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"FONDS professionell"-Fondsbarometer: Bleiben Emerging Markets die bessere Wahl? Fondsnews


06.02.18 12:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Mit Ausnahme von Indien war die gute alte BR(I)C-Riege das beste Investment jener Fondskäufer, die am 1. Januar 2018 neu investiert haben, so die Experten von "FONDS professionell".

Bei Brasilienfonds habe das Monatsplus bei fast 13 Prozent gelegen, Russland- und China- beziehungsweise Großchina-Fonds hätten rund neun Prozent zugelegt. Aufseiten der entwickelten Märkte habe es interessanterweise nur Italien mit einem Monatsgewinn von 6,83 Prozent unter die Top 10 geschafft. Global diversifizierte Aktienfonds - in dieser Gruppe werden 674 Produkte berücksichtigt - hätten den ersten Monat des Jahres rund drei Prozent teurer beendet.

Wenige Tage nach Monatswechsel sei dies allerdings alles bereits Geschichte, denn die derzeit laufende Korrektur an den Wertpapier- und Rohstoffmärkten stelle all die optimistischen Prognosen für das laufende Jahr infrage. Die "Weisheit", wonach die ersten Handelstage im Januar beziehungsweise die Wertentwicklung in diesem Monat ein brauchbarer Indikator für das Gesamtjahr sei, dürfte am Ende der ersten Februarwoche kaum mehr jemanden interessieren. Statistiker hätten zwar nachgerechnet, dass sie seit mehr als 100 Jahren zutreffend sei - allerdings nur in 60 Prozent der Fälle. Das heiße, in vier von zehn Jahren mit positivem Januar-Ergebnis würden Aktionäre das Jahr dennoch "ärmer" beenden.

Sehr wahrscheinlich sei auch die volatilitätslose Phase an den Märkten bis auf weiteres vorbei. Denn die Kursrückgänge der ersten Februartage hätten auch gezeigt, wie nervös viele Anleger längst seien. Und das dürfte sich auch dann nicht ändern, wenn sich der aktuelle Einbruch als Korrektur im Aufwärtstrend erweise. Es werde nun Monate dauern, bis klar sei, ob allfällige Kursanstiege nur technische Reaktionen und somit "Bullenfallen" seien oder eine echte Fortsetzung der Hausse darstellen würden.

In einer Marktpanik, wie wir sie derzeit sehen, fliehen Anleger traditionell aus allen riskanten Anlageklassen, so die Experten von "FONDS professionell". Sobald diese Phase überwunden sei, werde man sich jedoch auf die Suche nach den relativ interessantesten Märkten machen.

Schwellenländer seien hier zuletzt vielfach als mögliche Kandidaten gehandelt worden, wobei die zentralen Argumente die Underperformance der Schwellenländer während der letzten Jahre gewesen sei. Angesichts günstiger Wachstumsaussichten - so die Argumente der Emerging-Market-Befürworter - müssten sie in den vor uns liegenden Jahren besser abschneiden als die Börsen der voll industrialisierten Regionen, so die Experten von "FONDS professionell". Ende Januar habe des Kurs/Gewinn-Verhältnis der Emerging Markets nach Daten von Thomson Reuters I/B/E/S bei 13,1 gelegen und damit tatsächlich deutlich unter den Vergleichswerten der EU (14,9), Japans (15,4) und der USA (18,8).

Sollte es hier zu einer Neubewertung kommen, wäre ein Kapitalfluss von den zuletzt vergleichsweise teuren US-Aktien in Richtung Schwellenländer eine logische Konsequenz. Allerdings sei es wenig wahrscheinlich, dass es an den Schwellenländerbörsen zu markanten Anstiegen komme, wenn die Wall Street parallel dazu eine Baisse erlebe - und wie die Bewertungen am Ende einer generellen Aktientalfahrt aussehen würden, sei nicht vorhersagbar. Positiv sei Anfang Februar jedoch aufgefallen, dass die Börsen in Brasilien und Russland den Absturz amerikanischer Aktien nicht in vollem Umfang mitgemacht hätten.

Dennoch lasse sich aus der Marktstatistik, die mit den Kursen von Ende Januar erstellt worden sei, diesmal noch nicht sehr viel herauslesen. Die Möglichkeit, dass wir in eine neue Marktphase eingetreten sind, besteht, und somit werden die "Karten" an allen Aktienmärkten neu gemischt, so die Experten von "FONDS professionell". Welches Blatt dann kurzfristig am besten sei, bleibe offen. Daran, dass man mit einem international diversifizierten Aktienportfolio nach allen historischen Erfahrungen langfristig gut fahre, werde dies aber nichts ändern. (06.02.2018/fc/n/s)