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Morningstar verknüpft Zukauf mit Kampfansage an Indexanbieter - Fondsnews


10.09.21 14:00
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Wie das Researchhaus aus Chicago mitteilt, kauft die Fondsratinggesellschaft Morningstar den Indexanbieter Moorgate Benchmarks aus Gießen, so die Experten von "FONDS professionell".

Morningstar betreibe neben qualitativen und quantitativen Analysen von Investmentfonds auch ein Benchmark-Geschäft und biete mit Partnern zusammen Anlageprodukte an. Mit der Übernahme des hessischen Indexentwicklers baue Morningstar dieses Geschäft abseits der Fondsratings aus. Über den Kaufpreis hätten die Parteien Stillschweigen vereinbart.

Den Zukauf verknüpfe Morningstar mit einer Kampfansage. "Die heutige Indexbranche braucht eine Umwälzung, denn es gibt eine Reihe von etablierten Akteuren, die den Anlegern für die von ihnen erhobenen Gebühren nicht genug Wert und Innovation bieten", sage Ron Bundy, Präsident von Morningstar Indexes, der Mitteilung zufolge. "Die Kompetenzen, die Moorgate Benchmarks mitbringt, werden uns unserem Ziel näherbringen, ein führender globaler Indexanbieter zu werden. Denn wir werden dem Endanleger einen größeren Mehrwert bieten."

Den Indexmarkt würden drei Akteure dominieren: MSCI mit einem Anteil von 24,8 Prozent an den Erlösen, dicht darauf folge S&P Dow Jones mit 24,2 Prozent sowie mit etwas Abstand FTSE Russell mit 19,3 Prozent Umsatzanteil. Das verbliebene Drittel würden sich die übrigen Indexanbieter teilen, zeige eine Auswertung der Unternehmensberatung Burton-Taylor. Die Lobbyverbände der Asset-Management- sowie der Kapitalmarktindustrie hätten jüngst in ungewöhnlich scharfem Ton eine Wettbewerbsverzerrung beim Geschäft mit Börsenbarometern angeprangert. Die Branchenvertreter hätten die dominante Marktstellung der Indexanbieter kritisiert.

"Moorgate Benchmarks und Morningstar Indexes teilen eine gemeinsame Mission und Kultur, was ein wichtiger Faktor für die Übernahme war", ergänze Bundy. "Wir sind beide 'Herausforderer-Marken' in der hart umkämpften, globalen Indexbranche und konzentrieren uns darauf, Dinge anders zu machen, um dem Endanleger mehr Wert zu bieten." Moorgate-Chef Tobias Spröhnle ergänze: "Es ist aufregend, die Kräfte mit Morningstar zu bündeln. Das Unternehmen hat einen unglaublichen Zugang zu Daten, enorme globale Markteinblicke und einen guten Ruf hat, wenn es darum geht, das Richtige für Investoren zu tun."

Moorgate sei 2019 mithilfe des Geldgebers ETFS Capital gegründet worden. Die Investmentgesellschaft sei der übrig gebliebene Kern des Indexfondsanbieters ETF Securities. Das Geschäft mit börsengehandelten Fonds in Europa und Nordamerika sei 2018 an Wisdom-Tree, Legal & General Investment Management; sowie Aberdeen Standard Investments verkauft worden.

ETFS Capital sei der einzige externe Anteilseigner von Moorgate gewesen. Morningstar werde nun Alleineigentümer. Die 20 Mitarbeiter aus Hessen sowie dem Büro in London würden ab sofort für das Haus aus Chicago arbeiten, heiße es in der Mitteilung weiter. Moorgate-Chef Spröhnle werde zudem die Rolle des Europachefs von Morningstar Indexes einnehmen. (10.09.2021/fc/n/s)