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Branchenkenner: Dachfonds sind besser als viele denken - Fondsnews


03.11.17 13:39
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Dachfonds schneiden nicht schlechter ab als ihre direkt anlegenden Pendants, so die Experten von "FONDS professionell".

Zu diesem Schluss komme Michael Klimek, Gründer und Geschäftsführer der Beratungsgesellschaft Klimek Advisors. "Die Generalkritik am Dachfonds, dieser sei zu teuer und könne deshalb per se nur schlechter als direkt anlegende Fonds performen, beherrscht seit langem die öffentliche Meinung", schreibe Klimek in einer Analyse.

Daher sei er der Frage nachgegangen, ob vermögensverwaltende Dachfonds gegenüber entsprechenden Nicht-Dachfonds tatsächlich oder nur mutmaßlich Performancenachteile für den Anleger mit sich bringen würden. Dafür hätten Klimek und sein Team für die in Deutschland vertriebenen Portfolios hauptsächlich das Verhältnis aus Risiko und Rendite (Sharpe-Ratio) sowie die Höhe der maximalen Verluste und die Dauer der Verlustphasen seit 2006 in quartalsweise rollierenden Dreijahreszeiträumen untersucht.

"Das Ergebnis unserer Analyse lässt sich in zwei Phasen einteilen", erläutere Klimek. Bis 2011 würden Dachfonds tatsächlich ihren direkt anlegenden Pendants hinterherhinken. "Seit Ende 2011 gibt es keine signifikanten Performance-Unterschiede mehr zwischen vermögensverwaltenden Dachfonds und Nicht-Dachfonds", halte Klimek fest, der auch Geschäftsführer der Vermögensverwaltung Euroswitch sei, die selbst Dachfonds auflege.

Das schwache Abschneiden in den Jahren 2006 bis 2011 erkläre der ehemalige INVESCO-Deutschland-Geschäftsführer damit, dass diese Gattung erst seit 1998 zugelassen und das Sortiment zu Beginn entsprechend klein gewesen sei. Von 2001 bis 2011 habe sich die Zahl der Dachfonds dann aber auf mehr als 600 verdreifacht.

Außerdem hätte die Einführung der Abgeltungsteuer 2009 den Dachfonds-Absatz beflügeln können, wäre diese Phase nicht in die Zeit der Finanzkrise gefallen. Daher hätten längst nicht so viele Sparer zu diesen Produkten gegriffen, obwohl deren größter Vorteil darin bestehe, dass bei Umschichtungen innerhalb des Dachportfolios keine Abgaben anfallen würden.

Vor diesem Hintergrund halte Klimek den ausschließlichen Fokus auf die Gesamtkostengröße für die Beurteilung von Dachfonds für ungeeignet. "In der Nachkostenbetrachtung präsentieren sich Dachfonds als legitime und im Schnitt nicht minder erfolgreiche Ausprägung einer vermögensverwalterischen Dienstleistung", so der Branchenkenner. (News vom 02.11.2017) (03.11.2017/fc/n/s)