Erweiterte Funktionen

Deutsche Bank will DWS-Fonds in China verkaufen - Fondsnews


06.01.22 11:55
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Deutschlands führende Geschäftsbank hat offenbar Verhandlungen über die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens in China aufgenommen, so die Experten von "FONDS professionell".

Mehreren Medienberichten zufolge führe die Deutsche Bank Gespräche mit der Vermögensverwaltungseinheit der Postal Savings Bank über ein Joint Venture. Die Frankfurter würden hierbei eine Mehrheitsbeteiligung an dem neuen Unternehmen anstreben. Dies würden übereinstimmend die "Frankfurter Allgemeine Zeitung", das "Handelsblatt" sowie das chinesische Finanzmagazin "Caixin" unter Berufung auf Bankkreise berichten.

Ziel der Kooperation sei es, Zugang zu chinesischen Privatinvestoren zu erhalten. Vor allem die Fonds der Asset-Management-Tochter DWS sollten in der Volksrepublik einem breiten Publikum angeboten werden. Die Gespräche würden sich noch in einem frühen Stadium befinden, ob und wann das Gemeinschaftsunternehmen zustande komme, sei noch offen. Sowohl die Bank als auch die DWS hätten die Informationen nicht kommentieren wollen.

Die Deutsche Bank und auch die börsennotierte DWS hätten Asien als Wachstumsmarkt ausgerufen. So habe DWS-Chef Asoka Wöhrmann bereits kurz nach seinem Amtsantritt betont, dass sein Haus in dieser Region wachsen wolle. Beim Börsengang ihrer Fondstochter 2018 habe die Deutsche Bank den japanischen Lebensversicherer Nippon Life als Ankeraktionär gewonnen. Zudem sei eine strategische Partnerschaft geknüpft worden. Die DWS kooperiere zudem mit dem chinesischen Asset Manager Harvest. Das Haus sei 1999 unter Beteiligung der Deutschen Bank gegründet worden.

Der mögliche neue Kooperationspartner, die Postal Savings Bank, sei die fünftgrößte chinesische Bank und betreibe eigenen Angaben zufolge 40.000 Filialen in der Volksrepublik. Das Institut zähle 600 Millionen Kunden, zu denen auch zahlreiche kleinere und mittelgroße Unternehmen gehören würden, zu seinem Kreis. Über eine Kooperation erhielte die DWS also Zugang zu einem großen Retailmarkt.

Die Deutsche Bank sei in China bislang vor allem im Investmentbanking sowie der Handelsfinanzierung aktiv und betreue hochvermögende Kunden. Kurz vor Weihnachten habe das Institut zudem die Lizenz zur Verwahrung chinesischer Wertpapiere erhalten - als erste aus der Europäischen Union stammende Bank. Peking habe über die vergangenen Jahre die Tore für ausländische Finanzdienstleister zum Reich der Mitte schrittweise geöffnet. Erst seit Kurzem dürften überhaupt erst ausländische Finanzfirmen die Mehrheit an einem Joint Venture halten. (06.01.2022/fc/n/s)