Meridio lanciert Islam-konformen Fonds


11.03.10 14:21
FONDS professionell

Wien (aktiencheck.de AG) - Der Markt für Islamic Banking boomt, so die Experten von "FONDS professionell".

Weltweit seien bereits rund eine Billion Euro in diesem Sektor angelegt - und der Markt wachse jedes Jahr zwischen 15 und 20 Prozent. Während in Großbritannien und Frankreich bereits eine breite Angebotspalette für Islam-konforme Investments zur Verfügung stehe, sei der Boom an Deutschland bislang vorbeigegangen. Jetzt bringe die Meridio AG aus Köln mit dem Meridio Global Islamic Multi Asset (ISIN LU0442310859 / WKN A0X9HM, Euro; ISIN LU0442311071 / WKN A0X9HN, USD) einen Islam-konformen Mischfonds, der die Bedürfnisse der Muslime aufnehme und als Ethik-Investment auch für Nicht-Muslime interessant sei.

Islamische Investments seien ein Boom-Sektor. Die aktuelle Studie des Instituts for Islamic Banking and Finance (IFIBAF) komme zu dem Ergebnis, dass im Privatkundengeschäft in Deutschland eine zunehmende Nachfrage nach Islam-konformen Angeboten seitens der muslimisch geprägten Kundschaft bestehe: Hier würden rund 4,3 Millionen Muslime, vor allem türkischer Herkunft leben. Ihr Jahreseinkommen liege bei 16 bis 20 Milliarden Euro, insgesamt hätten sie 22 bis 38 Milliarden Euro gespart.

Über 70 Prozent dieser Muslime in Deutschland hätten Interesse an Islam-konformen Finanzprodukten, hauptsächlich aus ethischen Gründen. Das Marktpotenzial für Islam-konforme Produkte betrage hierzulande deshalb jedes Jahr rund 1,2 Milliarden Euro - ein aussichtsreicher Markt. Bislang laufe dieses große Interesse ins Leere. Bestehende Produkte seien in der Regel nicht aktiv gemanagt, würden somit nur geringe Chancen auf eine überdurchschnittliche Wertentwicklung bieten.

Um dieses Interesse zu bedienen, lege die Meridio AG den ersten aktiv gemanagten, weltweit anlegenden Mischfonds nach islamischen Anlageprinzipien auf. Die Erstzeichnungsfrist laufe vom 10. März 2010 bis zum 19. März 2010. Während der Zeichnungsfrist und danach könne der Fonds regulär bei allen Banken, Sparkassen und anderen Finanzinstituten bezogen werden. Anlageschwerpunkt seien Aktien und islamische Zertifikats-Strukturen (Sukuks).

Wegen seiner internationalen Ausrichtung könne der Fonds von den Chancen auf unterschiedlichen Märkten weltweit profitieren. Über die Einhaltung der Anlagekriterien wache eine Ethik-Kommission, die sich aus drei namhaften Gelehrten zusammensetze, die neben der umfassenden theologischen Ausbildung auch über ein fundiertes ökonomisches Wissen verfügen würden. Aufgrund des nachhaltigen Charakters sei der Meridio-Fonds auch für andere Kundensegmente interessant.

Insbesondere seit der globalen Finanzkrise wachse das Interesse an islamischen Investmentprodukten. "Hätte sich die Finanzwelt an die islamischen Regeln gehalten, hätte es die US-Immobilienkrise in dieser Form nicht gegeben", sage Michael Saleh Gassner, der für den Zentralrat der Muslime in Deutschland islamische Finanzprodukte zertifiziere. Denn die islamischen Anlageregeln seien eindeutig und transparent: Geldzinsen seien untersagt - Geld besitze in der islamischen Ökonomie keinen inneren Wert und dürfe daher nicht als Handelsware genutzt werden.

Im Islam sei es zudem verboten, hochspekulative Geschäfte sowie Anlagen in Branchen wie Alkohol, Tabak, Glücksspiel, Rüstungsgüterindustrie oder Pornografie zu tätigen. Oberste Prinzipien seien die Wahrung von Gerechtigkeit, der faire Umgang sowie die Harmonie von individueller Freiheit und gesellschaftlicher Verantwortung. (11.03.2010/fc/n/n)




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