Euro kaum verändert
30.08.10 16:34
Bremer Landesbank
Bremen (aktiencheck.de AG) - Der Euro eröffnete heute bei 1,2735 USD (07:25 Uhr), nachdem im europäischen Handel am Freitag Tiefstkurse bei 1,2677 USD und im US-Handel Höchstkurse der letzten 24 Handelsstunden bei 1,2778 USD markiert wurden, so die Analysten der Bremer Landesbank.
Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 85,40. In der Folge notiere EUR/JPY bei 108,75 während EUR/CHF bei 1,3115 oszilliere.
Bei der Beurteilung des weltweit beachteten Jackson Hole Events in Wyoming würden zwei Statements ins Auge stechen. Ben Bernanke habe bei seiner Eröffnungsrede betont, dass die Federal Reserve alles tun werde, um die US-Konjunktur in Gang zu halten. Das sei eine äußerst starke Aussage. Sie solle fraglos die nervösen Gemüter am Finanzmarkt und in der Wirtschaft beruhigen.
Sie sage aber auch aus, dass die konjunkturelle US-Situation mindestens angespannt sei. Sie sage aus, dass die Federal Reserve nicht die Situation kontrolliere, sondern, dass die Situation die Federal Reserve in ihren Handlungen bestimme. Sie sage aus, daß die Federal Reserve weiterhin Willens sei, die alten unkonventionellen kosmetischen Wege (unter anderem Bilanzausweitung) beizubehalten und neue unkonventionelle kosmetische Wege zu beschreiten, die schlußendlich nicht notwendig mit dem westlichen Prinzip freier Märkte im Einklang stünden. Sie sage aus, dass es offensichtlich in der Federal Reserve kein Bewußtsein dafür gebe, dass die konjunkturellen Probleme der USA strukturelle Ursachen hätten und diese Probleme eine politische Adressierung in Washington erfordern würden (zum Beispiel Struktur der Volkswirtschaft).
Diese Aussage Bernankes könne auf den ersten Blick als Ausdruck von Stärke interpretiert werden. Das gelte jedoch nicht für den zweiten Blick. Es sei fraglos richtig, dass die Federal Reserve die Zügel der Konjunktur nicht schießen lasse. Es komme aber nicht zu einer sauberen Analyse der Ursachen der US-Krisensituation. Ergo werde bei der Rezeptur auf "Aspirin" und übliche "Breitbandantibiotika" zurückgegriffen. Es seien aber "Operationen" notwendig! Daraus Stärke für den USD abzuleiten, würden die Analysten anderen Finanzmarktteilnehmern überlassen.
EZB-Präsident Trichet habe gesagt, dass weitere fiskalische Subventionsmaßnahmen sehr gefährlich sein würden. Die fiskalische Konsolidierung müsse ambitioniert sein. Ansonsten stünde man vor einem verlorenen Jahrzehnt. Hier würden die Analysten gewissermaßen den gegensätzlichen Standpunkt bezüglich einer Exitstrategie zu den USA sehen.
Zwar habe Bernanke gar nicht direkt über diesen Themenblock fiskalischer Maßnahmen gesprochen, aber die FED sei mit der Politik eng verzahnt. Seit dem Ende des Vorsitzes Paul Volckers sei die FED zu einem Regierungsarm verödet, die nur auf dem Papier unabhängig sei. Bernankes Einlassungen zu der Rolle der FED seien eindeutig auf Intervention gepolt. Das passe zu der Planung des Weißen Hauses, die nächsten zehn Jahre bis 2020 eine aggressive Neuverschuldungspolitik betreiben zu wollen.
Trichet fokussiere sich darauf, die Subventionsmechanismen zurückzufahren. Damit sage er auch implizit, dass die Konjunkturlage kein Primärproblem darstelle oder aber, dass die EZB das klassische Thema Konjunkturzyklik mit Auf- und Abschwung verstehe. Diese Aussage belege, dass die strukturellen Probleme in der Eurozone eine andere Qualität hätten als die der USA. Gerade die Staatsdefizitkrise Südeuropas habe verdeutlicht, dass zuviel Kosmetik und Selbstlügen auf Dauer nicht hilfreich seien. Fakt sei, dass die Probleme der Eurozone adressiert würden. Die Zeiten des Laissez faire seien hier vorüber.
