Rentenmärkte Entlastung für EU-Peripheriestaaten
09.06.10 10:28
Alte Leipziger Trust
Oberursel (aktiencheck.de AG) - Die Krise in Europa zwingt auch die US-Notenbank Federal Reserve (FED) zum Umdenken, so die Experten der Alte Leipziger Trust.
Angesichts der Risiken für das globale Finanzsystem und des anhaltenden Aufwertungsdrucks des US-Dollars könnte die FED eine Zinswende wohl erst in 2011 einläuten. Durch den Ankauf von Staatsanleihen stemme sich die Europäische Zentralbank (EZB) gegen das drohende Auseinanderbrechen der Währungsunion. Der aufgespannte Rettungsschirm bringe zwar den Euro-Peripherieländern Entlastung. Für Bundesanleihen könnte dies jedoch längerfristig mit einem sukzessiven Anstieg der Risikoprämien einhergehen. Die EZB flankiere das Rettungspaket mit einem Ankaufprogramm für Staatsanleihen.
Man erwarte, dass das Maßnahmenpaket auf der einen Seite und die Konsolidierungsanstrengungen aller Euroländer auf der anderen Seite in den nächsten Monaten zur Beruhigung der Kapitalmärkte beitragen sollten. Die Gefahr eines unmittelbaren Zahlungsausfalls eines europäischen Mitgliedslandes sei damit zunächst abgewendet. Dennoch würden Unsicherheiten am europäischen Rentenmarkt in Form erhöhter Risikoprämien bestehen bleiben.
Der Rettungsschirm habe schließlich nichts Grundsätzliches an der für Griechenland prekären Haushaltssituation geändert. Wie lange das Land den Weg harter Sparanstrengungen durchhalten könne, bleibe offen. Zudem würden Zweifel belasten, ob die Geberländer Deutschland und Frankreich die Kreditgarantien darstellen könnten.
Die EZB schalte wieder auf Expansion und "monetisiert" die Staatsschulden. Letztendlich wirke dies negativ auf den Euro und die Bundesanleihen, auch wenn Bunds kurzfristig als "safe haven" profitieren würden. Der harte Konsolidierungskurs in den Peripherieländern sollte die Arbeitslosigkeit in diesen Regionen erhöhen und einen Abwärtsdruck auf die Löhne ausüben, so dass Preissteigerungstendenzen zunächst kein Thema seien.
Der von den EU-Regierungschefs beschlossene monumentale Rettungsschirm für den Euro habe weitreichende Konsequenzen. Im Gegensatz zum erst kurz zuvor beschlossenen Rettungspaket für Griechenland habe man angesichts der schwierigen Lage an den Kapitalmärkten entschieden, nicht auf bilaterale Zahlungen und Beiträge der einzelnen Mitgliedsländer zu setzen, sondern bei der EU selbst eine Finanzierungsgesellschaft zu gründen. Diese werde am Kapitalmarkt als Kreditnehmer auftreten und dieses Geld dann den schwächsten Ländern bereitstellen.
Mit diesem Vorgehen würden die stärksten Länder, allen voran Deutschland, de facto ihre Bonität den anderen zur Verfügung stellen. In den Jahren zuvor habe es von deutscher Seite für solche Überlegungen noch Absagen gegeben. Angesichts der aktuellen Krise und unter dem Druck von Frankreich, Italien und Spanien habe Deutschland seine bisherige Position nun aufgegeben.
Bemerkenswert sei die Entscheidung der EZB, selbst Staatsanleihen von schwachen Ländern zu erwerben und damit die Kreditaufnahme dieser Länder zu stützen. Damit habe sie ihre Grundprinzipien über Bord geworfen und begonnen Geld zu drucken. Auch wenn die EZB jetzt in einer PR-Offensive die Bedeutung dieser Entscheidung relativieren möchte: Tatsache sei, dass sie ihren Status als letztes Bollwerk einer unabhängigen Geldpolitik aufgegeben habe.
Somit stelle sie sich in eine Reihe mit den politisch beeinflussten Notenbanken in den USA, England und Japan.
Nach vorläufigen Berechnungen für den Monat Mai seien die Verbraucherpreise in der Eurozone im Vergleich zum Vorjahr um 1,6% gestiegen. Für Deutschland sei eine Preissteigerung von 1,2% gegenüber dem Vorjahr errechnet worden.
Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen sei im Monatsvergleich von 2,98% auf 2,66% gefallen. Mit 2,56% habe sie zwischenzeitlich ein neues historisches Tief markiert. Die Zinskurve habe sich insgesamt leicht verflacht, der Spread zwischen zehn- und zweijährigen Bunds liege aktuell bei 205 nach 217 Basispunkten im Vormonat.
Die Bonität Eurolands werde auch weiter im Fokus der Märkte stehen. Die notwendige Konsolidierung der Staatsfinanzen erfolge in einem schwierigen Umfeld, es drohe die Gefahr einer konjunkturellen Abkühlung im Zuge der Haushaltskonsolidierungen. Bundesanleihen seien für die Marktakteure in diesem Umfeld ein sicherer Hafen. Die Experten würden daher bei langlaufenden Bundesanleihen ein Verharren auf äußerst niedrigem Renditeniveau erwarten.
Bedingt durch seine Anlageausrichtung profitiere insbesondere der AL Trust Euro Renten (ISIN DE0008471616 / WKN 847161) von der fortgesetzten Flucht der Anleger in qualitativ exzellente Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland. Der Fonds könne aufgrund der fehlenden Anleihen der PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) deutlich gegenüber der Benchmark punkten. Seine Duration betrage aktuell 6,35 Jahre, diejenige des Kurzläufer-Rentenfonds AL Trust Euro Short Term (ISIN DE0008471699 / WKN 847169, Euro-FondsNote 2) liege bei 1,4 Jahren. Beide Rentenfonds würden überwiegend in Staats- oder Länderanleihen beziehungsweise Pfandbriefe investieren.
Der 5-Sterne-Geldmarktfonds (Morningstar) AL Trust Euro Cash (ISIN DE0008471780 / WKN 847178) bleibe unter den Top-Fonds seiner Anlagekategorie. Die kontinuierliche Fälligkeitsstruktur der Anlagen gewährleiste die jederzeitige Solvenz des Fonds, der im neuesten Rating von "Euro" und "EURO am Sonntag" die Spitzenbewertung FONDSNOTE 1 erhalte.
Im AL Trust Euro Relax (ISIN DE0008471798 / WKN 847179) sehe man derzeit aufgrund der aktuell überwiegenden Risiken von Engagements in Aktienfonds ab. Vor dem Hintergrund der noch nicht endgültig fixierten Handelseinschränkungen Offener Immobilienfonds seien deren Positionen im Fonds zunächst veräußert worden. (Ausgabe Juni 2010) (09.06.2010/fc/a/m)
Angesichts der Risiken für das globale Finanzsystem und des anhaltenden Aufwertungsdrucks des US-Dollars könnte die FED eine Zinswende wohl erst in 2011 einläuten. Durch den Ankauf von Staatsanleihen stemme sich die Europäische Zentralbank (EZB) gegen das drohende Auseinanderbrechen der Währungsunion. Der aufgespannte Rettungsschirm bringe zwar den Euro-Peripherieländern Entlastung. Für Bundesanleihen könnte dies jedoch längerfristig mit einem sukzessiven Anstieg der Risikoprämien einhergehen. Die EZB flankiere das Rettungspaket mit einem Ankaufprogramm für Staatsanleihen.
Man erwarte, dass das Maßnahmenpaket auf der einen Seite und die Konsolidierungsanstrengungen aller Euroländer auf der anderen Seite in den nächsten Monaten zur Beruhigung der Kapitalmärkte beitragen sollten. Die Gefahr eines unmittelbaren Zahlungsausfalls eines europäischen Mitgliedslandes sei damit zunächst abgewendet. Dennoch würden Unsicherheiten am europäischen Rentenmarkt in Form erhöhter Risikoprämien bestehen bleiben.
Der Rettungsschirm habe schließlich nichts Grundsätzliches an der für Griechenland prekären Haushaltssituation geändert. Wie lange das Land den Weg harter Sparanstrengungen durchhalten könne, bleibe offen. Zudem würden Zweifel belasten, ob die Geberländer Deutschland und Frankreich die Kreditgarantien darstellen könnten.
Die EZB schalte wieder auf Expansion und "monetisiert" die Staatsschulden. Letztendlich wirke dies negativ auf den Euro und die Bundesanleihen, auch wenn Bunds kurzfristig als "safe haven" profitieren würden. Der harte Konsolidierungskurs in den Peripherieländern sollte die Arbeitslosigkeit in diesen Regionen erhöhen und einen Abwärtsdruck auf die Löhne ausüben, so dass Preissteigerungstendenzen zunächst kein Thema seien.
