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Darum hat GAM Milliardenmanager Tim Haywood suspendiert - Fondsnews


07.08.18 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Schweizer Vermögensverwalter GAM bemüht sich weiter um Transparenz in der Causa Tim Haywood, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Gesellschaft habe daher eine Internetseite eingerichtet, auf der Kunden und Investoren die aktuellsten Bekanntmachungen zu dem Thema finden könnten. Die Seite solle laufend aktualisiert werden, habe der Anbieter mitgeteilt.

Der Asset Manager kämpfe im Moment mit den Auswirkungen der Beurlaubung des prominenten Portfoliomanagers, der die Absolute-Return-Bond-Strategien mit uneingeschränktem Anlageansatz (ARBF) des Hauses verantwortet habe. GAM werfe Haywood vor, beim Risikomanagement sowie den Dokumentationspflichten nicht gemäß den Vorgaben der Gesellschaft gehandelt zu haben. Zwar betone die Fondsgesellschaft, dass kein Schaden für Anleger entstanden sei und dass sie nicht gegen weitere Mitarbeiter ermittele. Dennoch wollten so viele Investoren aus den von Haywood verantworteten Fonds flüchten, dass GAM sich gezwungen gesehen habe, die Portfolios einzufrieren, damit den verbleibenden Anlegern kein Schaden entstehe.

Die Internetseite enthalte keine grundlegend neuen Informationen, aber doch einige interessante Details. So solle Haywood bei der Auswahl bestimmter Assets nicht sorgfältig genug vorgegangen sein oder zumindest seine Entscheidungen nicht ausreichend dokumentiert haben. GAM betone aber, dass nicht in Titel investiert worden sei, die laut Fondsrichtlinien verboten seien.

Ferner habe der Portfoliomanager interne Richtlinien verletzt und bestimmte Verträge alleine unterschrieben, obwohl die Signatur einer zweiten Person vorgeschrieben gewesen sei. Bislang nicht bekannt war, dass Haywood vorgeworfen wird, die Unternehmensrichtlinien für Geschenke nicht eingehalten zu haben und Präsente ohne vorhergehende Erlaubnis angenommen zu haben, so die Experten von "FONDS professionell". Ferner solle er seine persönliche Email-Adresse für geschäftliche Zwecke genutzt haben.

Zum Rücknahmestopp für die Haywood-Fonds führe GAM aus, dass es keine Liste mit Anlegern gebe, die bei der Auszahlung ihrer Anteile bevorzugt behandelt würden. Der Asset Manager stelle klar, dass alle Investoren, die zum 31. Juli Anteilscheine an den Portfolios gehalten hätten und deren Rückgabe ab dem 1. August bis Ende des Ausgabestopps beantragt hätten, gleich behandelt würden. Interessant sei aber, dass die Rücknahmeforderungen insgesamt zehn Prozent der gesamten Fondsvolumina ausmachen würden. GAM habe sich dazu bislang nicht geäußert. Sollte es zu einer Liquidierung kommen, würden alle Anleger in bar ausbezahlt.

Mögliche Neuigkeiten würden aber von der "Times" kommen: Die britische Zeitung berichte auf ihrer Internetseite, dass Wertpapierhändler von GAM noch vor dem 31. Juli, als die Ermittlungen gegen Haywood publik geworden seien, versucht hätten, Assets aus den betroffenen Absolute-Return-Fonds zu verkaufen. GAM habe sich gegenüber der "Times" nach deren Darstellung nicht geäußert. (07.08.2018/fc/n/s)