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Staatsverschuldung wird zur Konjunkturbedrohung


25.02.10 10:04
fairesearch

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Eine hohe Staatsverschuldung wird zur Bedrohung für den Konjunkturverlauf, so Dr. Eberhardt Unger von "fairesearch".

Jetzt erst sei der volkswirtschaftliche Lehrsatz in das Zentrum des Medieninteresses gerückt. In den Budgets der meisten OECD-Länder sei der Posten "Schuldendienst" längst an die zweite Stelle (hinter "Arbeit und Soziales") gestiegen und mache die Haushaltspolitik handlungsunfähig. Die Regierungen würden hoffen, dass die Konjunkturdynamik ausreiche, um die Schulden zu bedienen und die Gesamtverschuldung allmählich zurückzuführen. Doch solche Hoffnungen seien schon seit Jahrzehnten enttäuscht worden.

Tagesgespräch seien jetzt die Schulden einer ganzen Reihe europäischer Peripherieländer (Griechenland, Portugal, Spanien, Irland). Überbrückungskredite und Sparprogramme würden zulasten der Steuerzahler gehen. Aber auch die Banken der Gläubigerländer als Kreditgeber würden um ihr Geld fürchten. Unter den europäischen Banken seien besonders die deutschen betroffen. Auf sie würden über 500 Milliarden USD ausstehende Forderungen entfallen.

An den Devisenmärkten würden die Schuldenprobleme der Peripherieländer zu einem anhaltenden Druck auf den Euro und zu einer höheren Bewertung des US-Dollars führen. Doch Vorsicht. Es handle sich nicht um eine fundamental begründete Stärke des USD. Der Greenback steige nicht, weil in den USA die Verschuldung geringer wäre. Verglichen mit dem jeweiligen BIP seien die Budgetdefizite in den USA auf gleicher Höhe wie in Griechenland, Spanien oder Portugal. Es könne auch nicht gefolgert werden, die USA würden ihre Verschuldungsprobleme eher in den Griff bekommen als Griechenland, Spanien oder Portugal. Daher müssten die Agenturen ihr AAA-Rating für die USA korrigieren. In diesem Fall drohe der ganzen Welt eine neue Finanzkrise.

Folgerung: Inflationierung durch ultraexpansive Geldpolitik. (25.02.2010/ac/a/m)