Verwaltetes Vermögen von Liquid Alternative UCITS steigt 2017 um mehr als 50 Mrd. Euro - Fondsnews


12.02.18 14:24
Absolut Research

Hamburg (www.fondscheck.de) - 2017 war ein rundum positives Jahr für Liquid Alternatives, so Absolut Research in der aktuellen Pressemitteilung. Näheres entnehmen Sie bitte dem Wortlaut der folgenden Pressemeldung:

Mit geschätzten Nettozuflüssen von mehr als 50 Mrd. Euro durchlief das Marktsegment eine positive Entwicklung. In keinem der zwölf Monate kam es zu Abflüssen. Multi-Asset-Fonds waren besonders gefragt und nach einem schwierigen Vorjahr verzeichneten alternative Anleihestrategien einen Turnaround. Positiv zu bewerten ist auch, dass viele Top-Fonds nicht nur 2017 gut abschnitten, sondern auch mittelfristig in der Lage waren, Investoren eine attraktive Performance zu bieten.

Michael Busack, Geschäftsführender Gesellschafter, Absolut Research GmbH: "Die anhaltende Wachstumsdynamik in diesem Fondssegment zeigt, dass Investoren weiterhin auf der Suche nach Strategien sind, die Renditequellen jenseits des herkömmlichen Aktien- und Anleihespektrums erschließen und gleichzeitig potenzielle Verlustrisiken begrenzen."

Die Zuflüsse führten konsequenterweise zu einer Zunahme des verwalteten Vermögens. Ende 2017 verfügten die im Absolut|alternative analysierten Fonds über ca. 400 Mrd. Euro. Gegenüber dem Vorjahr belief sich die Zunahme der Fondsvolumina (inklusive Rendite und Wechselkureffekten) somit auf rund 48 Mrd. Euro. Somit stieg das Volumen im Vergleich zu 2016 (Volumenzunahme: 15 Mrd. Euro) um das Dreifache. Die Zahl der analysierten Fonds war allerdings leicht rückläufig. Wurden Ende 2016 noch 1.167 Fonds analysiert, ging die Anzahl 2017 auf 1.148 zurück. Insgesamt wurden 121 Fonds neu aufgelegt. Demgegenüber standen 140 Delistings.

Von den am Markt befindlichen Fonds waren nur ca. 700 Fonds für den Vertrieb in Deutschland zugelassen. Diese Fonds verwalten aktuell rund 285 Mrd. Euro und verzeichneten Zuflüsse in Höhe von 37 Mrd. Euro. Da es sich bei den analysierten Fonds um europäische Publikumsfonds handelt, kann eine Vertriebszulassung jedoch unkompliziert beantragt werden und institutionelle Anleger können auch ohne eine entsprechende lokale Zulassung in diese Produkte investieren.

Alternative Multi-Asset-Fonds bildeten 2017 mit einem verwalteten Vermögen von 158 Mrd. Euro das volumenstärkste Fondssegment. Gegenüber dem Vorjahr nahm das Vermögen dieser Fonds um gut 18 Mrd. Euro zu. Auch bei alternativen Aktien- und Anleihenfonds stiegen die Fondsvolumina deutlich an. Alternative Aktienstrategien verwalteten mit 113 Mrd. Euro knapp 13 Mrd. Euro mehr als Ende 2016. Besonders erfreulich war die Entwicklung der alternativen Anleihenstrategien. Nachdem die Volumina dieser Fonds im Jahr 2016 um etwa 10 Mrd. Euro abnahmen, belief sich das Plus im Jahr 2017 auf mehr als 14 Mrd. Euro.

Entsprechend der Nachfrage nach Multi-Asset- und Anleihenstrategien verzeichneten insbesondere große Anbieter mit solchen Strategien hohe Zuflüsse. Mit einem Plus von 5,5 Mrd. Euro lag INVESCO hier an der Spitze. Das Unternehmen profitierte von der Nachfrage nach seiner Targeted-Returns-Strategie. Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Aviva Investors, die mit Nettozuflüsse von 4 Mrd. Euro den vierten Platz belegten. BlackRock profitierte von seinem diversifizierten Produktangebot und verzeichnete Zuflüsse von 4,6 Mrd. Euro (Platz zwei). Old Mutual bildete eine Ausnahme. Die hohen Mittelzuflüsse waren überwiegend auf die Nachfrage nach der erfolgreichen aktienmarktneutralen Strategie zurückzuführen.

