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Amundi feiert Rekordergebnis - Fondsnews


02.08.18 11:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Europas größter Asset Manager eilt der Konkurrenz davon, so die Experten von "FONDS professionell".

Der Pariser Fondsanbieter Amundi habe im ersten Halbjahr unter dem Strich 454 Millionen Euro verdient, 58 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Das habe der börsennotierte Konzern am Donnerstag bekannt gegeben. Die Mittelzuflüsse würden sich auf netto 42,4 Milliarden Euro belaufen, das seien 61 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2017. 36,5 Milliarden Euro davon würden auf mittel- und langfristige Anlagen wie Aktien-, Renten- oder Multi-Asset-Produkte entfallen. Diese Zahl werde separat ausgewiesen, weil Amundi ein großer Anbieter von Geldmarktfonds sei und das Mittelaufkommen solcher Portfolios sehr volatil sei.

Die guten Ergebnisse würden überraschen, weil der klare Aufwärtstrend an den Kapitalmärkten gebrochen sei. Viele andere Asset Manager, darunter der seit März ebenfalls börsennotierte deutsche Wettbewerber DWS, würden unter Abflüssen leiden. Die Amundi-Aktie habe am Donnertag im frühen Handel zeitweise acht Prozent im Plus gelegen.

Beachtlich sei auch, wie gut der französische Asset Manager seine Kosten im Griff habe. Die Cost-Income-Ratio, die die operativen Kosten zu den Erträgen ins Verhältnis setze, sei auf 50,5 Prozent gesunken. Das bedeute, dass je Euro Umsatz fast 50 Cent Gewinn übrig bleiben würden. Es gebe nur wenige Fondsanbieter, die auf ähnlich gute Werte kämen.

In dieser Rechnung würden allerdings zwei wichtige Blöcke außen vor bleiben: die Kosten der Pioneer-Integration, die sich im ersten Halbjahr auf 12 Millionen Euro belaufen hätten, und die Abschreibung auf Vertriebsvereinbarungen, die mit 25 Millionen Euro zu Buche geschlagen hätten. Amundi habe beim Abschluss der Pioneer-Übernahme einen Vertriebsvertrag mit der UniCredit geschlossen, der zehn Jahre lang laufe. Die Vereinbarung gelte nicht nur für Italien, sondern auch für Deutschland, Österreich und Tschechien. Der immaterielle Vermögenswert dieser Verträge in der Amundi-Bilanz habe sich anfangs auf stolze 546 Millionen Euro summiert. Dieser werde nun sukzessive abgeschrieben.

Die enge Bindung an Vertriebsnetzwerke zahle sich offensichtlich aus. Allein in Frankreich habe Amundi über diesen Absatzkanal im ersten Halbjahr 3,2 Milliarden Euro eingesammelt. Die internationalen Netzwerke hätten weitere fünf Milliarden Euro beigesteuert - insbesondere dank der Kooperation mit der UniCredit und ihren Tochtergesellschaften.

Aus dem Drittvertrieb, also dem Retail-Geschäft außerhalb der engen Partnerschaften, würden weitere drei Milliarden Euro stammen. Richtig gut laufe das Geschäft mit den asiatischen Joint-Ventures, die in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 23,5 Milliarden Euro eingesammelt hätten. Insgesamt würden sich die Zuflüsse im Retail-Segment so auf 34,6 Milliarden Euro summieren, das seien 56 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2017.

Eingetrübt worden sei das gute Geschäft jüngst jedoch durch die politischen Turbulenzen in Italien. Seit der Pioneer-Übernahme sei Amundi dort sehr stark vertreten - und habe in diesem Land zuletzt Abflüsse hinnehmen müssen. Die Halbjahresbilanz falle für die Partnerschaft mit der UniCredit in Italien jedoch immer noch positiv aus: Unter dem Strich hätten in diesem Segment 4,4 Milliarden Euro Mittelzuflüsse gestanden.

Getragen von den hohen Zuflüssen sei das verwaltete Vermögen von Amundi bis Ende Juni auf 1466 Billionen Euro gestiegen. Das mache die Pariser mit einigem Abstand zu Europas größtem Asset Manager. (02.08.2018/fc/n/s)