Union Investment mischt Bitcoin in Fonds - Fondsnews


07.09.21 14:17
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Nach einem Pilotversuch mit Bitcoin-Zertifikaten plant der Frankfurter Asset Manager, derartige Anlagen in weitere Fonds aufzunehmen, so die Experten von "FONDS professionell".

Damit würden Kryptowährungen auch in Deutschland zunehmend den Massenmarkt erreichen.

"Wir erwägen, Bitcoins in kleinen Mengen von maximal ein bis zwei Prozent einer handvoll weiterer Fonds für private Anleger beizumischen", erkläre Daniel Bathe, Portfoliomanager bei Union Investment, in einem Interview mit "Bloomberg News". Möglich sei das ab dem vierten Quartal, einen festen Termin gebe es aber noch nicht. Anfang dieses Jahres habe Union Investment erstmals Kryptowerte in einen Mischfonds aufgenommen. Es habe sich dabei um Delta-1-Zertifikate im "PrivatFonds Flexibel Pro" gehandelt. Der Fonds dürfe bis zu ein Prozent in Bitcoin investieren. Laut Bathe liege er derzeit knapp darunter.

Union Investment sei das jüngste Beispiel dafür, dass in Deutschland Anlegen in Bitcoin und andere Kryptoassets einfacher werde. So ermögliche der S Broker der Sparkassen seinen Kunden seit kurzem Investments in Kryptowährungen und die Blockchain-Technologie über rund 40 Zertifikate, ETFs und Einzelaktien, aus denen Anleger wählen könnten. Auch auf institutioneller Seite tue sich etwas. Beispielsweise dürften seit August erstmals auch Spezialfonds mit festen Anlagebedingungen, die für Profianleger gedacht seien, bis zu 20 Prozent des Fondsvolumens in Kryptowerte investieren.

"Ein vereinfachter Einstieg in das Marktsegment für institutionelle und private Investoren ist eine Entwicklung, die sich bereits seit einiger Zeit abzeichnet und als bedeutender Einflussfaktor für die Bitcoin-Kursgewinne zwischen Herbst 2020 und Anfang dieses Jahres gilt", sage Sören Hettler, Analyst bei der DZ Bank.

Die deutsche Finanzaufsicht BaFin habe Anfang des Jahres vor Kryptowerten in Form von Direktanlagen oder Derivaten, die den Kursverlauf abbilden würden, gewarnt. "Bei allen diesen Anlagen können Verbraucherinnen und Verbraucher erhebliche Kapitalverluste erleiden", habe die Behörde geschrieben. Hettler habe ebenfalls zur Vorsicht gemahnt. "Ein Engagement in Kryptowährung ist und bleibt vor allem aufgrund der enormen Kursschwankungen riskant", so der Analyst. "Als Beimischung in ein Portfolio können sie dennoch sinnvoll sein. Gerade langfristige Investitionen, beispielsweise in Bitcoin, haben sich in den letzten Jahren als sehr lukrativ erwiesen." (07.09.2021/fc/n/s)