Zertifikate-Trends: Gold im Fokus und Geld in der Tasche
10.12.09 13:52
Börse Frankfurt
10. Dezember 2009. Frankfurt (Börse Frankfurt). Das Auf und Ab im DAX® zieht die Aufmerksamkeit vieler Anleger auf sich - egal ob sie spekulativ oder langfristig ausgerichtet sind. In den vergangenen vier Wochen bewegte sich der deutsche Bluechip-Index in einer Spanne von 500 Punkten zwischen 5.620 und 5.820 Punkten. Dennoch ist es im Handel mit Zertifikaten vergleichsweise ruhig, wie die Spezialisten melden. Simon Görich von der Baader Bank vermisst wichtige Impulse: "Die Anleger sind in Wartestellung und harren der neuesten Trends", beschreibt er die Lage. "Viele Anleger haben ihre Ziele erreicht und wollen zum Jahresende keine Umschichtungen mehr vornehmen", mutmaßt Heiko Geiger vom Emittenten Vontobel.
Einmal DAX vor und zurück
Der DAX mit seinen Kapriolen bestimmt die Richtung, die Investoren einschlagen. Anleger, die mit einem gekappten reversen Bonus-Zertifikat (WKN CM7VDU) auf einen fallenden DAX gesetzt haben, trennen sich von dem Produkt. Es wird kurz vor Weihnachten fällig verspricht Investoren eine Rückzahlung zu 106,60 Euro, falls der Index die Barriere von 6.030 Punkten nicht berührt oder überschreitet. Verkauft wurde in der vergangenen Woche auch eines der meistgehandelten Indexzertifikate auf den DAX (WKN 709335).
Für spekulative Investoren scheint die Richtung nicht eindeutig zu sein. Es werden sowohl bullishe als auch bearishe Hebelprodukte gekauft und bei entsprechender DAX-Bewegung wieder verkauft. Auffallend war in den vergangenen Handelstagen, dass Investoren einen bullishen Knock-out-Schein auf den Index kaufen (WKN TB7Q6T) - und zwar hätten sowohl Groß- wie Kleinanleger auf diesen Schein gesetzt. "Obwohl das Papier mit etwa 9 Euro vergleichsweise hochpreisig ist."
Auch Discounter bzw. Bonus-Zertifikate konnten sich zuletzt weiter gut behaupten, erläutern die Spezialisten. Rege gehandelt würde beispielsweise ein Discount-Zertifikate der Deutschen Bank auf den DJ Euro Stoxx 50 (WKN DB3DYW) und ein Bonus-Zertifikat auf Nokia (WKN DB4WLW).
Großes Interesse an Rohstoffen
Ausnahmen im ansonsten schon ruhigen vorweihnachtlichen Handel boten in den vergangenen Tagen spekulative Knock-out-Scheinen wie der bullishe ABN AMRO auf Gold (WKN AA1W3Q) "Bei Gold haben die Anleger verstärkt zugegriffen", berichtet der Spezialist. Geiger, der das Geschäft mit Zertifikaten von der Emittentenseite beobachtet, bestätigt: "Bei den Knock-out-Scheinen steht Gold an zweiter Stelle. Gemessen an der Preisentwicklung steckt da scheinbar noch viel Phantasie drin." Doch scheint die Goldpreisentwicklung einigen Investoren zu heiß zu werden, denn das Bild hat sich in den vergangenen Tagen gewendet. Ein Preisrückgang um mehr als 7 Prozent in der Spitze hat sie zum Verkauf veranlasst (WKNs A0AB84, DB0SEX).
Nicht nur Gold reizt zurzeit die Anleger. Görich berichtet über Käufe von Rohöl-Zertifikaten (WKNs DB3DNA, ABN14R, A0KRKM). Beim Index- Zertifikat auf Weizen der HypoVereinsbank (WKN HV2ATY), bei dem Sven Titze von ICF Kursmakler noch vor zwei Wochen größere Verkäufe feststellen konnte, hielten sich diese Woche bereits Verkäufe und Käufe die Waage. "Da es sich um ein Anlageprodukt ohne feste Laufzeitbegrenzung handelt, könnte es sich interessant entwickeln", mutmaßt Titze.
US-Dollar steigt und erfreut Euro-Skeptiker
Wer auf einen steigenden US-Dollar gegenüber dem Euro gesetzt hatte, kann sich freuen. "Nach den guten US-Arbeitsmarktdaten vom vergangenen Freitag konnte der US-Dollar gegenüber dem Euro gut 2,5 Prozent gewinnen", meldet Titze. In bearishen Euro-US-Dollar-Hebelprodukten sei es zu Gewinnmitnahmen gekommen.
© 10. Dezember 2009/Margarethe Dawo, Dorothee Liebing
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 1.731,2 $ | 1.729,25 $ | 1,95 $ | +0,11% | 10.02./05:10 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XC0009655157 | 965515 | 1.921 $ | 849,45 $ | |


