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ETF-Nutzer nehmen ihre Finanzen in die eigenen Hände - ETF-News


01.06.21 11:52
VanEck

Frankfurt am Main (www.fondscheck.de) - Von wegen ETFs (Exchange Traded Funds) sind nur eine passive Geldanlage: ETF-Anleger in Deutschland zeigen sich einer Online-Umfrage des Asset Managers VanEck zufolge deutlich aktiver und emanzipierter bei Finanzthemen als Anleger, die nur in klassische Investmentfonds investieren, so die Experten von VanEck.

Für die Umfrage habe VanEck Ende 2020 über das Umfrageinstitut Nielsen in Deutschland, Italien und dem Vereinigten Königreich jeweils rund 500 Personen ab 20 Jahren befragt, die in Investmentfonds oder ETFs investieren würden.

Wie die Umfrage zeige, würden Anleger in Deutschland, die ETFs nutzen würden oder zumindest damit vertraut seien, ihre Geldanlage deutlich selbstständiger durchführen. Nach eigenen Angaben würden dabei 69 Prozent von ihnen einen Onlinebroker nutzen und ihre Anlageentscheidungen selbst treffen. Lediglich 26 Prozent würden noch auf die Unterstützung oder Beratung durch einen Bankberater zurückgreifen. Die Befragten, die sich wenig oder gar nicht mit ETFs auskennen würden, würden hingegen zu 55 Prozent auf den Bankberater setzen und ihre Investitionen nur zu 31 Prozent selbstständig über einen Onlinebroker durchführen.

"Die Umfrage zeigt, wie gut ETFs geeignet sind, die individuelle Geldanlage zu demokratisieren und Privatanleger als Akteure auf dem Finanzmarkt zu emanzipieren", sage Martijn Rozemuller, Europachef bei VanEck. "Anleger in Deutschland, die sich mit ETFs beschäftigen, treffen ihre Anlageentscheidungen grundsätzlich selbstständiger und zeigen auch bei der Informationsbeschaffung mehr Eigeninitiative."

So informiere sich der Großteil der Anleger mit ETF-Kenntnissen selbstständig, etwa über Finanz- und Spezial-Websites (39 Prozent) oder Websites von Finanzdienstleistern (37 Prozent), und würden nur noch zu 14 Prozent auf Finanz- und Anlageberater setzen - ganz im Gegensatz zu den Befragten ohne ETF-Kenntnisse, bei denen Letzteres noch bei 31 Prozent der Fall sei.

Im Vereinigten Königreich und in Italien hingegen zeige sich ein deutlich anderes Bild: Während in UK nur 42 Prozent derjenigen, die sich mit ETFs auskennen würden, einen Onlinebroker nutzen würden, seien es in Italien sogar nur 21 Prozent. Ganze 66 Prozent von ihnen würden in Italien noch auf die Beratung und/oder Entscheidung eines Bankberaters zurückgreifen, im Vereinigten Königreich immerhin noch ganze 42 Prozent.

Auch bei den Zielen der individuellen Geldanlage gebe es zwischen den drei Ländern große Unterschiede: Liege in Deutschland bei den Befragten vor allem sowohl der Vermögensaufbau (30 Prozent) als auch die eigene Altersvorsorge (28 Prozent) vorne, sei in UK das Thema Altersvorsorge mit 37 Prozent das mit Abstand wichtigste Ziel. In Italien hingegen möchten die Befragten ihr Geld in erster Linie als Vorsorge für schlechte Zeiten anlegen (20 Prozent). Altersvorsorge und Vermögensaufbau seien hier nur für jeweils 13 Prozent der vorrangige Anlagegrund.

"In Deutschland scheinen ETFs außerdem ein guter Einstieg für Anleger in die Welt der Börse zu sein", sage Rozemuller. "Wer sich mit ETFs beschäftigt, oder sogar schon in welche investiert, interessiert sich deutlich mehr auch für andere Assetklassen. Auch wenn ETFs allgemein als "passiv" gelten - ihre Nutzer sind es nicht."

So hätten ganze 69 Prozent der Befragten mit ETF-Kenntnissen auch Einzelaktien im Depot (gegenüber 42 Prozent der Fondsanlegern ohne ETF-Wissen), 19 Prozent seien bereits in Kryptowährungen investiert (gegenüber 7 Prozent bei den Anlegern klassischer Fonds). Kryptowährungen als künftige Investition vorstellen könnten sich ganze 20 Prozent der befragten ETF-Kenner, bei denen ohne ETF-Wissen seien es nur 9 Prozent. Ähnlich stark seien die Unterschiede bei Anlageklassen wie ETCs (25 vs. 10 Prozent) und Zertifikaten und Optionsscheinen (25 vs. 11 Prozent). (01.06.2021/fc/n/e)