von mehr als vier Prozent erlitten, lägen im Jahresrückblick aber immer noch mehr als 22 Prozent im Plus. Ebenfalls unter den Flop-10 würden sich Brasilien und Russland einreihen, was verständlich werde, wenn man sehe, dass auch Rohstoffe und Edelmetalle im Oktober nicht vom Fleck gekommen seien.

Mit einem Monatsplus von 2,7 Prozent habe sich das Ein-Jahres-Ergebnis aller in dieser Statistik erfassten Fonds auf 18,79 Prozent verbessert, womit die Fünf-Jahres-Performance auf 66,16 Prozent steige. Es sei also nicht wirklich so, dass man "keine Zinsen" mehr bekomme, man dafür allerdings vom Sparbuch wegbewegen.

"FONDS professionell" bringe seit Juli 2014 monatlich das FONDS-professionell-Fondsbarometer - eine Performanceübersicht der FIAP-Aktienfonds-Indices gereiht nach ihrer Monatsperformance. Daraus werde ersichtlich, welche Fonds gerade "Rückenwind" hätten und welche unter Kursverlusten leiden würden. Damit daraus eine brauchbare Information werde, zeige die Darstellung auch, wie diese Fondskategorien (Länder, Regionen, Branchen und Themen) über andere Zeiträume abgeschnitten hätten - 1 Monat, 3 Monate, 6 Monate, 1 Jahr, 3 Jahre sowie über 5 und 10 Jahre. Die jeweils zehn stärksten und zehn schwächsten Ergebnisse seien farblich hervorgehoben.

Das nächste Fondsbarometer erscheine Anfang Dezember. (06.11.2017/fc/n/s)