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Diese Fondsgruppen sind die Absatzrenner des ersten Semesters - Fondsnews


04.07.18 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Sprintstark oder fußlahm? "FONDS professionell" hat wieder gecheckt, wie sich das Mittelaufkommen ausgewählter Fondsgruppen in den letzten Monaten entwickelt hat - und zeigt die Ergebnisse, so die Experten von "FONDS professionell".

Nordamerika hui, Europa pfui: So lasse sich die jüngste Fondsmanager-Umfrage der Bank of America Merrill Lynch zusammenfassen. Im Rahmen der monatlichen Befragung hätten die interviewten Portfolioverwalter angegeben, die USA derzeit zu favorisieren. Die Eurozone und Emerging Markets hätten hingegen nicht in der Gunst der Fondsprofis gelegen.

Das möge an den derzeitigen Risiken liegen, die die Fondsmanager ausmachen würden: Demnach würden sich die Umfrageteilnehmer neben einem drohenden Handelskrieg vor allem vor Fehlern bei den Entscheidungen der Europäischen Zentralbank sorgen.

Auch anhand der jüngsten Mittelzu- und -abfluss-Statistik des Fondsdatenbankanbieters Mountain View würden sich die Tendenzen der Portfolioverwalter ablesen lassen. In den vergangenen Monaten hätten sich die Geldströme hin zu Euroland-Aktienfonds und ihren Pendants aus den Schwellenländern deutlich verringert. Emerging-Markets-Portfolios hätten dabei in den vergangenen beiden Monaten gar Abflüsse in der Höhe von drei Milliarden Euro hinnehmen müssen. Was die nordamerikanischen Aktienfonds betreffe, scheine das Gros der Anleger der Fondsgruppe nach jahrenlangen Abflüssen noch keine Trendwende zuzutrauen: Investoren hätten hier knapp zwei Milliarden Euro abgezogen.

Top oder Flop? So hätten sich die Fondskategorien in den vergangenen sechs Monaten entwickelt:

Aktienfonds Emerging Markets
Schwellenländer-Aktienfonds hätten sich seit 2016 großer Beliebtheit erfreut. Doch in den vergangenen beiden Monaten habe sich die Popularität deutlich eingetrübt: Drei Milliarden Euro seien aus der Fondsgruppe abgezogen worden. Über das gesamte Jahr betrachtet, seien Emerging-Markets-Aktienfonds aber trotzdem über vier Milliarden Euro zugeflossen.

Aktienfonds Japan
Aus japanischen Aktienfonds seien seit Jahresbeginn 217 Millionen Euro gespült worden. Dass das Minus unterm Strich nicht dicker ausfalle, sei vor allem dem Juni zu verdanken: Mit 3,5 Milliarden Euro habe die Fondskategorie die höchsten Zuflüsse seit November 2011 verzeichnet.

Aktienfonds Euroland
Im vergangenen Jahr hätten Investoren bei Euroland-Aktienfonds kräftig zugegriffen. Knapp 5,7 Milliarden Euro seien 2017 in die Fondsklasse gesteckt worden. Auch das erste Halbjahr 2018 sei mit einem Plus von 3,6 Milliarden Euro nicht schlecht verlaufen. Allerdings hätten sich die Zuflüsse in den vergangenen Monaten deutlich verringert und im Juni schließlich ganz ins Minus gedreht.

Aktienfonds Europa
Europa-Aktienfonds würden derzeit zu den verschmähten Fondsgruppen zählen. Knapp elf Milliarden Euro seien seit Jahresbeginn aus europäischen Aktienfonds abgezogen worden. Im Jahr 2017 hätten im Vergleich dazu immerhin noch 934 Millionen Euro eingesammelt werden können.

Aktienfonds Nordamerika
Während Europa-Aktienfonds wenigstens 2017 noch Gelder hätten einsammeln können, sehe es bei den nordamerikanischen Pendants weitaus schlechter aus. Seit 2015 seien knapp 44 Milliarden Euro aus dieser Fondsgruppe geströmt. Auch 2018 sei bisher nicht vielversprechend verlaufen.

Aktienfonds China
Chinesische Aktienfonds würden dafür neue Absatzrekorde feiern. Im Januar seien über 800 Millionen Euro in die Fondskategorie gespült worden - das sei der höchste Wert seit 2008, so lange reiche die Statistik von Mountain View zurück.

Aktienfonds global
Breit gestreute, globale Aktien-Portfolios hätten im Februar Abflüsse hinnehmen müssen, insgesamt blicke die Fondsgruppe aber auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück: 9,7 Milliarden Euro seien in globale Aktienfonds gesteckt worden.

Aktienfonds gesamt
Insgesamt hätten Aktienfonds seit Jahresbeginn 9,8 Milliarden Euro eingesammelt. Allerdings seien die vergangenen drei Monate von Abflüssen geprägt gewesen.

Anleihenfonds Unternehmen
Rentenfonds, die in Unternehmensanleihen investieren würden, würden seit November von den Anlegern gemieden. Auch im neuen Jahr habe sich daran nichts geändert. Im ersten Semester habe die Fondskategorie Rekordabflüsse von 24,7 Milliarden Euro verbucht.

Anleihenfonds gemischt
Nach den Absatzerfolgen im Jahr 2017 - zur Erinnerung: gemischte Bondfonds hätten 93 Milliarden Euro eingesammelt - würden Anleger ihre Gelder wieder aus der Fondsgruppe abziehen. Insgesamt seien seit Jahresbeginn sieben Milliarden Euro aus gemischten Anleihen-Portfolios geströmt.

Anleihenfonds gesamt
Bondfonds dürften in diesem Jahr wohl keine neuerlichen Absatzrekorde feiern. Abgesehen vom Januar seien aus dieser Fondskategorie kontinuierlich Gelder abgezogen worden. Insgesamt seien es im ersten Halbjahr 33,9 Milliarden Euro gewesen.

Mischfonds
Auch wenn Mischfonds weiterhin Zuflüsse verzeichnen würden, die Geldströme hätten sich im Jahresverlauf deutlich verlangsamt. Seien es im Januar noch 8,9 Milliarden Euro gewesen, die Investoren der Fondsgruppe anvertraut hätten, seien es im Juni nur noch 836 Millionen Euro gewesen. (News vom 03.07.2018) (04.07.2018/fc/n/s)