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Amundi in Österreich: Vom Fonds- zum Tech-Anbieter - Fondsnews


11.06.21 12:33
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Frühere Marktführerschaft-Ansprüche legt Amundi Austria ad acta, so die Experten von "FONDS professionell".

Amundi wolle abseits des Fondsgeschäfts künftig als Technologieanbieter auftreten. Auch in Österreich. Das sage Gabriele Tavazzani, seit einem Jahr CEO der Amundi Austria KAG, in einem Interview das in voller Länge in der neuen Printausgaben von "FONDS professionell" erscheine. Amundi Austria wolle österreichische Finanzbetriebe für "Alto" gewinnen: Die neue IT- und Softwareplattform von Amundi sei ein Konkurrenzprodukt zu "Aladdin" des US-Riesen BlackRock. Alto solle die Wertschöpfungskette von Vermögensverwaltern über Fondsmanager bis hin zum Bankvertrieb abdecken.

"Wenn ich mit österreichischen Banken oder Finanzunternehmen rede, merke ich: Kaum jemand weiß, dass wir auch Service- und Technologielieferant sind und unsere Lösungen auch externen Kunden anbieten", so Tavazzani. Das neue Geschäftsfeld solle mit einem Umsatz von 150 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren ein Wachstumstreiber für Amundi werden.

Europaweit würden 24 Kunden mit Alto arbeiten. In Österreich gebe es derzeit einen Testpiloten für einen institutionellen Kunden. Außerdem arbeite Amundi mit einem Partner an einer Lösung für diskretionäre Mandate. "Das ist ein wichtiger Trend. Wenn der Kunde ein Mandat eröffnet und mit dem Betreuer ein Portfolio definiert, kann die Personalisierung sehr effizient über unsere Plattform verwaltet werden. Kunden haben damit Zugang zu einer Finanzdienstleistung, die normalerweise auf sehr wohlhabende Kunden beschränkt ist", so Tavazzani.

Alto solle kommendes Jahr in Österreich "startklar" sein. "Es soll dann in den kommenden zwei Jahren drei Implementierungen in Österreich geben", so Tavazzani. Chancen für das eigene Tool sehe Amundi insbesondere bei Unternehmen, die bei der Software mit Fintechs kooperieren würden. Bei Start-ups gebe es mitunter Fortbestandsfragen oder die Lösungen seien teurer, weil für jedes Update zu zahlen sei.

Neu sei auch die Implementierung der "Amundi Academy". Das digitale Schulungsprogramm sei bereits bei einigen Vertriebspartnern in Frankreich, Italien und Spanien im Einsatz. Die Offenlegungsverordnung habe die Entwicklung beschleunigt. Man starte mit dem Ausrollen der Plattform bei den österreichischen Bankpartnern, so Tavazzani, "aber wir sehen das auch als Lösung für externe Vertriebe, die mit unseren Produkten arbeiten".

Punkto Nachhaltigkeit wolle Amundi in Österreich das Angebot deutlich ausbauen. Mehr als 80 Prozent der Amundi-Österreich-Fonds würden derzeit unter die Kategorie Artikel 8 oder Artikel 9 der Offenlegungsverordnung fallen ("hellgrüne" und "dunkelgrüne" Fonds). Im Jahr 2022 wolle man "definitiv bei 100 Prozent" liegen. Auch bei ETFs bestehe Fantasie: Amundi übernehme den ETF-Anbieter Lyxor von der Société Générale.

Amundi Austria-CEO Gabriele Tavazzani im Interview mit "FONDS professionell":

"Wir sind zuversichtlich, bei ESG-Produkten die österreichische Nummer Eins zu werden und wir würden die europäische Nummer Eins für ETFs, wenn Amundi Lyxor von der Société Générale übernimmt".

"2022 sollten wir die volle Ausbaustufe erreichen und der führende europäische Anbieter für ESG- und passives Geschäft in Österreich werden".

"Schulungen sind wirklich ein Schlüssel für unseren Vertriebserfolg", so der Amundi-Österreich-CEO. (11.06.2021/fc/n/s)