Es wäre unprofessionell, die gegebenen Probleme in der Eurozone kleinzureden. Anders als die USA suche man in der Eurozone aber aktiv Lösungen, die eine strukturelle Qualität hätten. Das mache den eigentlichen Unterschied aus und schaffe schlußendlich Zukunftsfähigkeit als auch eine begründete Basis, zuversichtlich nach vorne zu schauen!
Man wende sich den Veröffentlichungen des letzten Freitags aus den USA zu. Nach der ersten Schätzung habe die erste vorläufige Berechnung des US-BIPs per 2. Quartal auf der Agenda gestanden. In der annualisierten Fassung sei es zu einem Anstieg um 1,6% gekommen. Die Prognose habe bei 1,4% nach der ersten Schätzung gelegen, die noch mit 2,4% reüssiert habe. Hinter der Abschwächung stünden einerseits höher als erwartet ausgefallenen Importe als auch Revisionen bei der Lagerhaltung.
Der Blick auf den Chart verdeutliche, dass die Komposition des aktuellen Wachstums nicht nur negativ gewertet werden könne. Gerade die positive Investitionsentwicklung gelte es neben dem verbesserten Konsum hervorzuheben. Stehe vielleicht der starke USD hinter dem US-Handelsbilanzproblem zunehmender Importe und weniger ausgeprägter Exporte?
Der finale Wert des Verbrauchervertrauens nach Lesart der Universität Michigan habe sich per August auf 68,9 nach 67,8 Punkten per Juli gestellt. Der vorläufige Wert habe noch per August bei 69,6 Punkten ebenso wie die Konsensusprognose des Marktes für den finalen Wert gelegen. Ergo sei es hier zu einer leichten Enttäuschung gekommen. Um diese Enttäuschung in ein richtiges Bild zu rücken, erlaube man sich darauf zu verweisen, dass der Indexwert von 100 der Ausgangslage per 1. Quartal 1966 entsprochen habe. Daraus lasse sich unschwer erkennen, dass die "Good old times" lange vorbei seien…
Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das zunächst eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiere. Ein nachhaltiger Ausbruch aus der Bandbreite 1,2500/1,2930 eröffne neue Dynamik. (30.08.2010/ac/a/m)
Der USD stelle sich gegenüber dem JPY auf 85,40. In der Folge notiere EUR/JPY bei 108,75 während EUR/CHF bei 1,3115 oszilliere.
Bei der Beurteilung des weltweit beachteten Jackson Hole Events in Wyoming würden zwei Statements ins Auge stechen. Ben Bernanke habe bei seiner Eröffnungsrede betont, dass die Federal Reserve alles tun werde, um die US-Konjunktur in Gang zu halten. Das sei eine äußerst starke Aussage. Sie solle fraglos die nervösen Gemüter am Finanzmarkt und in der Wirtschaft beruhigen.
Sie sage aber auch aus, dass die konjunkturelle US-Situation mindestens angespannt sei. Sie sage aus, dass die Federal Reserve nicht die Situation kontrolliere, sondern, dass die Situation die Federal Reserve in ihren Handlungen bestimme. Sie sage aus, daß die Federal Reserve weiterhin Willens sei, die alten unkonventionellen kosmetischen Wege (unter anderem Bilanzausweitung) beizubehalten und neue unkonventionelle kosmetische Wege zu beschreiten, die schlußendlich nicht notwendig mit dem westlichen Prinzip freier Märkte im Einklang stünden. Sie sage aus, dass es offensichtlich in der Federal Reserve kein Bewußtsein dafür gebe, dass die konjunkturellen Probleme der USA strukturelle Ursachen hätten und diese Probleme eine politische Adressierung in Washington erfordern würden (zum Beispiel Struktur der Volkswirtschaft).
