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Fidelity Investments legt kostenlose Fonds auf - Fondsnews


03.08.18 13:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Fidelity Investments prescht in seinem Heimatmarkt USA mit einem Angebot vor, das Anleger eigentlich nicht ablehnen können, so die Experten von "FONDS professionell".

Der Asset Manager biete ab sofort zwei Indexfonds für Privatkunden an, die keine Gebühren erheben und kein Mindestinvestment vorsehen würden. Die beiden Portfolios hätten die Null-Gebühren auch im Namen: Der Fidelity Zero Total Market Index Fund bilde die Entwicklung von rund 2.500 US-Aktien ab. Der Fidelity Zero International Index Fund umfasse die Aktien großer, kleiner und mittlerer Unternehmen aus anderen Industrienationen.

"Fidelity schreibt die Regeln für Investments wieder einmal neu", so Kathleen Murphy, Präsidentin des Privatkundenbereiches des Asset Managers, der ausschließlich auf dem Heimarmarkt aktiv sei. Kostenlose Indextracker - die beiden Fidelity-Fonds seien keine börsennotierten Indexfonds (ETF) - würden Kunden bei keiner anderen Gesellschaft finden.

In der Tat: Auch Mitbewerber wie Vanguard und Charles Schwab böten kostengünstige Indexfonds an, aber keine ohne Gebühren. Die beiden Vermögenverwalter würden für US-Indextracker nach Angaben von Fidelity immer noch Entgelte zwischen 0,14 und 0,03 Prozent der Investmentsumme verlangen. Allianz Global Investors habe im vergangenen September einen Testballon gestartet und die Gebühren für Indexfonds auf US-Indices auf 0,05 Prozent gesenkt. Allerdings werde eine Erfolgsvergütung fällig, wenn das Portfolio einen Mehrertrag gegenüber dem Vergleichsindex erwirtschafte.

Fidelity biete die beiden Fonds nur auf der hauseigenen Brokarage-Plattform an. Die Kontoeröffnung und der Handel mit den Produkten seien ebenfalls kostenlos. Wenn Kunden aber andere Portfolios als diese beiden kaufen und verkaufen möchten, würden Gebühren fällig. Dieser Fakt könnte auch eine Erklärung für das Angebot liefern: Der Nachrichtenagentur Bloomberg könnte Fidelity die Fonds sowie andere Indexprodukte, deren Preise ebenfalls reduziert worden seien, als "Lockangebote" nutzen, um Investoren für profitablere Geschäfte wie Finanzberatung und teurere aktive Instrumente zu gewinnen. Zudem lotse die US-Gesellschaft Anleger auf ihre Brokerage-Plattform, um dann am Handel mit den Produkten anderer zu verdienen.

Es gebe noch zwei andere Gründe für den Schritt: Die Aktion sei eine gute Werbung für Fidelity. Das Haus positioniere sich damit im Preiskampf um passiven Produkten. Denn die Gesellschaft kämpfe mit einer Reihe von Problemen, die sie unter anderem mit dem Eintritt ins Geschäft mit passiven Produkten zu lösen suche. Hier gebe es aber mit Vanguard und Blackrock starke Konkurrenz.

Außerdem könne der Vermögensverwalter dem "Handelsblatt" zufolge die Aktien in den Fonds an sogenannte Leerverkäufer verleihen und bekomme dafür Gebühren. Für die Verleiher lohne sich das Geschäft wegen der geringen Gebühren nur in großem Stil. Das könnte Fidelity aber gelingen.

Europäische Anleger würden von dem neuen Angebot nicht profitieren. Wie das "Handelsblatt" berichte, habe Fidelity International nach Angaben einer Sprecherin keine Pläne für Indexfonds ohne Gebühren in der Schublade. (03.08.2018/fc/n/n)