Rohstoffe: Gewinnmitnahmen bei Gold
17.12.09 09:44
Börse Frankfurt
17. Dezember 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach einigen Monaten mit anhaltender Kauflust scheint der Markt der wichtigsten Rohstoff-Produkte den ersten Dämpfer zu bekommen. Florian Perini von Flow Traders bemerkt: "Wir haben den steigenden US-Dollar auf der einen und den schwächelnden Euro auf der anderen Seite. Für den Handel mit Rohstoffen ist das keine gute Voraussetzung". Insgesamt habe es einen Trend zu Gewinnmitnahmen gegeben, einige Anleger hätten aber auch gekauft.
Nachdem der Goldpreis in diesem Jahr um 40 Prozent zugelegt und am 3. Dezember erneut ein Rekordhoch markiert hat, stellen sich Anleger langsam auf eine nachhaltige Kurskorrektur ein. Sie wollen scheinbar ihre Gewinne absichern und trennen sie vor allem von Wertpapieren, die an den Goldpreis gekoppelt sind, den so genannten Gold-ETCs.
An der Börse Frankfurt konnte Mark Schönbrodt von der Deka Bank in den vergangenen zwei Wochen Rückflüsse bei Xetra Gold (WKN A0S9GB) und dem ETC Physical Gold (WKN A0N62G) beobachten. Michael Blumenroth von der Deutschen Bank bestätigt, dass mit Gold verknüpfte ETCs verkauft werden: "Die Luft ist ein wenig raus und die Anleger schließen ihre Positionen." Die Market Maker geben die Papiere aber noch nicht an die Emittenten zurück, sie rechnen mit einer erneuten Nachfrage im Januar.
Jochen Stanzl, Chefredakteur von Rohstoff-Report.de, erwähnt einen der Gründe für den akut etwas schwächeren Goldpreis: Ein großer kanadischer Minenbetreiber habe seine Produktion für mehrere Jahre abgesichert, zum Preis von unter 500 US-Dollar je Feinunze. Um die anstehenden Forderungen bedienen zu können, habe er bis Anfang Dezember kräftig Gold gekauft, nun falle ein bedeutender Käufer aus.
Der Analyst erwartet eine größere Preiskorrektur beim Edelmetall. Es könne zwar in den nächsten Tagen noch mal auf 1.200 US-Dollar steigen, im ersten Halbjahr 2010 sei es gut möglich, dass der Wert bis auf 900, im Extremfall bis auf 800 US-Dollar runtergeht. "Das bietet dann eine Einstiegschance", rät Stanzl.
Silber ebenfalls mit Korrektur
Der Silberpreis entwickle sich meistens parallel zum Gold, erklärt Stanzl. "Der Markt ist derselbe, die Steigerungen beim Silber sind allerdings drei bis fünf mal so hoch", bemerkt der Analyst. Man könne aber auch hier seit Anfang Dezember eine Korrektur beobachten. Ähnlich parallel zu den Gold-ETCs verhalten sich auch die Markttendenzen in den beiden Silber-ETCs (WKN A0N62F) und (WKN A0KRJ5).
Rohöl kriegt die Kurve
Keine glückliche Entwicklung zeigten in den vergangenen zwei Wochen die Rohöl-ETCs (WKN A0T7M7), (WKN A0V9YX), (WKN A0KRKM), (WKN A0KRKN). Die Versteigerung der irakischen Förderlizenzen und die Ausweitung der russische Ölproduktion hätten den Ölpreis belastet, schreibt ein Analyst in BoerseGo. Die letzte Nachricht vom Mittwoch meldete jedoch eine derart hohe Nachfrage durch den Kälteeinbruch im Nordosten der USA, dass der Preis für Rohöl aus der Gefahrenzone heraus sei.
Erdgas gegen US-amerikanischen Winterfrost
Auch ein Erdgas-ETC (WKN A0KRJ3) findet sich unter den ersten zehn auf der Umsatzhitliste. Über den positiven Ausreißer bei den eher nach beiden Seiten gehandelten Rohstoffen berichtet Perini. "Es haben wohl vermehrt Zuflüsse aufgrund des Wintereinbruchs in den USA stattgefunden, das ist ein lohnendes Investment für die Anleger", erklärt der Market Maker.
© 17. Dezember 2009/Margarethe Dawo
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 1.731,25 $ | 1.729,25 $ | 2,00 $ | +0,11% | 10.02./05:11 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| XC0009655157 | 965515 | 1.921 $ | 849,45 $ | |