Diese Aussage Bernankes könne auf den ersten Blick als Ausdruck von Stärke interpretiert werden. Das gelte jedoch nicht für den zweiten Blick. Es sei fraglos richtig, dass die Federal Reserve die Zügel der Konjunktur nicht schießen lasse. Es komme aber nicht zu einer sauberen Analyse der Ursachen der US-Krisensituation. Ergo werde bei der Rezeptur auf "Aspirin" und übliche "Breitbandantibiotika" zurückgegriffen. Es seien aber "Operationen" notwendig! Daraus Stärke für den USD abzuleiten, würden die Analysten anderen Finanzmarktteilnehmern überlassen.
EZB-Präsident Trichet habe gesagt, dass weitere fiskalische Subventionsmaßnahmen sehr gefährlich sein würden. Die fiskalische Konsolidierung müsse ambitioniert sein. Ansonsten stünde man vor einem verlorenen Jahrzehnt. Hier würden die Analysten gewissermaßen den gegensätzlichen Standpunkt bezüglich einer Exitstrategie zu den USA sehen.
Trichet fokussiere sich darauf, die Subventionsmechanismen zurückzufahren. Damit sage er auch implizit, dass die Konjunkturlage kein Primärproblem darstelle oder aber, dass die EZB das klassische Thema Konjunkturzyklik mit Auf- und Abschwung verstehe. Diese Aussage belege, dass die strukturellen Probleme in der Eurozone eine andere Qualität hätten als die der USA. Gerade die Staatsdefizitkrise Südeuropas habe verdeutlicht, dass zuviel Kosmetik und Selbstlügen auf Dauer nicht hilfreich seien. Fakt sei, dass die Probleme der Eurozone adressiert würden. Die Zeiten des Laissez faire seien hier vorüber.
Es wäre unprofessionell, die gegebenen Probleme in der Eurozone kleinzureden. Anders als die USA suche man in der Eurozone aber aktiv Lösungen, die eine strukturelle Qualität hätten. Das mache den eigentlichen Unterschied aus und schaffe schlußendlich Zukunftsfähigkeit als auch eine begründete Basis, zuversichtlich nach vorne zu schauen!
Man wende sich den Veröffentlichungen des letzten Freitags aus den USA zu. Nach der ersten Schätzung habe die erste vorläufige Berechnung des US-BIPs per 2. Quartal auf der Agenda gestanden. In der annualisierten Fassung sei es zu einem Anstieg um 1,6% gekommen. Die Prognose habe bei 1,4% nach der ersten Schätzung gelegen, die noch mit 2,4% reüssiert habe. Hinter der Abschwächung stünden einerseits höher als erwartet ausgefallenen Importe als auch Revisionen bei der Lagerhaltung.
Der Blick auf den Chart verdeutliche, dass die Komposition des aktuellen Wachstums nicht nur negativ gewertet werden könne. Gerade die positive Investitionsentwicklung gelte es neben dem verbesserten Konsum hervorzuheben. Stehe vielleicht der starke USD hinter dem US-Handelsbilanzproblem zunehmender Importe und weniger ausgeprägter Exporte?
Der finale Wert des Verbrauchervertrauens nach Lesart der Universität Michigan habe sich per August auf 68,9 nach 67,8 Punkten per Juli gestellt. Der vorläufige Wert habe noch per August bei 69,6 Punkten ebenso wie die Konsensusprognose des Marktes für den finalen Wert gelegen. Ergo sei es hier zu einer leichten Enttäuschung gekommen. Um diese Enttäuschung in ein richtiges Bild zu rücken, erlaube man sich darauf zu verweisen, dass der Indexwert von 100 der Ausgangslage per 1. Quartal 1966 entsprochen habe. Daraus lasse sich unschwer erkennen, dass die "Good old times" lange vorbei seien…
Zusammenfassend ergebe sich ein Szenario, das zunächst eine neutrale Haltung in der Parität EUR/USD favorisiere. Ein nachhaltiger Ausbruch aus der Bandbreite 1,2500/1,2930 eröffne neue Dynamik. (30.08.2010/ac/a/m)
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