Der von den EU-Regierungschefs beschlossene monumentale Rettungsschirm für den Euro habe weitreichende Konsequenzen. Im Gegensatz zum erst kurz zuvor beschlossenen Rettungspaket für Griechenland habe man angesichts der schwierigen Lage an den Kapitalmärkten entschieden, nicht auf bilaterale Zahlungen und Beiträge der einzelnen Mitgliedsländer zu setzen, sondern bei der EU selbst eine Finanzierungsgesellschaft zu gründen. Diese werde am Kapitalmarkt als Kreditnehmer auftreten und dieses Geld dann den schwächsten Ländern bereitstellen.
Mit diesem Vorgehen würden die stärksten Länder, allen voran Deutschland, de facto ihre Bonität den anderen zur Verfügung stellen. In den Jahren zuvor habe es von deutscher Seite für solche Überlegungen noch Absagen gegeben. Angesichts der aktuellen Krise und unter dem Druck von Frankreich, Italien und Spanien habe Deutschland seine bisherige Position nun aufgegeben.
Somit stelle sie sich in eine Reihe mit den politisch beeinflussten Notenbanken in den USA, England und Japan.
Nach vorläufigen Berechnungen für den Monat Mai seien die Verbraucherpreise in der Eurozone im Vergleich zum Vorjahr um 1,6% gestiegen. Für Deutschland sei eine Preissteigerung von 1,2% gegenüber dem Vorjahr errechnet worden.
Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen sei im Monatsvergleich von 2,98% auf 2,66% gefallen. Mit 2,56% habe sie zwischenzeitlich ein neues historisches Tief markiert. Die Zinskurve habe sich insgesamt leicht verflacht, der Spread zwischen zehn- und zweijährigen Bunds liege aktuell bei 205 nach 217 Basispunkten im Vormonat.
Die Bonität Eurolands werde auch weiter im Fokus der Märkte stehen. Die notwendige Konsolidierung der Staatsfinanzen erfolge in einem schwierigen Umfeld, es drohe die Gefahr einer konjunkturellen Abkühlung im Zuge der Haushaltskonsolidierungen. Bundesanleihen seien für die Marktakteure in diesem Umfeld ein sicherer Hafen. Die Experten würden daher bei langlaufenden Bundesanleihen ein Verharren auf äußerst niedrigem Renditeniveau erwarten.
Bedingt durch seine Anlageausrichtung profitiere insbesondere der AL Trust Euro Renten (ISIN DE0008471616 / WKN 847161) von der fortgesetzten Flucht der Anleger in qualitativ exzellente Staatsanleihen der Bundesrepublik Deutschland. Der Fonds könne aufgrund der fehlenden Anleihen der PIIGS-Staaten (Portugal, Italien, Irland, Griechenland, Spanien) deutlich gegenüber der Benchmark punkten. Seine Duration betrage aktuell 6,35 Jahre, diejenige des Kurzläufer-Rentenfonds AL Trust Euro Short Term (ISIN DE0008471699 / WKN 847169, Euro-FondsNote 2) liege bei 1,4 Jahren. Beide Rentenfonds würden überwiegend in Staats- oder Länderanleihen beziehungsweise Pfandbriefe investieren.
Der 5-Sterne-Geldmarktfonds (Morningstar) AL Trust Euro Cash (ISIN DE0008471780 / WKN 847178) bleibe unter den Top-Fonds seiner Anlagekategorie. Die kontinuierliche Fälligkeitsstruktur der Anlagen gewährleiste die jederzeitige Solvenz des Fonds, der im neuesten Rating von "Euro" und "EURO am Sonntag" die Spitzenbewertung FONDSNOTE 1 erhalte.
Im AL Trust Euro Relax (ISIN DE0008471798 / WKN 847179) sehe man derzeit aufgrund der aktuell überwiegenden Risiken von Engagements in Aktienfonds ab. Vor dem Hintergrund der noch nicht endgültig fixierten Handelseinschränkungen Offener Immobilienfonds seien deren Positionen im Fonds zunächst veräußert worden. (Ausgabe Juni 2010) (09.06.2010/fc/a/m)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 42,569 € | 42,694 € | -0,1250 € | -0,30% | 09.02./19:53 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0008471616 | 847161 | 44,38 € | 40,31 € | |




