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Christoph Bruns: "Wir haben definitiv kein Nachfolgeproblem" - Fondsnews


06.01.22 14:03
FONDS professionell

Wien (www.fondscheck.de) - Auf so manche deutsche Fondsboutique kommt das Thema Generationenwechsel langsam zu, so die Experten von "FONDS professionell".

Immerhin sei ein großer Teil der Unternehmen vor rund 20 Jahren oder früher aus der Taufe gehoben worden. Viele Gründer stünden bis heute als geschäftsführende Gesellschafter oder Vorstandsvorsitzende an der Spitze ihrer Firmen, die meisten seien älter als 55 Jahre. "FONDS professionell" habe in Erfahrung bringen wollen, wie es in Sachen "Next Generation" in der Branche aussehe, und habe mit unabhängigen Vermögensverwaltern gesprochen, die Fonds anbieten würden.

Christoph Bruns, Vorstandsmitglied der Fondsboutique Loys mit Sitz im niedersächsischen Oldenburg und in Frankfurt, habe den Übergang auf die nächste Generation schon längst in Angriff genommen. Mit 54 Jahren sei er jünger als viele führende Köpfe bei deutschen Fondsboutiquen. Doch Bruns mache bereits seit 2017 das, was sich mancher Gründer erst für den späteren Ruhestand vorstelle: Er manage in erster Linie seine Fonds. Den Vorstandsvorsitz und damit das operative Tagesgeschäft habe er vor vier Jahren an Ufuk Boydak übergeben.

Boydak sei 2009 als Praktikant zu Loys gekommen und sei, wie er sage, "die rechte Hand von Bruns" gewesen. 2013 sei er Fondsmanager geworden, 2015 Vorstandsmitglied. Doch bald habe es Boydak von Oldenburg in die Mainmetropole Frankfurt gezogen. "Loys war stark gewachsen, und ich lebte schon lange in den USA", erinnere sich Bruns. Er habe verstanden, dass Loys sich habe verändern müssen, wenn die Boutique nicht ein kräftiges Managementproblem bekommen sollte.

Daher habe die Oldenburger Fondsboutique ihren Sitz 2017 nach Frankfurt verlegt, und Bruns habe Boydak den Vorstandsvorsitz überlassen. Der heute 35-Jährige habe den Generationenwechsel seitdem noch weiter vorangetrieben. "Auch um die Abhängigkeit von mir zu reduzieren, wollte ich eine neue, offenere Architektur", sage Boydak. So sei 2019 der damals 33-jährige Markus Herrmann als dritter Fondsmanager dazu gekommen. "Und sobald wir weitere Ausnahmetalente wie Herrmann gewinnen können, werden wir zuschlagen", erkläre Boydak.

"Wer eine Kombination aus Leistungsethos, unternehmerischem Denken und Aktien-Enthusiasmus mitbringt, der hat bei uns alle Möglichkeiten. Das hat mein Beispiel gezeigt, und so möchte ich es weiterleben", so Boydak. Zudem hätten erfolgreiche Fondsmanager grundsätzlich die Möglichkeit, Partner zu werden. "Bei uns ist nichts in Stein gemeißelt, und mit den jungen, innovativen Fondsmanagern sowie mit unseren flachen Hierarchien sind wir als Arbeitgeber für aufstrebende Leute auch attraktiv", glaube Boydak. Christoph Bruns sehe es genauso. "Wir haben definitiv kein Nachfolgeproblem, und wir sind für die nächsten 20 Jahre gut gerüstet", sage er. (06.01.2022/fc/n/s)