Rohstoffmarkt litt unter verschiedenen Ängsten


18.05.10 10:35
Carmignac Gestion

Luxemburg (aktiencheck.de AG) - Die Rohstoffsektoren litten im Monatsverlauf trotz einer insgesamt positiven Entwicklung unter verschiedenen Ängsten, etwa vor den Auswirkungen einer strafferen Geldpolitik in den Schwellenländern, vor den Folgen des Untergangs der Ölplattform, die Transocean im Auftrag von BP betrieb, und schließlich vor den Plänen der australischen Regierung zu einer Sondersteuer für Bergbauunternehmen, so die Experten von Carmignac Gestion.

Der erste Punkt beunruhige die Experten nicht sonderlich. Die Eisenerz- und Kohlepreise hätten sich sehr gut behauptet. Internationale Stahlproduzenten wie Mittal hätten eine erneute Inbetriebnahme der teuersten Produktionsstätten in Betracht gezogen, was auf eine insgesamt positive Einschätzung der Aussichten des Sektors deuten dürfte. Die Kupfervorräte an der LME hätten nach mehreren Monaten des Anstiegs wieder zurückzugehen begonnen. Und schließlich würden auch die Bewertungen der Wertpapiere auf einem sehr vernünftigen Niveau bleiben.

Die Ölkatastrophe vor der US-Südküste sei äußerst beklagenswert. Die Reaktion der Märkte darauf sei drastisch gewesen und habe den Experten jede Möglichkeit verwehrt zu reagieren. Wie es scheine, berücksichtige die Bewertung im derzeitigen Stadium bereits das schlimmstmögliche Szenario für den gesamten Sektor, also eine Verschiebung oder ein Verbot der Bohrungen in der Region oder eine Genehmigung mit sehr restriktiven Auflagen.

Der letztgenannte Punkt sei beunruhigender. Die Experten von Carmignac Gestion sind sicherlich zum derzeitigen Zeitpunkt von einem Gesetz noch weit entfernt. Dennoch hätte die Idee der australischen Regierung, die über die Rendite von Staatsanleihen hinausgehenden Gewinne zu besteuern, zwei Konsequenzen: Sie würde zum Einstampfen von Entwicklungsprojekten führen oder diese zumindest bremsen, und sie könnte auch andere Regierungen auf den Gedanken bringen, an den Erträgen des Bergbausektors, der vom Wachstum der großen Schwellenländer profitiere, zu partizipieren. Eine kurzfristig vorsichtige Haltung gegenüber dem Sektor habe die Experten dazu veranlasst, ihre Allokation im Monatsverlauf zu reduzieren.

Die Experten hätten die dadurch frei gewordene Liquidität im Goldsektor angelegt, der weiterhin als Zuflucht in einem Umfeld gelte, das von Skepsis hinsichtlich der Zahlungsfähigkeit einiger europäischer Länder geprägt sei. (Ausgabe Mai 2010) (18.05.2010/fc/a/m)




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