Obwohl Aberdeen Standard Investments mit ihrer Global-Absolute-Returns- Strategie weiterhin den größten Fonds verwalten und auch der volumenstärkste Anbieter waren (38 Mrd. Euro), konnte das Unternehmen von der Nachfrage nach Multi-Asset-Strategien kaum profitieren. Im Gegenteil: Sowohl der in Großbritannien domizilierte, als auch der Luxemburger Fonds verbuchten hohe Abflüsse (-6,7 Mrd. Euro bzw. -2,7 Mrd. Euro), die durch die Entwicklungen der anderen Fonds nicht kompensiert werden konnten.

Das Jahr 2017 verlief auch aus Anlegersicht erfreulich, 80% der analysierten Liquid Alternatives erzielte eine positive Rendite. Im Einklang mit der allgemeinen Marktperformance erzielten Equity-Long/Short-Fonds die höchsten Renditen. Nach drei relativ schwachen Jahren mit Renditen von 1,5% (2014), 3,1% (2015) und -1,3% (2016), legten die Fonds 2017 durchschnittlich 7,3% zu. Der Abstand zwischen Top- und Bottom-Quartile-Fonds war hier mit knapp 21% zwar relativ hoch, erfreulich war jedoch, dass die Verluste im Bottom Quartile mit durchschnittlich -2,3% moderat ausfielen. Im regionalen Vergleich erreichten Liquid Alternatives mit Schwellenländerfokus die höchsten Renditen. Equity-Long/Short-Fonds mit dieser Ausrichtung lagen durchschnittlich mit 16% im Plus.

Liquid Alternatives aus dem Fixed-Income-Segment konnten im Durchschnitt leicht positive Renditen erzielen (1,6%). Die besten 50% der Fonds zeigten mit durchschnittlich 4,8% allerdings eine attraktive Performance.

Im Segment der alternativen Multi-Asset-Strategien schnitten Multi-Strategie-Fonds am besten ab (+4,5%).

Das positive Marktumfeld sorgte auch dafür, dass Top-Fonds teilweise deutlich besser abschnitten als die zugrundeliegenden Märkte. Zusätzlich zum guten Abschneiden im Jahr 2017 ist hervorzuheben, dass die Fonds auch mittelfristig in der Lage waren, eine attraktive risikoadjustierte Rendite zu erzielen. Ein Beispiel hierfür ist der Polar Capital UK Equity Absolute Return (ISIN IE00BQLDRR58 / WKN A12CDY). Der Fonds erzielte 2017 eine Rendite von knapp 48%, über die vergangenen drei Jahre legte der Fonds jährlich 24% zu und wies hierbei einen Drawdown von lediglich 5,7% auf.

Der Man GLG Alpha Select Alternative (ISIN IE00B60K3800 / WKN A1CV60), der eine marktneutrale Strategie verfolgt, erzielte 2017 eine Rendite von 15%. Während der vergangenen drei Jahre waren es immerhin 6% pro Jahr bei einem maximalen Verlust von unter 5%.

Der Warburg Defensiv, mit einer Short-Vola-Strategie, konnte nicht nur 2017 sondern auch mittelfristig überzeugen. Aufgrund ihres systematischen Charakters rückten Short-Volatilitäts-Konzepte zuletzt auch bei institutionellen Investoren aus Deutschland in den Fokus.

Ausnahmen bildeten Rohstoffstrategien und FX-Fonds. Hier war selbst die Performance der jeweils besten Fonds, die institutionellen Mindestanforderungen (drei Jahre Historie, 50 Mio. Euro Vermögen) genügen, enttäuschend. (Ausgabe vom 06.02.2018) (12.02.2018/fc/n/s)






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