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So feiert die Deka ihr 100-jähriges Bestehen - Fondsnews


06.02.18 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat seine Gratulation zum 100-jährigen Bestehen der DekaBank mit einer Mahnung versehen, so die Experten von "FONDS professionell".

"In der Krise kam die Deka ohne staatliche Stützung aus, und dennoch entsprach nicht jedes Geschäft immer dem hohen Anspruch unternehmerischer Verantwortung, den wir an ein Institut der Sparkassengruppe legen. Auch das gehört zum Rückblick", habe Steinmeier bei seiner Festrede zum Jubiläum des Fondsanbieters in Frankfurt gesagt.

Steinmeier habe daran erinnert, wie sich die Finanzmärkte im Laufe der Zeit verändert hätten - und habe das an einem Beispiel plastisch gemacht: "Vergleichen Sie die heutige Deka-Zentrale mit der Büro-Erstausstattung von 1956. Wo heute ein Meer von Bildschirmen flimmert, standen damals zwei Schreibtische für 535 Mark, vier Sessel für 304 Mark und eine Olympia-Schreibmaschine für 548 Mark. Mehr brauchten die vier Mitarbeiter nicht."

Die Geschäftsführung habe sich damals mit der Konkurrenz zum vierteljährlichen "Investmentkränzchen" getroffen. "Die Deka-Fondsmanager änderten in den Anfangsjahren nur bei zwölf Unternehmen die Bestände", so Steinmeier. "Sie sehen, wir waren noch Lichtjahre vom Hochfrequenzhandel entfernt. Und Risikomanagement betrieb der Aufsichtsrat damals, indem er etwa eine Höchstgrenze von zehn Prozent in Brauereiaktien vorgab."

DekaBank-Vorstandschef Michael Rüdiger sei in seiner Ansprache kurz auf die Historie des Instituts eingegangen. 1918 habe die DGZ als Bankanstalt des Deutschen Zentral-Giroverbandes - eines Vorläuferverbandes des Sparkassenverbandes DSGV - ihre Arbeit aufgenommen. Ihr Ziel sei es vor allem gewesen, den bargeldlosen Zahlungsverkehrs der Sparkassen und Girozentralen zu fördern. "Ab 1921 wurde mit der Namenserweiterung auf DGZ - Deutsche Kommunalbank dann auch die Kreditfinanzierung von Gemeinden und Städten betrieben", habe Rüdiger erinnert.

1956 hätten die damals elf Girozentralen und die DGZ dann die "Deutsche Kapitalanlagegesellschaft" - kurz Deka gegründet. 1999 seien Deka und DGZ schließlich zur heutigen DekaBank Deutsche Girozentrale fusioniert worden. "Diese Zusammenführung von Bank und Investmentgesellschaft war richtungsweisend", habe Rüdiger betont.

DSGV-Präsident Helmut Schleweis habe in seiner Rede die gesellschaftliche Bedeutung der provisionsbasierten Wertpapierberatung hervorgehoben. "In den Sparkassen sehen wir Tag für Tag, Kunde für Kunde, wie sich in unserer Gesellschaft die Schere bei der Vermögensbildung immer weiter öffnet", so Schleweis. "Dies wird immer mehr zu einer sozial- und gesellschaftspolitischen Frage. Dem wollen wir etwas entgegensetzen und sagen deshalb: Jeder Kunde hat ein Recht auf Wertpapierberatung".

Er halte es für falsch, Beratung mit einem Eintrittsgeld zu versehen, wie dies von den Befürwortern der Honorarberatung gefordert werde. "Denn das hält gerade die Bezieher kleiner Einkommen von der notwendigen Beratung ab", habe der DSGV-Präsident gesagt. (06.02.2018/fc/n/s)