Wochenausblick: Finanzpaket Abu Dhabis sorgt für Erleichterung


14.12.09 09:09
Börse Frankfurt

14. Dezember 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Zwar brachten in der vergangenen Woche immer wieder neue Meldungen über die Verschuldungssituation von Dubai World sowie Griechenlands und Spaniens die Märkte zwischenzeitlich aus dem Takt, gänzlich erschüttern konnten die Neuigkeiten aber nicht. Der DAX zeigte sich erstaunlich robust, Verluste konnten zum Teil wieder wettgemacht werden. Für Unterstützung könnte zum Wochenauftakt die Zusage Abu Dhabis, Dubai 10 Milliarden US-Dollar zur Verfügung zu stellen, sorgen.

Hexensabbat am Freitag

Insgesamt wird die neue Handelswoche nach Ansicht der meisten Marktteilnehmer allerdings eher ruhig verlaufen, überwiegend wird mit einer Seitwärtsbewegung gerechnet. "Die Umsätze zeigen schon, dass die Anleger sich langsam in die Weihnachtspause verabschieden", meint Marc-Gregor Czaja von der Landesbank Baden-Württemberg. Allenfalls für Donnerstag und Freitag werden noch höhere Volumina erwartet, denn am Freitag ist großer Verfallstag an den Börsen, der dreifache Hexensabbat.

Nach einem Minus gegenüber der Vorwoche von gut 1 Prozent auf 5.756 Punkte liegt der DAX am Montagvormittag wieder über 1,1 Prozent im Plus. Der Nikkei-225 hat heute mit einem kleinen Minus auf 10.106 Punkte geschlossen.

Kein Kursfeuerwerk in Sicht

"Das Thema Jahresendrallye ist durch", urteilt der Landesbanker Czaja. Seiner Ansicht nach werden die Debatten um die Verschuldungssituation Griechenlands und anderer Länder die Märkte noch weiter belasten und für Verunsicherung sorgen. Allerdings ist er auch davon überzeugt, dass Nachrichten wie diese die Börsen vor gar nicht langer Zeit noch auf Talfahrt geschickt hätten. "Jetzt wird jeder Rücksetzer für einen Einstieg genutzt", erläutert er.

Moderate Reaktion auf schlechte Nachrichten

Ähnlich beurteilt ICF Kursmakler die Lage: "Festzuhalten bleibt, dass neben der deutschen Börse auch andere wichtige Weltbörsen recht moderat auf diese erneuten Hiobsbotschaften reagiert haben", meint Klaus Stabel. Dieses Reaktionsmuster lasse zumindest die Chance für einen versöhnlichen Jahresausklang erkennen. Das bisherige Jahresplus von 20 Prozent für DAX-Werte sollte den Druck auf institutionelle Investoren erhöhen, sich noch zu engagieren. "Voraussetzung ist aber, dass die Dubai-Krise überschaubar bleibt", ergänzt Stabel.

Technische Analysten skeptisch

Die technische Analyse macht derzeit wenig Hoffnung: Nach Ansicht von Christian Schmidt von der Helaba droht Eintrübung. Die Tatsache, dass es dem DAX zuletzt nicht mehr gelungen sei, ein neues Impulshoch auszubilden, sowie die nach unten weisenden Indikatoren im Wochenchart sollten als deutliches Warnsignal verstanden werden, meint er. Unterstützung sieht Schmidt im Bereich von 5.608 Zählern: "Ein nachhaltiges Unterschreiten des Supports würde Anschlussverkäufe mit einem ersten Kursziel von 5.434 Punkten nach sich ziehen."

Flut an Konjunkturdaten

Nachrichten von Unternehmensseite sind in dieser Woche dünn gesät. Heute beginnt der Investors Day der Deutschen Bank, auf dem die Strategie für das kommende Jahr bekannt gegeben werden soll. Zudem wird TUI morgen Neun-Monatszahlen für das Rumpfgeschäftsjahr 2009 veröffentlichen. Im Fokus steht aber das Treffen der US-Notenbank. Zudem steht eine wahre Flut von Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an. Interessieren werden in Deutschland insbesondere der ZEW-Index am Dienstag und der ifo-Index am Freitag.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine

Montag, 14. Dezember

Investors Day der Deutschen Bank (bis 15. Dezember)

0.50 Uhr. Japan: Tankan-Bericht Dezember.

11.00 Uhr. EU: Industrieproduktion Oktober. Der erwartete Rückgang der Industrieproduktion um 1 Prozent gegenüber dem Vormonat sollte nach Ansicht der HSBC nicht als Abbruch der Erholung interpretiert werden. In erster Linie mache sich hier temporär das Auslaufen der Abwrackprämien in Frankreich und Deutschland bemerkbar.

