Rentenmarkt Deutschland als Outperformer
07.07.10 14:27
Alte Leipziger Trust
Oberursel (aktiencheck.de AG) - Nachdem die ausufernde Verschuldung in der Eurozone in den vergangenen Wochen etwas in den Hintergrund gerückt ist, erhalten die guten wirtschaftlichen Indikatoren mehr Aufmerksamkeit, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
So zeige sich der deutsche Rentenmarkt gegenüber seinen europäischen Pendants als sicherer Hafen und somit als Outperformer. In Deutschland würden sich die Staatsfinanzen in nächster Zeit günstiger entwickeln als ursprünglich vorhergesagt. Deutschlands Staatshaushalt werde zwar in diesem Jahr immer noch mit einem Rekorddefizit aufwarten, aber dieses Defizit falle wesentlich geringer aus als befurchtet. Ausschlaggebend für das geringere Minus sei vor allem die günstigere Wirtschaftsentwicklung. Bis 2013 sollten fast 100 Milliarden Euro weniger Schulden aufgenommen werden als zunächst geplant.
Nachdem das erste Quartal aufgrund des harten Winters noch relativ schwach ausgefallen sei, sei jetzt schon absehbar, dass das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal deutlich im positiven Bereich liegen werde. Eine Rate von 1 Prozent im Quartalsvergleich sei nicht unwahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund sei auch nicht überraschend, dass der deutsche Arbeitsmarkt im Aufwind bleibe.
Die hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen sei sicherlich ein Faktor für die günstige Entwicklung. Aber auch der Euro habe dazu beigetragen. Von der Euro-Abwertung würden vor allem die Länder profitieren, deren Außenhandelsquoten hoch seien. Die Euro-Abwertung biete zudem für ein Land umso mehr Chancen, je mehr es in die Regionen außerhalb der Eurozone exportiere.
Gerade dieses zyklische Umfeld biete die Chance, die hohe Staatsverschuldung zurückzuführen, ohne dabei die Konjunktur abzuwürgen. Die aktuell vorgelegten Sparpläne der Bundesregierung seien zwar ehrgeizig, die Gefahr eines Rückfalls in die Rezession sei jedoch eher gering.
Innerhalb der beschriebenen Rahmenbedingungen bleibe die US-Preissteigerungsrate mit 2% auf niedrigem Niveau. Die 10-jährige US-Rendite sei im Monatsvergleich von 3,30% auf 2,93% gefallen und befinde sich damit in einem Renditeabwärtstrend, da die Unterstützung bei 3% nach unten durchbrochen worden sei. Auf dem aktuellen Level nehme die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Konsolidierungen zu. Die Zinskurve werde steil bleiben. Auch in Deutschland hätten sich die Renditen 10-jähriger Anleihen abgeschwächt, und zwar auf 2,58%. Der Abwärtstrend bleibe, mit einer Unterstützung im Bereich von 2,50%, intakt. Die Verbraucherpreise in der Eurozone seien im Vergleich zum Vorjahr um moderate 1,6% gestiegen. In Deutschland ergebe sich eine Preissteigerung von nur 1,2% gegenüber dem Vorjahr.
Trotz der Stützungsmaßnahmen der Europäischen Union, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank für die angeschlagenen Eurostaaten bestünden die Unsicherheiten weiter. Die Bonität Eurolands werde weiter im Fokus der Märkte stehen. Die notwendige Konsolidierung der Staatsfinanzen erfolge in einem schwierigen Umfeld, es drohe die Gefahr einer konjunkturellen Abkühlung im Zuge der Haushaltskonsolidierungen. Bundesanleihen seien für die Marktakteure in diesem Umfeld weiter ein sicherer Hafen. 10-jährige Bundesanleihen sollten auf niedrigem Renditeniveau in einer Range zwischen 2,50% und 2,80% verharren. (Ausgabe Juli 2010) (07.07.2010/fc/a/m)
So zeige sich der deutsche Rentenmarkt gegenüber seinen europäischen Pendants als sicherer Hafen und somit als Outperformer. In Deutschland würden sich die Staatsfinanzen in nächster Zeit günstiger entwickeln als ursprünglich vorhergesagt. Deutschlands Staatshaushalt werde zwar in diesem Jahr immer noch mit einem Rekorddefizit aufwarten, aber dieses Defizit falle wesentlich geringer aus als befurchtet. Ausschlaggebend für das geringere Minus sei vor allem die günstigere Wirtschaftsentwicklung. Bis 2013 sollten fast 100 Milliarden Euro weniger Schulden aufgenommen werden als zunächst geplant.
Nachdem das erste Quartal aufgrund des harten Winters noch relativ schwach ausgefallen sei, sei jetzt schon absehbar, dass das Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal deutlich im positiven Bereich liegen werde. Eine Rate von 1 Prozent im Quartalsvergleich sei nicht unwahrscheinlich. Vor diesem Hintergrund sei auch nicht überraschend, dass der deutsche Arbeitsmarkt im Aufwind bleibe.
Gerade dieses zyklische Umfeld biete die Chance, die hohe Staatsverschuldung zurückzuführen, ohne dabei die Konjunktur abzuwürgen. Die aktuell vorgelegten Sparpläne der Bundesregierung seien zwar ehrgeizig, die Gefahr eines Rückfalls in die Rezession sei jedoch eher gering.
Innerhalb der beschriebenen Rahmenbedingungen bleibe die US-Preissteigerungsrate mit 2% auf niedrigem Niveau. Die 10-jährige US-Rendite sei im Monatsvergleich von 3,30% auf 2,93% gefallen und befinde sich damit in einem Renditeabwärtstrend, da die Unterstützung bei 3% nach unten durchbrochen worden sei. Auf dem aktuellen Level nehme die Wahrscheinlichkeit kurzfristiger Konsolidierungen zu. Die Zinskurve werde steil bleiben. Auch in Deutschland hätten sich die Renditen 10-jähriger Anleihen abgeschwächt, und zwar auf 2,58%. Der Abwärtstrend bleibe, mit einer Unterstützung im Bereich von 2,50%, intakt. Die Verbraucherpreise in der Eurozone seien im Vergleich zum Vorjahr um moderate 1,6% gestiegen. In Deutschland ergebe sich eine Preissteigerung von nur 1,2% gegenüber dem Vorjahr.
Trotz der Stützungsmaßnahmen der Europäischen Union, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank für die angeschlagenen Eurostaaten bestünden die Unsicherheiten weiter. Die Bonität Eurolands werde weiter im Fokus der Märkte stehen. Die notwendige Konsolidierung der Staatsfinanzen erfolge in einem schwierigen Umfeld, es drohe die Gefahr einer konjunkturellen Abkühlung im Zuge der Haushaltskonsolidierungen. Bundesanleihen seien für die Marktakteure in diesem Umfeld weiter ein sicherer Hafen. 10-jährige Bundesanleihen sollten auf niedrigem Renditeniveau in einer Range zwischen 2,50% und 2,80% verharren. (Ausgabe Juli 2010) (07.07.2010/fc/a/m)
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