Internationale Staatsanleihen im Fokus
01.09.10 11:04
HSH Nordbank AG
Hamburg (aktiencheck.de AG) - Die Immobilienmarkt- und Konsumentenvertrauensdaten hätten durchaus zu einem gewissen Optimismus verleiten können, da die Preise für Wohnimmobilien immerhin schon den dritten Monat in Folge aufwärts gerichtet sind und das Conference Board von einer verbesserten Stimmung bei den Verbrauchern berichtet, so die Analysten der HSH Nordbank AG.
Die Anleger hätten sich lieber an den Rückgängen der Einkaufsmanagerindices aus Chicago und Milwaukee orientiert, obwohl die entsprechenden PMI-Niveaus immer noch solides Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe suggerieren würden. Kurz: Allen Daten zum Trotz hätten die Investoren weiter Treasuries gekauft und die zehnjährigen Renditen auf 2,47% gedrückt. Das seien immerhin 6 BP weniger als am Vortag.
Das Protokoll der letzten Notenbanksitzung habe deutlich gemacht, dass es einer relativ deutlichen Verschlechterung der konjunkturellen Lage bedürfe, um die FED zu weiteren Lockerungs-Aktionen zu veranlassen. Die Hürde für zusätzliche Quantitative Easing-Maßnahmen sei vielleicht doch etwas höher als gedacht. Vor diesem Hintergrund könnte heute zumindest temporär eine Zinswende bevorstehen. Die Vorzeichen stünden dafür nicht so schlecht.
Die Aktienmärkte in Asien seien allesamt im Plus, weil die Region mit positiven Wachstumszahlen aufgewartet habe: Chinas PMI sei nach drei Rückgängen in Folge wieder gestiegen, Indiens BIP habe im zweiten Quartal rund 9% über dem Vorjahr gelegen und Australien habe sein Wachstumstempo in Q2 beschleunigt. Damit zeige sich, dass der asiatische Raum als Lokomotive der Weltwirtschaft durchaus noch Kraft habe, was den Industrieländern und damit auch den USA helfen sollte, eine erneute Rezession zu vermeiden.
Diese Argumentation würde bei den Anlegern vor allem dann verfangen, wenn der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe weniger stark zurückginge als erwartet und wenn die ADP-Arbeitsmarktdaten einen etwas stärkeren Beschäftigungsaufbau ausweisen würden. Dann wäre den Renditen im zehnjährigen Bereich durchaus ein Sprung nach oben um 10 bis 15 BP zuzutrauen. Sollten die Daten wie erwartet ausfallen, dürfte der Renditeanstieg nur leicht ausfallen.
Zu den guten Konjunkturzahlen aus Asien passe auch der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Diese liege mit 3,188 Mio. Menschen knapp unter dem Vorkriseniveau von August 2008. Großen Eindruck habe dies aber nicht am Rentenmarkt hinterlassen. Vielmehr hätten die zehnjährigen Bunds ein neues Allzeittief von 2,087% erreicht und bei 2,116% geschlossen.
Heute würden die Einzelhandelsumsätze in Deutschland zeigen, wie gut es denn wirklich mit der neuen Konsumfreude der Deutschen bestellt sei. Folge man dem System der letzten Monate (Zuwachs und Rückgang hätten sich in der Regel abgewechselt) sollte es in diesem Monat eigentlich zu einem Anstieg der realen Umsätze kommen.
Ein wesentlich größeres Augenmerk sollten die Anleger aber auf die PMI-Geschäftsklimaindices für das Verarbeitende Gewerbe werfen. Wenn diese Indices ihr relativ hohes Niveau halten können, dann wäre dies ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Weltwirtschaft nicht auf eine neue Rezession zusteuere. Das würde beruhigen und einige Marktteilnehmer dazu veranlassen, Gewinne bei den Bunds mitzunehmen. (01.09.2010/ac/a/m)
Die Anleger hätten sich lieber an den Rückgängen der Einkaufsmanagerindices aus Chicago und Milwaukee orientiert, obwohl die entsprechenden PMI-Niveaus immer noch solides Wachstum im Verarbeitenden Gewerbe suggerieren würden. Kurz: Allen Daten zum Trotz hätten die Investoren weiter Treasuries gekauft und die zehnjährigen Renditen auf 2,47% gedrückt. Das seien immerhin 6 BP weniger als am Vortag.
Das Protokoll der letzten Notenbanksitzung habe deutlich gemacht, dass es einer relativ deutlichen Verschlechterung der konjunkturellen Lage bedürfe, um die FED zu weiteren Lockerungs-Aktionen zu veranlassen. Die Hürde für zusätzliche Quantitative Easing-Maßnahmen sei vielleicht doch etwas höher als gedacht. Vor diesem Hintergrund könnte heute zumindest temporär eine Zinswende bevorstehen. Die Vorzeichen stünden dafür nicht so schlecht.
Diese Argumentation würde bei den Anlegern vor allem dann verfangen, wenn der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe weniger stark zurückginge als erwartet und wenn die ADP-Arbeitsmarktdaten einen etwas stärkeren Beschäftigungsaufbau ausweisen würden. Dann wäre den Renditen im zehnjährigen Bereich durchaus ein Sprung nach oben um 10 bis 15 BP zuzutrauen. Sollten die Daten wie erwartet ausfallen, dürfte der Renditeanstieg nur leicht ausfallen.
Zu den guten Konjunkturzahlen aus Asien passe auch der weitere Rückgang der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Diese liege mit 3,188 Mio. Menschen knapp unter dem Vorkriseniveau von August 2008. Großen Eindruck habe dies aber nicht am Rentenmarkt hinterlassen. Vielmehr hätten die zehnjährigen Bunds ein neues Allzeittief von 2,087% erreicht und bei 2,116% geschlossen.
Heute würden die Einzelhandelsumsätze in Deutschland zeigen, wie gut es denn wirklich mit der neuen Konsumfreude der Deutschen bestellt sei. Folge man dem System der letzten Monate (Zuwachs und Rückgang hätten sich in der Regel abgewechselt) sollte es in diesem Monat eigentlich zu einem Anstieg der realen Umsätze kommen.
Ein wesentlich größeres Augenmerk sollten die Anleger aber auf die PMI-Geschäftsklimaindices für das Verarbeitende Gewerbe werfen. Wenn diese Indices ihr relativ hohes Niveau halten können, dann wäre dies ein weiteres Anzeichen dafür, dass die Weltwirtschaft nicht auf eine neue Rezession zusteuere. Das würde beruhigen und einige Marktteilnehmer dazu veranlassen, Gewinne bei den Bunds mitzunehmen. (01.09.2010/ac/a/m)
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