Dienstag, 15. Dezember

11.00 Uhr. Deutschland: ZEW Konjunkturerwartungen/Lagebeurteilung Dezember.

Nachdem die Erwartungskomponente des ZEW-Index im Oktober und November bereits nachgegeben hatte, prognostiziert die HSBC auch für Dezember einen Rücksetzer. Für den Index befragt das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) monatlich etwa 400 Analysten und institutionelle Anlegern zu ihren mittelfristigen Erwartungen zur Konjunktur- und Kapitalmarktentwicklung.

14.30 Uhr. USA: Erzeugerpreise November. Dank des stark gestiegenen Benzinpreises erwartet die DekaBank ein Plus von 0,6 Prozent gegenüber dem Vormonat.

14.30 Uhr. USA: New York Empire State Index Dezember. Hier werden im Durchschnitt 25 Punkte nach 23,5 im Vormonat prognostiziert. Der New York Empire State Index ist ein Maß für die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Einschätzung der nächsten sechs Monate im produzierenden Gewerbe des Staates New York. Ein Wert über 0 signalisiert eine positive Wirtschaftentwicklung, ein Wert unter 0 eine Verschlechterung.

15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion November. Die Konsensschätzungen belaufen sich hier auf 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Mittwoch, 16. Dezember

9.30 Uhr. Deutschland: Einkaufsmanagerindex Industrie/Dienstleistungen Dezember. Die HSBC rechnet beim Einkaufsmanagerindex Industrie mit einem kleinen Rückgang von 52,4 auf 52,0 Punkte. "Damit notiert die Erhebung aber weiter oberhalb des Pendants für die Eurozone und in weiter Ferne zum Schwellenwert von 50 Punkten", heißt es.

10.00 Uhr. EU: Einkaufsmanagerindex Industrie/Dienstleistungen Dezember. Auch im Dezember könnten laut Bankhaus Metzler die Einkaufsmanagerindizes über 50 geblieben sein und damit eine fortgesetzte Expansion der Wirtschaft anzeigen.

14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise November. Am Markt wird mehrheitlich ein Plus von 0,4 Prozent gegenüber dem Oktober vorhergesagt.

20.15 Uhr. USA: Sitzungsergebnis Federal Reserve Bank. Die Federal Reserve werde zwar wahrscheinlich das verbesserte konjunkturelle Umfeld anerkennen, jedoch keinen Handlungsbedarf daraus ableiten, meint das Bankhaus Metzler. Die Risiken durch eine geldpolitische Änderung seien für die Konjunktur und die Finanzmärkte immer noch zu hoch.

Donnerstag, 17. Dezember

16.00 Uhr. USA: Philadelphia Fed Index Dezember. Die Konsensschätzungen liegen bei 16 nach 16,7 Punkten im November. Der Index der Philadelphia Federal Reserve Bank zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren für den US-Markt. Er bezieht sich im Wesentlichen auf das verarbeitende Gewerbe und gilt als zuverlässigster Indikator für die Entwicklung des ISM-Index. Ein positiver Indexstand deutet auf eine weitere Expansion der US-Wirtschaft hin.

Freitag, 18. Dezember

Großer Verfallstag ("Dreifacher Hexensabbat"). Viermal im Jahr kommt es an den Börsen zum so genannten Hexensabbat, jeweils am dritten Freitag im März, Juni, September und Dezember. An diesen Tagen laufen an den Terminbörsen wie der Eurex Terminkontrakte aus. Dies betrifft Optionen und Futures auf die großen Aktienindizes sowie Optionen auf Aktien.

Bank of Japan Zinsentscheidung

8.00 Uhr. Deutschland: Erzeugerpreise November. Erwartet wird mehrheitlich ein leichter Anstieg von 0,1 Prozent gegenüber dem Oktober.

10.00 Uhr. Deutschland: ifo-Geschäftsklima Dezember. Die Stimmung der deutschen Unternehmen verbessert sich laut DekaBank im Dezember weiter. Mehr und mehr sei das allerdings das Ergebnis einer besseren Lageeinschätzung und weniger der steigenden Erwartungen. Konkret werden 94,5 Punkte prognostiziert. Für den Index werden vom ifo-Institut für Wirtschaftsforschung in München monatlich 7000 Unternehmen zur ihrer Einschätzung der Geschäftslage heute und auf Sicht von sechs Monaten befragt.

Weitere Termine sowie die aktuellen Daten kurz nach ihrer Veröffentlichung finden Sie auf www.boerse-frankfurt.de/termine. Möchten Sie den Wochenausblick kostenlos per E-Mail erhalten, dann schreiben Sie einfach an redaktion@deutsche-boerse.com.

© 14. Dezember 2009/Anna-Maria Borse





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