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100.000 Euro Freibetrag für Kursgewinne auf vor 2009 erworbene Fondsanteile - Fondsnews


01.02.18 09:00
Union Investment

Frankfurt (www.fondscheck.de) - Neue Steuervorschriften gelten seit Jahresbeginn 2018 speziell für Investmentfonds, so die Experten von Union Investment.

Sie würden die Spielregeln zur Abgeltungsteuer ergänzen, die bereits seit 2009 greifen würden. Eine wichtige Änderung für Privatanleger betreffe Kursgewinne auf Fondsanteile, die sie schon vor Einführung der Abgeltungsteuer Anfang 2009 erworben hätten. Bislang hätten sie Gewinne aus solchen "Altanteilen" ohne zeitliche Begrenzung und auch der Höhe nach unbegrenzt steuerfrei vereinnahmen können.

Zum Jahresbeginn 2018 sei dieses Privileg eingeschränkt worden. Kursgewinne, die bei solchen "alten" Fondsanteilen aus der Wertentwicklung ab 2018 entstünden, würden nun auch der Abgeltungsteuer unterworfen. Allerdings gebe es einen neuen persönlichen Freibetrag von 100.000 Euro pro Person für diese Kursgewinne. Der Freibetrag sei nach Auskunft des Bundesfinanzministeriums damit so hoch bemessen, dass "der Bestandsschutz für Veräußerungsgewinne bei Alt-Anteilen im Ergebnis für die weit überwiegende Zahl der Steuerpflichtigen erhalten bleibt". Die Anleger müssten sich die einbehaltene Steuer allerdings über die steuerliche Veranlagung zurückholen.

Wichtig zu wissen: Kursgewinne, die bei älteren Fondsanteilen bis Ende 2017 aufgelaufen seien, würden auch zukünftig steuerlich komplett außen vor bleiben. Erst für die Kursgewinne, die ab 2018 neu entstünden, würden der Steuerabzug und der Freibetrag gelten. Es bestehe daher keine Veranlassung, Altfondsanteile aus steuerlichen Gründen vorzeitig zu veräußern. Im Gegenteil: Anleger würden sich dann um ihren Freibetrag von 100.000 Euro pro Person bringen.

Doch wie wisse der Fiskus, welcher Anteil von den Kursgewinnen auf Altanteile steuerpflichtig werde? Die depotführenden Stellen seien verpflichtet gewesen, zum Jahreswechsel 2017/2018 sämtliche Fondsanteile im Bestand fiktiv zu veräußern und dann zum 1.1.2018 ebenfalls fiktiv zum selben Anteilspreis wieder anzuschaffen. Diese Daten hätten die depotführenden Institute für die Zukunft gespeichert. Daher könnten sie die Kursgewinne, die ab 2018 neu entstünden, von älteren Kurszuwächsen abgrenzen.

Wie bereits oben erwähnt: Wenn man in der Zukunft einen "Altanteil" verkaufe, werde die Bank erst einmal Abgeltungsteuer auf die neuen Kursgewinne ab 2018 einbehalten. Um den Freibetrag von 100.000 Euro zu nutzen, müsse man ihn in der Steuererklärung des Verkaufsjahres geltend machen und sich die bezahlte Steuer auf diesem Wege zurückholen. Die Finanzämter würden den Überblick über den bereits verbrauchten Freibetrag bewahren. (Ausgabe Januar 2018) (01.02.2018/fc/n/s)