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IPO-Welle am Gesundheitsmarkt: Aktive Fonds können zugreifen - ETFs müssen draußen bleiben


02.09.21 13:30
apoAsset

Düsseldorf (www.fondscheck.de) - Viele Gesundheits-Unternehmen sind kürzlich an die Börse gegangen, der Prothesen-Hersteller Otto Bock dürfte bald folgen. Doch die ersten Aktien eines Börsendebüts (englisch IPO) sind meist nur wenigen vorbehalten. Portfoliomanager bei der Apo Asset Management GmbH, Kai Brüning, erläutert, warum aktive Fonds dabei im Vorteil sind und auf welche Faktoren es ankommt.

Die Zahl sei enorm: 413 Gesundheits-Unternehmen seien in den vergangenen zwölf Monaten weltweit an die Börse gegangen. Beispiele seien Synlab, die größte medizinische Laborkette Europas, und Nyxoah, das mit Medizintechnik gegen Schlafapnoe erfolgreich sei. Die Aktienkurse der vielen Börsenneulinge seien seitdem im Schnitt um 65% gestiegen, unabhängig davon, ob der IPO gestern oder vor einem Jahr gewesen sei.

Das wachsende Angebot sei positiv, doch die Welle habe teilweise auch unreife Kandidaten an die Börse gespült. Als Fondsmanager beteiligen wir uns nur an ausgewählten IPOs, so Kai Brüning, Senior Portfolio Manager Healthcare bei der Apo Asset Management GmbH. Eine schöne Story reiche dafür nicht. Vielmehr würden die Experten der Apo Asset Management GmbH im Detail auf eine stabile Finanzierung, die Innovationsstärke, den medizinischen Mehrwert, das Geschäftsmodell und die Wettbewerbsposition achten. Dabei sprächen sie vorab auch persönlich mit dem Management der Börsendebütanten selbst.

Für Unternehmen könne ein Börsengang unterschiedliche Ziele haben: Eine andere Eigentümerstruktur, falls ein Gesellschafter seine Anteile platzieren möchte, oder eine breitere Eigentümerbasis, um mehr Geld in die Zukunftsfähigkeit investieren zu können. Der erwartete Börsengang des deutschen Prothesenherstellers Otto Bock für Anfang 2022 könnte eine Kombination von beidem sein.

Der Erfolg einer Firma - und damit einer Volkswirtschaft - hänge maßgeblich davon ab, wie viel sie investieren könne und natürlich wie sie investiere. Ein Börsengang, sei es mit Aktien oder Anleihen, sei für die Finanzierung eine sehr direkte Möglichkeit. Am Primärmarkt fließe das neu eingeworbene Geld direkt an die Aktiengesellschaft. Fonds, die sich daran beteiligen würden, würden also direkt Innovationen und Wachstum fördern - und seien Teilhaber an den Erfolgen.

Börsengänge und Kapitalerhöhungen würden einen wichtigen Unterschied zwischen passiven Indexfonds (ETFs) und aktiv gemanagten Fonds zeigen, die gezielt investieren könnten. ETFs würden in der Regel Indices nachbilden: Je mehr Geld ihnen zufließe, desto mehr würden sie am Sekundärmarkt in die immer gleichen Unternehmen eines Index investieren - und das absolut unreflektiert. Von den Milliarden Euros, die in den vergangenen Jahren in ETFs geflossen seien, hätten die Firmen, deren Aktien gekauft worden seien, keinen Cent gesehen. Falls sie zu einem Index gehört hätten, hätten sie nur darüber profitiert, dass ihr Wert durch die Liquiditätsflut gestiegen sei.

Anders verhalte es sich bei den meisten aktiv gemanagten Fonds. Von diesen komme das Geld für Investitionen. Der direkte Austausch zwischen den Unternehmen und diesen Fonds vor einem Börsengang bzw. einer Kapitalerhöhung spiele dabei eine zentrale Rolle. Falls es bei Otto Bock zum Börsengang komme, dürfte dessen Führung daher vor allem mit aktiven Gesundheitsfonds den Kapitalbedarf erörtern - wie zum Beispiel mit Apo Asset Management oder Medical Strategy. (02.09.2021/fc/n/s)