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China öffnet Tor für ausländische Asset Manager weiter - Fondsnews


06.08.18 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Der Weg für Fondsgesellschaften nach China war bislang verschlungen und mit Hürden versperrt, so die Experten von "FONDS professionell".

Doch nun habe die Regierung im Zuge ihres Öffnungskurses einen weiteren Stein aus dem Weg geräumt. Nunmehr dürften ausländische Anbieter bei einem Joint Venture mit einem einheimischen Haus 51 Prozent der Anteile übernehmen. Bislang hätten fremde Asset Manager maximal 49 Prozent an einem Gemeinschaftsunternehmen halten dürfen.

Dies dürfte weitere Interessenten locken, die den verheißungsvollen Markt im Reich der Mitte beliefern wollten. Viele Fondsanbieter habe die Beschränkung auf eine Minderheitsbeteiligung bislang von einem Einstieg abgehalten. "Viele internationale Fondshäuser bevorzugen ein Mehrheitsengagement, da sie eine größere Kontrolle über das Geschäft und strategische Entscheidungen ausüben wollen", sage Ye Kangting, Analystin bei dem auf die Asset-Management-Industrie spezialisierten Researchgesellschaft Cerulli Associates.

"Globale Manager erhalten nun mehr Spielraum, Gemeinschaftsunternehmen zu gründen oder kleinere, chinesische Anbieter aufzukaufen, die damit ringen, ihr verwaltetes Vermögen und ihre Erträge zu steigern", erläutere Ye. Allerdings werde es ausländischen Managern, die bereits ein Joint Venture eingegangen seien, schwer fallen, ihren Anteil auf die Mehrheit auszuweiten. Dies gelte insbesondere für die Fondstöchter der Banken. "Banken haben die Macht, solche Bestrebungen abzuwehren", erläutere Ye.

Der chinesische Markt berge enormes Potenzial. Die dortige Fondsindustrie sei erst im Entstehen begriffen. Allerdings öffne sich das Land nur langsam für externe Manager. So dürfe etwa eine Handvoll der in Hongkong zum Vertrieb zugelassenen Fonds seit gut drei Jahren auch auf dem chinesischen Festland verkauft werden. Ebenso lange dürften ausländische Anbieter im Rahmen des "Wholly Foreign-Owned Enterprise"-Programms (WFOE) eigene Ableger in der Volksrepublik gründen, wenngleich unter Einschränkungen. Peking habe zudem zeitweilig die Öffnung wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten des Landes ausgesetzt.

So habe etwa Fidelity erst vergangenes Jahr die Lizenz als ausländischer Asset Manager erhalten und zu Jahresbeginn die ersten Fonds für Festlandchina aufgelegt. Neben Fidelity seien weitere westlicher Anbieter in der Volksrepublik aktiv, so etwa J.P. Morgan Asset Management, BlackRock oder Allianz Global Investors und die DWS. Auch der zentrale Fondsanbieter der deutschen Genossenschaftsbanken, Union Investment, mische über ein Joint Venture im Reich der Mitte mit. Zudem habe Hauck & Aufhäuser angekündigt, Fonds in China vertreiben zu wollen. Die Bank sei von dem chinesischen Konglomerat Fosun übernommen worden. (06.08.2018/fc/n/s)