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Fondsbilanz 2021: 81,3% der Fonds erzielten eine positive Kalenderjahr-Performance - Fondsnews


05.01.22 15:16
e-fundresearch.com

Wien (www.fondscheck.de) - Einst sagte Benjamin Graham "Geduld ist die oberste Tugend des Investors" und hat damit eine der wichtigsten Börsenlektionen geschaffen, so die Experten von "e-fundresearch.com".

Vom Sturm auf das US-Kapitol direkt zu Jahresbeginn 2021, globalen Lieferengpässen, Inflationsüberraschungen, einem wackelnden Immobilienriesen Evergrande bis hin zur Omikron-Variante: An Gründen, die eigene Geduld zu verlieren und dem weiteren Verlauf der Märkte zu misstrauen, hätte es auch im letzten Jahr nicht gemangelt. Frei nach dem Motto "Time in the Market beats Market Timing" habe sich mit Blick auf das Kapitalmarktjahr 2021 ein langer Atem und ein "ruhiges Händchen" aber neuerlich im wahrsten Sinne des Wortes bezahlt gemacht, wie ein Blick auf die exklusiv von "e-fundresearch.com" erstellte Fondsbilanz zeige.

Ein durchschnittlicher Investmentfonds habe demnach im Kalenderjahr 2021 einen Wertzuwachs von +11,67 Prozent (nach laufenden Kosten) verzeichnen können. 81,3 Prozent der Fonds hätten das vergangene Kalenderjahr mit einem Plus abschließen können. In der Analyse seien sämtliche in Österreich für den öffentlichen Retailvertrieb zugelassenen Fondsstrategien berücksichtigt worden.

Ohne dem Mut zum Risiko habe sich aber auch 2021 kein vernünftiger Ertrag erwirtschaften lassen: Aktienfonds hätten mit einem durchschnittlichen Wertzuwachs von +19,28 Prozent einmal mehr die mit Abstand beste Fondsgattung dargestellt. Doch auch Mischfonds hätten mit durchschnittlich +10,04 Prozent nicht nur ein durchaus ansehnliches Ergebnis, sondern vor allem auch einen realen Kapitalzuwachs erzielen können. Letzteres Ziel habe mit reinen Anleihefonds im vergangenen Jahr übrigens im Durchschnitt nicht erreicht werden können: Die mittlere Performance eines Anleihefonds habe 2021 bei +2,34 Prozent gelegen - wenn man dieses Ergebnis den zuletzt für Österreich und Deutschland ermittelten Inflationszahlen gegenüberstelle, bleibe unter dem Strich ein realer Kaufkraftverlust.

Deutlich überdurchschnittliche Renditen hätten Fondsanleger:innen erzielen können, die 2021 einen Fonds der Top-15 Kategorien in ihrem Depot gehabt hätten: Fonds, die sich schwerpunktmäßig auf taiwanische Nebenwerte fokussieren würden ("Taiwan Small/Mid-Cap Equity"-Fonds), würden die beste Fondskategorie des letzten Jahres darstellen und hätten um durchschnittlich +58,74 Prozent zulegen können. Auf Rang zwei würden Vietnam Aktienfonds ("Vietnam Equity") mit einem Wertzuwachs von durchschnittlich +51,86 Prozent folgen. Auf dem letzten "Stockerlplatz" würden Fonds mit Fokus auf israelische Nebenwerte landen ("Israel Large/Mid-Cap Equity"): Hier habe die Kalenderjahrperformance 2021 im Mittel bei +49,66 Prozent gelegen. Israel habe sich in den letzten Jahren zu einem der größten Tech-Start-Up-Hubs der Welt entwickelt und diene zudem als Tor in den arabischen und östlichen Wirtschaftsraum.

Einen regelrechten "Turnaround" hätten Energie-Aktienfonds 2021 hinlegen können: 2020 hätten Energie-Aktienfonds mit durchschnittlich -32,39% noch die mit Abstand schwächste Fondskategorie der "e-fundresearch.com"-Fondsbilanz dargestellt, im vergangenen Jahr habe mit +39,63% Platz neun belegt werden können. Grund für die Erholung sei vor allem der Anstieg der Öl- und Gaspreise. Auf 5-Jahressicht liege der durchschnittliche Energie-Aktienfonds aber weiterhin im Minus.

Österreich-Aktienfonds hätten mit durchschnittlich +34,84 Prozent Platz 15 der besten Fondskategorien 2021 belegen können. Auf 5-Jahressicht liege der durchschnittliche Ertrag von Austro-Fonds bei +50,31%.

Wer 2021 auf das falsche Pferd gesetzt habe, den habe es durchaus hart treffen können. Blicke man auf die Schlagzeilen des vergangen Jahres zurück, dann sei es wenig verwunderlich, dass ausgerechnet Türkei-Aktienfonds ("Turkey Equity") das Ranking der schwächsten Fondskategorien anführen würden. Im Mittel habe die Performance von türkischen Aktienfondsstrategien 2021 bei -20,94 Prozent gelegen. Der Verfall der Türkischen Lira, Rekordinflation und die Ratlosigkeit der türkischen Regierung würden grüßen lassen.

Auf Platz zwei des "Negativ-Rankings" würden brasilianische Aktienfonds ("Brazil Equity") mit einer Performance von durchschnittlich -12,37 Prozent folgen. Bereits 2020 hätten Brasilien-Aktienfonds die zweitschwächste Aktienfondskategorie dargestellt.

Komplettiert werde das Podest durch Hochzinsanleihefonds mit Fokus auf China, Hongkong und Taiwan ("Greater China High Yield Bond") mit durchschnittlich -11,69 Prozent. Als Stichwort sei in diesem Zusammenhang der Tumult rund um die Zahlungsfähigkeit des chinesischen Immobilienentwicklers Evergrande erwähnt.

Weitere Detailinformationen mit den Top- und Flop-15-Fondskategorien 2021 können Sie unter folgendem Link abrufen. (05.01.2022/fc/n/s)