Japanischer Aktienmarkt durch Konjunktursorgen und Yen-Stärke belastet
07.09.10 11:12
Union Investment
Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Wie schon in den Vormonaten so belasteten auch im August Konjunktursorgen und die Stärke des Japanischen Yens gegenüber dem US-Dollar das Marktgeschehen, so die Experten von Union Investment.
Während jedoch im Juli erfreuliche Quartalsergebnisse die negativen Einflüsse hätten abfedern können, sei jetzt kein Gegenmittel in Sicht gewesen. Der Nikkei-Index (ISIN XC0009692440 / WKN 969244) habe sich auf Talfahrt begeben, sogar die vielbeachtete 9.000er-Linie unterschritten und bei einem Schlussstand von 8.824 Punkten einen Verlust von 7,5 Prozent im Monatsvergleich hinnehmen müssen.
Die Konjunkturbefürchtungen hätten sich vor allem auf den wichtigen Handelspartner USA gerichtet. In der größten Volkswirtschaft der Welt habe die Dynamik des Aufschwungs deutlich nachgelassen, was Investoren sogar ein Double Dip, ein erneutes Abgleiten in die Rezession, habe befürchten lassen. Zudem habe die Wirtschaftserholung in Japan selbst noch auf sehr fragilen Füßen gestanden. Im ersten Fiskalquartal (April bis Juni) habe sich ein BIP-Anstieg von lediglich 0,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal ergeben, während Analysten mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet hätten. Ein rückläufiger Export in die USA und China, dem anderen bedeutenden Handelspartner des Landes, sowie ein gedämpfter Privater Konsum seien die Ursachen für den geringen Zuwachs gewesen.
In diesem unsicheren Umfeld habe die anhaltende Stärke des Yens gegenüber dem US-Dollar - der Yen sei von Investoren als sicherer Hafen stark nachgefragt worden - die Stimmung der Marktteilnehmer besonders heftig eingetrübt. Gerade mit Blick auf die japanische Exportindustrie hätten sich Anleger über die Währungsentwicklung beunruhigt gezeigt. Da das Austauschverhältnis US-Dollar zu Yen deutlich unter die von japanischen Unternehmen angesetzte Kalkulationsbasis von 90 bis 95 Yen gefallen sei, seien negative Auswirkungen auf die zukünftige Gewinnentwicklung befürchtet worden.
Laut sei der Ruf nach einem Eingreifen der Notenbank gewesen, doch diese habe lediglich bekannt gegeben, den japanischen Banken mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Das bestehende Programm sei um zehn Billionen Yen auf 30 Billionen Yen aufgestockt worden. Darüber hinaus habe Premierminister Naoto Kan ein weiteres Konjunkturprogramm in Höhe von 920 Milliarden Yen angekündigt. Damit sollten unter anderem der Kauf umweltfreundlicher Produkte gefördert und kleine Unternehmen unterstützt werden.
Alles in allem dürften die Unsicherheiten noch eine Weile vorherrschen und das Marktgeschehen belasten. Was die Sorgen hinsichtlich der Unternehmensergebnisse anbetreffe, würden Experten die Ängste überzogen erscheinen. Japanische Unternehmen seien nach erneuten Effizienzverbesserungen gut aufgestellt. Ihre Gewinnsituation sei solide, auch wenn die Ergebnissteigerungen nicht so kraftvoll ausfallen sollten wie zunächst erwartet. Sie würden auch bei einem Verhältnis von rund 85 Yen zu einem US-Dollar noch gute Erträge erwirtschaften können. Insofern dürfte die Währungsentwicklung nur kurzfristig das Zahlenwerk beeinträchtigen. Andererseits würden sich durch den starken Yen gute Akquisitionsmöglichkeiten im Ausland ergeben beziehungsweise sich dortige Produktionsstätten günstig ausbauen lassen. (Ausgabe August 2010) (07.09.2010/ac/a/m)
Während jedoch im Juli erfreuliche Quartalsergebnisse die negativen Einflüsse hätten abfedern können, sei jetzt kein Gegenmittel in Sicht gewesen. Der Nikkei-Index (ISIN XC0009692440 / WKN 969244) habe sich auf Talfahrt begeben, sogar die vielbeachtete 9.000er-Linie unterschritten und bei einem Schlussstand von 8.824 Punkten einen Verlust von 7,5 Prozent im Monatsvergleich hinnehmen müssen.
In diesem unsicheren Umfeld habe die anhaltende Stärke des Yens gegenüber dem US-Dollar - der Yen sei von Investoren als sicherer Hafen stark nachgefragt worden - die Stimmung der Marktteilnehmer besonders heftig eingetrübt. Gerade mit Blick auf die japanische Exportindustrie hätten sich Anleger über die Währungsentwicklung beunruhigt gezeigt. Da das Austauschverhältnis US-Dollar zu Yen deutlich unter die von japanischen Unternehmen angesetzte Kalkulationsbasis von 90 bis 95 Yen gefallen sei, seien negative Auswirkungen auf die zukünftige Gewinnentwicklung befürchtet worden.
Laut sei der Ruf nach einem Eingreifen der Notenbank gewesen, doch diese habe lediglich bekannt gegeben, den japanischen Banken mehr Geld zur Verfügung zu stellen. Das bestehende Programm sei um zehn Billionen Yen auf 30 Billionen Yen aufgestockt worden. Darüber hinaus habe Premierminister Naoto Kan ein weiteres Konjunkturprogramm in Höhe von 920 Milliarden Yen angekündigt. Damit sollten unter anderem der Kauf umweltfreundlicher Produkte gefördert und kleine Unternehmen unterstützt werden.
Alles in allem dürften die Unsicherheiten noch eine Weile vorherrschen und das Marktgeschehen belasten. Was die Sorgen hinsichtlich der Unternehmensergebnisse anbetreffe, würden Experten die Ängste überzogen erscheinen. Japanische Unternehmen seien nach erneuten Effizienzverbesserungen gut aufgestellt. Ihre Gewinnsituation sei solide, auch wenn die Ergebnissteigerungen nicht so kraftvoll ausfallen sollten wie zunächst erwartet. Sie würden auch bei einem Verhältnis von rund 85 Yen zu einem US-Dollar noch gute Erträge erwirtschaften können. Insofern dürfte die Währungsentwicklung nur kurzfristig das Zahlenwerk beeinträchtigen. Andererseits würden sich durch den starken Yen gute Akquisitionsmöglichkeiten im Ausland ergeben beziehungsweise sich dortige Produktionsstätten günstig ausbauen lassen. (Ausgabe August 2010) (07.09.2010/ac/a/m)
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