Erweiterte Funktionen

DJE-Kapital-Vertriebschef: "Wir meiden das Tal der Dürre" - Fondsnews


05.02.18 13:30
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Trotz der Wachstumshemmnisse durch eine striktere Regulierung, einen schärferen Wettbewerb und den Kosten- sowie Preisdruck möchte DJE Kapital Boden gut machen, so die Experten von "FONDS professionell".

"Wir wollen weiter wachsen", habe der neue Vertriebs- und Marketingchef Thorsten Schrieber, im Gespräch mit FONDS professionell ONLINE gesagt. Er sei seit November 2017 Mitglied der erweiterten Geschäftsführung der Gesellschaft von Jens und Jan Ehrhardt. Er habe Michael Schütt abgelöst, der nach nur einem Jahr das Haus wieder verlassen habe. Schrieber habe bereits von 2001 bis 2007 die Bereiche Vertrieb und Marketing von DJE Kapital geleitet.

Bislang zeige sich das Marktumfeld noch freundlich für die Branche. So hätten Asset Manager in den vergangenen Jahren unter dem Strich massenhaft Geld einsammeln, das verwaltete Vermögen steigern und erkleckliche Gewinne erwirtschaften können. Doch das Umfeld werde rauer, die Konkurrenz durch günstige, börsengehandelte Indexfonds (ETFs) nehme zu. "Die Gebührenregression ist im vollen Gange", erläutere Branchenkenner Schrieber. "Nur wer einen echten Mehrwert liefert, wird auch künftig noch einen vernünftigen Preis für seine Produkte erzielen", zeige sich der DJE-Profi überzeugt.

Daher werde sich der Markt in zwei Lager aufspalten: Die Branchengrößen, welche die Markt- und Preisführerschaft übernehmen würden, sowie Spezialisten, die in ihren Nischen einen Mehrwert liefern und höhere Gebühren verlangen könnten. Fondsanbieter, die lediglich die Marktentwicklung widerspiegeln würden, würden in Bedrängnis geraten und vor der Konkurrenz durch passive Produkte kapitulieren müssen. Dies treffe meist die mittelgroßen Anbieter. "Wir meiden dieses Tal der Dürre dazwischen", habe Schrieber gesagt.

Er sehe DJE Kapital auch nicht in der Rolle eines Markt- oder Kostenführers, sondern als Spezialanbieter. "Durch unser aktives Management und die Kompetenz unserer Analysten wollen wir einen Schnaps mehr für unsere Anleger verdienen", erläutere Schrieber. "Wir sind ein Alpha-Generator. Wir werden unsere Portfolios nicht um jeden Preis anbieten. Wir benötigen ein gewisses Preisniveau, um solide wirtschaften zu können. Aber unsere Kunden sind bereit, für eine entsprechende Leistung auch eine angemessene Gebühr zu zahlen", sei sich der Kenner sicher.

Dementsprechend werde das Haus die bestehenden Vertriebskanäle pflegen, die Investmentkompetenz ausbauen und die Effizienz steigern. Dazu zähle auch, die Digitalisierung vorantreiben. Mit dem Robo-Advisor Solidvest sei hier ein wichtiger Schritt getan. "Akquisitionen sind nicht unser Weg. Allenfalls Vermögensverwalter, die wegen Mifid II ihr Geschäft abgeben möchten, könnten für uns vielleicht von Interesse sein." Die Vermögensverwaltung nehme bei DJE Kapital nur noch einen Anteil von 15 Prozent am Gesamtvolumen ein.

Den von seinem Vorgänger eingeleiteten Personalaufbau sehe Schrieber als weitgehend abgeschlossen an. Im Vertrieb an institutionelle Kunden sowie bei der Betreuung von Investment Consultants sollten noch Mitarbeiter angeheuert werden. Zudem wolle Schrieber einen Client Portfoliomanager installieren. Dieser solle die Kernprodukte der DJE-Palette kennen und Kundenfragen zur Investmentseite beantworten können. Dies solle Fondsmanagern mehr Freiraum schaffen, sich auf ihre eigentliche Aufgabe - gute Anlageziele finden - zu konzentrieren. (News vom 02.02.2018) (05.02.2018/fc/n/s)